Was macht die Kunst? Tod des Adonis von Sebastiano del Piombo

Gemälde von Sebastiano del Piombo "Morte di Adone" (der Tod des Adonis) von 1512

Was macht die Kunst? Tod des Adonis von Sebastiano del Piombo

In Venedig müssen Tagesreisende jetzt Eintritt zahlen. Wird das die Stadt retten? Und warum fasziniert gerade Venedig so? Die Kunsthistorikerin, Sachbuchautorin und Bremen Zwei Kolumnistin Kia Vahland hat in und über Venedig geforscht und ein Gemälde aus der Renaissance von dem Venezianer Sebastiano del Piombo mitgebracht. Es heißt "Der Tod des Adonis" und hängt in Florenz in den Uffizien.

Bild: Radio Bremen

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Gemälde von Sebastiano del Piombo "Morte di Adone" (der Tod des Adonis) von 1512
Das Gemälde "Tod des Adonis" von Sebastiano del Piombo aus dem Jahr 1512. Zu sehen ist es in den Uffizien/Florenz. Bild: Radio Bremen

Venedigs Lagune ist bedroht, nicht nur das Salzwasser, dass die historische Bausubstanz angreift, sondern auch der Massentourismus trägt dazu bei. Die Faszination der Stadt liegt auch darin, dass man noch überall den Stolz und Kunstsinn der Venezianer aus der Zeit der Republik spüren kann. Die Stadt schmiegt sich in die Lagune, Kunst und Natur harmonierten hier noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Das Licht, die Farben, die Steine, alles passt zueinander. Und dieses Gesamtkunstwerk wurde nicht von Päpsten und Königen geschaffen, sondern von den Angehörigen einer freien Händlerrepublik. Venedig war immer eigensinnig, kosmopolitisch und vergleichsweise tolerant.

Ein besonderes Gemälde über Venedig stammt von Sebastiano del Piombo, der "Tod des Adonis". Er malte es nach seinem Umzug von Venedig nach Rom im frühen 16. Jahrhundert. In der Zeit malten die Venezianer am liebsten weitläufige bukolische Landschaften, also gerade nicht ihre enge und dunkle Stadt. Auch Sebastiano zeigt eine Waldlichtung. Doch sie liegt auf einer Insel gegenüber des Dogenpalastes, der neben dem Markusplatz im Hintergrund aufscheint. Sebastiano vereint Kultur und Natur auf diesem Bild. Auf der Lichtung liegt der junge, tote und sehr schöne Adonis. Ein Eber hat ihn beim Jagen getötet. Seine Geliebte, die Göttin Venus, trauert um ihn. Beistand leisten ihr ihr Söhnchen Amor, drei weitere, auch fast nackte Frauen und Gott Pan, der Flöte spielt. Die Stimmung ist melancholisch. Wie immer in Arkadien, der poetischen Gegenwelt, gibt es die Schönheit nicht ohne den Tod. Das passt auch zum heutigen Venedig: Der Verfall und die Schönheit sind beide präsent. Zu hoffen ist, dass die Schönheit siegt und die Stadt überleben wird.

Autor/Autorin

  • Kia Vahland

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Gesprächszeit mit Christian Erber

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