In der Ausstellung "Focke goes digital": Museumsbesuch vom Sofa aus

Autorin

Laptop mit Website des Focke-Museums
Bild: Focke-Museum, Martin Luther

"Focke goes digital" – unter diesem Motto ist das Schaumagazin des Bremer Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte nun kostenlos online zugänglich. Fast 1.800 Exponate sind bereits digital aufbereitet und können jederzeit von überall aus erkundet werden.

Wohl kaum ein Museum hat genug Platz, um alle seine Exponate zu zeigen. Viele Schätze lagern deshalb in Depots. Das Focke-Museum lässt sein Publikum bereits seit 20 Jahren in sein Lager schauen. Darin befinden sich rund 8.000 Alltagsgegenstände aus der Bremer Geschichte: Spielzeug, Werkzeug, Porzellan, Bilder, Medaillen, Möbel, Haushaltswaren oder Dekorationsartikel aus mehreren Jahrhunderten.

Der aufgeklappte Koffer zeigt den Elektrisierapparat "Angu-Lux". Erstellt 1926. Das Gerät erzeugt hochfrequente Ströme zur Heilung von Krankheiten. Der Reizstrom stimuliert die Funktion bestimmter Nerven, die den betreffenden Muskel zu Kontraktionen anregen.
Mit dem Elektrisierapparat "Angu-Lux" wurde Reizstrom erzeugt, um Mukelkontraktionen auszulösen. Bild: Focke Museum

Digitale Schatzkammer für alle offen

Das Focke-Museum fungiert wie das historische Gedächnis der Stadt und will die Geschichte Bremens möglichst vielen Menschen vermitteln. Das Schaumagazin wiederum ist eine Schatzkammer für die Bremer Alltagskultur. Mit dem digitalen Schaumagazin ist dazu ein weiterer, wichtiger Schritt getan: Das Online-Angebot ist über die Lernplattform "itslearning" für Schulen nutzbar und darüber hinaus grundsätzlich offen für alle.

Ein Bremischer Sextant für Linkshänder - erstellt um 1750-1820
Ein Bremischer Sextant für Linkshänder, erstellt zwischen 1750 - 1820 Bild: Focke Museum

Zu jedem Objekt gibt ein, manchmal mehrere Fotos, dazu einen Begleittext sowie wichtige Rahmendaten über Form, Größe und das Material. Über die Stichwortsuche können Objekte gezielt gefiltert und recherchiert werden. Die User können sich aber auch virtuell treiben lassen, fast wie im realen Museum. Selbst eine eigene virtuelle Sammlung lässt sich mit dem Material zusammenstellen.

Wie ist das Projekt entstanden?

Ein Olbers
Ein Olbers'scher Kometensucher, erstellt zwischen 1800-1830 Bild: Focke Museum

Das digitale Schaumagazin war eine typische Corona-Idee. Mitten im Lockdown hatte die Direktorin Anna Greve ihr neues Amt angetreten. Damals wusste niemand, wann und ob die Museen wieder öffnen können. Hinzu kam, dass digitale Angebote heutzutage für Museen einfach dazu gehören. Zudem wird das Focke-Museum im Herbst nochmals geschlossen, damit der lange geplante Umbau starten kann. Umso wichtiger ist daher das neue virtuelle Angebot. Die Arbeiten dazu begannen im April 2021, finanziert wurde es aus Bundesmitteln und vom Bremer Kulturressort. Dazu mussten zwei Datenbanken verknüpft und eine ganz neue Oberfläche entwickelt werden, berichtet Anna Greve.

Wie geht es mit der Digitalisierung weiter?

Die Datenbank wird kontinuierlich weiter gefüttert. Ziel ist es, die gesamte Sammlung online zu zeigen. Auch die Dauerausstellung im Haupthaus wurde inzwischen digitalisiert, damit das Museum auch in einem virtuellen 360-Grad-Rundgang erfahrbar wird, wenn das Focke-Museum im November 2023 für seinen großen Umbau schließen muss. Bis das Museum 2026 wieder öffnet, wird auch die Dauerausstellung einer "Frischekur" unterzogen: Die neue Schau wird größer und komplett neugestaltet, so die Direktorin. Natürlich werden die Borgward-Autos weiter dabei sein, dazu kommt ein alter Weserkahn aus dem Lager des deutschen Schifffahrtmuseums. Zudem erweitert sich die Dauerausstellung bis in die Gegenwart. Derzeit endet die Bremer Geschichte im Focke-Museum noch in den Achtziger Jahren beim Werftensterben. Während des Umbaus wird außerdem fleißig weiter digitalisiert, damit das digitale Schaumagazin weiterwächst. Es lohnt sich also, immer wieder vorbeizuschauen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 10. März 2023, 16:18 Uhr

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