Was macht die Kunst? Mönch am Meer von Caspar David Friedrich

Gemälde: Caspar David Friedrich, "Der Mönch am Meer" (Wanderer am Gestade des Meeres), um 1808/10. Öl auf Leinwand
Caspar David Friedrich, "Der Mönch am Meer" (Wanderer am Gestade des Meeres), um 1808/10. Öl auf Leinwand

Was macht die Kunst? Mönch am Meer von Caspar David Friedrich

Es wird warm, viel zu warm für den April, und dann wieder kalt. Die Temperaturen wechseln, ans Meer fahren kann man trotzdem immer. Dort hielt sich auch der Maler Caspar David Friedrich auf und malte sein revolutionäres Bild "Mönch am Meer". Die Kunsthistorikerin, Sachbuchautorin und Bremen Zwei-Kolumnistin Kia Vahland erklärt die Bedeutung.

Bild: dpa | Britta Pedersen

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Gemälde: Caspar David Friedrich, "Der Mönch am Meer" (Wanderer am Gestade des Meeres), um 1808/10. Öl auf Leinwand
"Der Mönch am Meer" ist eines von Caspar David Friedrichs berühmtesten Gemälden. Zu sehen ist es in der Alten Nationalgalerie in Berlin. Bild: dpa | Britta Pedersen

Caspar David Friedrich wuchs in Greifswald auf, war viel auf Rügen und hat immer wieder die Küste gemalt. Man entschleunigt vor seinen Gemälden, steht ganz im Hier und Jetzt. Das Meer zu malen, war tatsächlich ungewöhnlich im 19. Jahrhundert. Wasser und Himmel haben ja erstmal nichts Heroisches, das könnte geradezu langweilig sein. Caspar David Friedrich aber ist ein Farbmaler, er findet Nuancen auf dem Meer, ein Schimmern, ein Strahlen, fließende Übergänge. Malen ist ihm ein Gottesdienst, er war Protestant. Ihm geht es um die Unendlichkeit der Schöpfung, die in der Natur und beim Anblick des Meeres spürbar ist.

Caspar David Friedrich wagt Leere. Das muss man aushalten können. Ein kleiner Mönch steht am Strand, über ihm weitet sich der Himmel, vor ihm liegt das dunkelblaue Meer. Nur ein paar winzige Möwen vermitteln zwischen oben und unten. Seit der wunderbaren Restaurierung des Gemäldes wissen wir, er malte keinen grau verregneten Tag, sondern einen in verschiedenen Blautönen changierenden, strahlenden Himmel. Das war schon zu seinen Lebzeiten revolutionär. Der Literat Heinrich von Kleist sprach davon, er fühle sich vor dem Gemälde, als würden ihm die Augenlider abgeschnitten. Friedrich selbst sagte, die Spuren des Menschen im Sand verwehen, das Bild zeige: "Eitler Dünkel" sei töricht.

Heute denkt man beim Meer eher an den Klimawandel, an die Erwärmung der Ozeane, an drohende Stürme und Fluten. Wir erleben gerade, dass wir die Natur eben nicht drangsalieren und erst recht nicht kontrollieren können.

Gerade erschienen ist Kia Vahlands Buch "Caspar David Friedrich und der weite Horizont" in der Inselbücherei.

Autor/Autorin

  • Kia Vahland

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