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Der Tag mit Kristin Hunfeld

Im Porträt "Ich bin Transfrau, Frau und Mensch"

Autor

Anastasia Biefang
Anastasia Biefang ist Kommandeurin bei Bundeswehr. Bild: Radio Bremen | Marius Zekri

Dass sie trans ist und als Frau leben möchte, wusste Anastasia Biefang schon lange. Doch es dauerte rund 20 Jahre, bis sie den Schritt in die Öffentlichkeit tat und ihr Coming-Out hatte. Seitdem kämpft sie für die Rechte von Transmenschen und engagiert sich in der LGBTQI-Community. Und sie arbeitet weiter in ihrem Beruf als Offizierin der Bundeswehr.

Anastasia Biefang
Anastasia Biefang

Gesprächszeit "Ich bin Transfrau, Frau und Mensch" – Anastasia Biefang

Anastasia Biefang kämpft für die Rechte von Transmenschen und engagiert sich in der LGBTQI-Community. Auch in ihrem Beruf: als Offizierin der Bundeswehr.

Bild: Radio Bremen | Marius Zekri

 

Im Jahr 2015 ging Oberstleutnant Biefang zu ihrem Vorgesetzten, um ihm zu sagen: "Ich bin transsexuell und fühle mich als Frau". Woraufhin Biefangs Chef sagte: "Wir schaffen das – gemeinsam." Für diese Reaktion und seine Unterstützung ist sie ihm bis heute dankbar. Für Biefang war es der Beginn einer langen Transition. Auch ihre Kollegen bei der Bundeswehr seien sehr positiv mit ihrem Coming-Out umgegangen, erzählt sie. "Ich persönlich hätte gar kein Problem damit, wenn mein Dienstgrad hinten auch noch das Kürzel "in" hätte, also Frau Oberstleutnantin."

Ich muss mir sehr viel anhören, dass das alles nicht einhergeht mit dem, was ich als Staatsdienerin und Soldatin verkörpern sollte.

Anastasia Biefang über Hassnachrichten

Dass ihre Transition ihrer Karriere nicht geschadet hat, freut Anastasia Biefang. Doch ob sie ihren beruflichen Weg in dieser Form hätte gehen können, wenn sie sich schon vor 20 Jahren geoutet hätte, daran hat sie Zweifel. Auch darum engagiert sie sich im Verein "QueerBW", dessen stellvertretende Vorsitzende sie ist. Hier finden queere Soldatinnen und Soldaten, aber auch zivile Beschäftigte der Bundeswehr, Rat und Hilfe. Außerdem steht der Verein im Austausch mit dem Verteidigungsministerium bei Fragen zum Umgang mit geschlechtlicher Identität. Dass sie auch im Jahr 2022 immer noch Anfragen bekommt, ob man auch in der Armee dienen kann, wenn man schwul, lesbisch oder trans ist, hält Biefang für einen Anachronismus: "Ich muss mir sehr viel anhören, dass das alles nicht einhergeht mit dem, was ich als Staatsdienerin und Soldatin verkörpern sollte."

Ich war jahrelang feige, einfach zu mir zu stehen.

Anastasia Biefang über die Zeit, als sie ihre Transidentität noch verdrängt hat

MIt ihrer eigenen Geschichte und ihrem Leben als Transfrau geht Anastasia Biefang sehr offen um. Im Dokumentarfilm "Ich bin Anastasia" begleiten sie die Filmemacher durch weite Teile ihrer Transition. Die Kamera ist dabei, wenn sie sich rasiert, wenn ihre Frau und ihr Mitbewohner anlässlich von Biefangs geschlechtsangleichender Operation eine "Schwanz ab"-Party für sie veranstalten. "Ich wollte eine Geschichte erzählen, die auch das Positive zeigt, und das kann man nur mit Offenheit machen". Vor ihrem Coming-Out war das anders, erzählt Biefang, sie habe ihre Transidentität lange Zeit sehr erfolgreich verdrängt: "Ich war jahrelang feige, einfach zu mir zu stehen. Ich konnte es nicht."

Ihre größte Stärke: Offenheit  

Seit ihrem Coming-Out hat sich das geändert. Ihre offene Art bringt Anastasia Biefang immer wieder Kritik und Anfeindungen ein. Zuletzt musste sie auch einen Verweis der Bundeswehr wegen ihres privaten Tinder-Profils akzeptieren. Sie vermutet, dass jemand der Bundeswehr einen Screenshot zugespielt hat und ihr damit schaden wollte. Als Aktivistin zeigt sie aber weiterhin Gesicht und kämpft für gesellschaftliche Vielfalt, dafür, dass jeder Mensch als gleichwertig angesehen wird. Ihr ist es wichtig, sagt Anastasia Biefang, ein Klima der Wertschätzung zu gestalten. Niemand solle sich aus Angst verstecken müssen. "Es geht darum, dass sich viel mehr Menschen sichtbar trauen können, zu zeigen, wer und wie sie sind."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 3. Juni 2022, 18:05 Uhr