Die Morgenandacht Kompass

Ines Bauschke
Ines Bauschke

Die Morgenandacht Kompass

Gute Versprechen und Falschmitteilungen über das Internet sind schwierig zu unterscheiden. Auch Pastorin Ines Bauschke findet das nicht einfach. Allerdings hat sie einen inneren Kompass, der hilfreich ist.

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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Gute Versprechen und Falschmitteilungen über das Internet sind schwierig zu unterscheiden. Auch Pastorin Ines Bauschke findet das nicht einfach. Allerdings hat sie einen inneren Kompass, der hilfreich ist.

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Die Videotitel im You-tube-Kanal schreien mich an! Was soll ich nicht alles tun – oder lassen! Dramatische Appelle, als brüllte jemand mit sich überschlagender Stimme auf mich ein. Leise geht es heute offenbar nicht mehr, wenn man gehört werden will. All diese heißen Tipps für den Garten, die Finanzen, die Gesundheit, die Ernährung, und dann sind da noch die Welterklärer. Wenn ich tatsächlich so ein Video anklicke und mich erst einmal durch die Werbung gequält habe, bin ich oft enttäuscht. So neu ist dieser angeblich gute Ratschlag nun auch wieder nicht. Vieles ist nicht so hilfreich, wie es angepriesen wird. Und ob das auch alles stimmt, was die mir da erzählen? Ich möchte mir vom Internet nicht mehr so viel Zeit rauben lassen. Und doch sprechen manche dieser Videos eine Sehnsucht in mir an. Ich brauche tatsächlich manchmal Rat, möchte etwas wissen. Will mich aber auch nicht in die Irre führen oder für dumm verkaufen lassen.

Insgesamt halte ich mich für medienkompetent, kann unterscheiden, was sinnvoll ist oder überflüssig. Der Grund dafür: Ich habe mit der Zeit eine Art inneren Kompass entwickelt, der mir bei der Orientierung hilft – kritisch, wenn ich mit Unsinn konfrontiert werde und erfreut, wenn ich einmal etwas wirklich Hilfreiches erfahre. Dieser innere Kompass hat sich über die Jahrzehnte herausgebildet. Er ist die Summe an Lebenserfahrungen. Um zu wissen, was gut für mich ist und was nicht, dafür habe ich gute und schlechte Erfahrungen machen müssen. Viele Erkenntnisse habe ich nicht aus mir selbst heraus gewonnen, die musste ich mir sagen lassen: von Vorbildern, Lehrerinnen, Eltern, Freundinnen, und manchen mehr. Viele Menschen waren wichtig für diesen inneren Prozess. Ich bin ihnen dankbar dafür. Für meinen inneren Kompass habe ich nämlich einen äußeren Kompass benötigt: Stimmen von außen, die mich bestärkt oder kritisiert und geprägt haben.

Zu diesem äußeren Kompass gehört für mich auch meine Religion. Sie bietet mir Orientierung. Das ist für mich gemeint, wenn Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dieser Satz lässt die Kompassnadel auf den Menschen zeigen, der Jesus war. Und der so gelebt hat, dass sein Leben Orientierung bietet.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" wird oft von Fundamentalisten als Ausschlussgrund für Gut und Böse genannt. Hier die frommen Christen, da die verlorenen Anderen. Aber so einfach ist das nicht. Der Mensch Jesus im Zentrum der christlichen Religion – er ist für mich ein wichtiger äußerer Kompass, der stärkt meinen inneren Kompass. Und hilft mir, nicht jeden Unsinn zu glauben.

Autor/Autorin

  • Ines Bauschke

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