Die Morgenandacht Was geschieht beim Pfingstbaum setzen?

Birgit Hosselmann

Die Morgenandacht Was geschieht beim Pfingstbaum setzen?

Das Setzen des Pfingstbaums ähnelt für Pastoralreferentin Birgit Hosselmann dem Pfingst-Ereignis, das die Freunde Jesu erleben.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Das Setzen des Pfingstbaums ähnelt für Pastoralreferentin Birgit Hosselmann dem Pfingst-Ereignis, das die Freunde Jesu erleben.

Seit einigen Jahren lebe ich auf dem Land. Hier wird die Tradition des Pfingstbaum-Setzens gehegt und gepflegt. Was passiert da? Verschiedenes: Zum einen ziehen junge Männer in der Dämmerung mit ihrem Handwerkszeug in die Wälder, um junge Birken zu schlagen. Diese Birkenzweige oder Stämme stellen sie dann vor das Fenster ihrer Liebsten, ihres Herzensmenschen. Dabei haben sie alle viel Spaß, keine Frage. Es soll aber auch alles etwas geheimnisvoll bleiben. Welcher Junge stellt welchem Mädchen etwas vor das Fenster?
Zum anderen treffen sich auch die verschiedenen Nachbarschaften, um einen Pfingstbaum an einem für alle zentralen, an einem für alle geeignetem Ort aufzustellen. In unserer Nachbarschaft ist das auch Tradition.

Wir Frauen treffen uns am frühen Abend, um bunte Schleifen zu binden, die später den Pfingstbaum schmücken sollen. Die Männer machen sich etwa zur gleichen Zeit auf zum nächsten Wald, um nach einem geeigneten Baum zu schauen. Wenn dieser gefunden ist, bringen sie ihn zu unserem Pfingstbaumort. Und hier gibt es schon ein erstes Hallo, ein erstes Winken und Freuen. Sobald der Baum „abgenommen“, für schön und geeignet befunden wurde, wird er erst geschmückt und dann aufgestellt. Und dazu sind alle da, die ganze Nachbarschaft! Wer nicht mit anfassen kann, gibt Kommando, wie es aussehen sollte. Dabei helfen alle Generationen, alle sind da, Jung und Alt vereint! Dann wird der Baum begossen. Das gehört dazu. Dann wird gemeinsam gegessen und getrunken, man bleibt zusammen, bis man müde ist, es einfach zu frisch draußen ist. Das alles ist schön – eine gute Tradition.

Für mich ist das nach wie vor auch ein Ereignis: Denn jetzt – nach dem langen Warten auf den Frühling, auf Sonne und Wärme – kommen alle aus ihren Häusern heraus, man sieht endlich mal alle wieder – man kann gemeinsam die Zeit verbringen. Ich mag das, darauf freue ich mich. Ab diesem Zeitpunkt ist das Leben anders, es spielt sich vielmehr draußen ab. Da ist Gemeinschaft, daran haben alle Freude! Man erfährt etwas Neues, man erfährt, wie es den anderen geht, was in diesem Jahr noch so ansteht. Man hört vom Leben!

Das mag auch eine Perspektive von Pfingsten sein, denn auch an Pfingsten verlassen Jesu Jünger ihre Herberge. Sie laufen quasi aus dem Haus heraus, um mit anderen ins Gespräch zu kommen – sie erleben einen neuen Spirit, gehen aus sich heraus, erzählen von dem, was ihnen wichtig ist! Sie suchen – sie wollen Gemeinschaft! Vielleicht haben Sie an diesem Wochenende auch Gelegenheit, rauszugehen, Gemeinschaft zu erleben. Ich wünsche es Ihnen! Haben Sie eine gute Zeit!

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  • Birgit Hosselmann

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