Die Morgenandacht Wie Gott mit Humor zu Jona spricht

Ingo Wilberding
Ingo Wilberding

Die Morgenandacht Wie Gott mit Humor zu Jona spricht

Heute spricht Ingo Wilberding über den Propheten Jona, dem es schwerfällt, Bote zu sein für Gottes grenzenlose Liebe zu den Menschen.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Heute spricht Ingo Wilberding über den Propheten Jona, dem es schwerfällt, Bote zu sein für Gottes grenzenlose Liebe zu den Menschen.

In der Bibel gehört das Buch Jona zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Vielleicht kennen Sie ihn, den Propheten im Walfisch. Doch für mich steckt noch viel mehr in der Erzählung – nicht nur über Jona, sondern auch über mich selbst. Jona hatte einen klaren Auftrag von Gott bekommen: Er sollte von Israel aus nach Osten auf dem Landweg in die große Stadt Ninive reisen und dort den Menschen predigen, dass ihre Stadt wegen ihrer Bosheit in 40 Tagen untergehen wird. Jona machte sich auf – doch nicht nach Osten, sondern nach Westen. Exakt das Gegenteil von dem, was er tun sollte. Aber warum? Am weiten und mühsamen Weg kann es nicht gelegen haben. Der Weg, den er nun einschlug, war nicht bequemer, im Gegenteil: Er führte über das gefährliche Meer.

Hatte Jona Angst, die Bewohner von Ninive mit einer bedrohlichen Wahrheit zu konfrontieren?

Und dachte er, es ihnen und sich selbst ersparen zu können, in dem er die Augen davor verschließt und einfach nicht darüber redet? Oder hatte er so schwerwiegende Bedenken gegen diese Mission, dass er sogar sein eigenes Leben riskiert hätte, nur um diesen Auftrag nicht ausführen zu müssen?

Als Gott am Ende der Geschichte die Stadt Ninive tatsächlich verschonte, behauptete Jona, er habe das schon geahnt und den Auftrag deshalb von Anfang an nicht ausführen wollen.

Mit Hartnäckigkeit und Humor spricht Gott immer wieder zum widerwilligen Jona, dem es schwerfällt, seine inneren Grenzen und Widerstände zu überwinden und ein Bote zu sein für Gottes grenzenlose und leidenschaftliche Liebe zu allen Menschen.

Gott spricht zu Jona durch den Sturm, er benutzt heidnische Seeleute, den dunklen Bauch eines Fisches und die Erfahrung des völligen Scheiterns – und im späteren Verlauf des Buches sogar einen Rizinusstrauch und einen Wurm, um seine Botschaft zu vermitteln und das Herz des Jona zu weiten.

So lädt uns das Buch über Jona bis auf den heutigen Tag dazu ein, wachsam zu sein für das Reden Gottes in unserem Leben und für die unzähligen Momente und Situationen, in denen er unser Herz weiten und berühren möchte.

Wie bei Jona spricht Gott auch zu uns – durch die leise Herzensstimme,

durch andere Menschen, durch Lebensstürme und manchmal auch durch die dunkle Nacht der Seele. Er spricht auch heute in Situationen hinein, in denen wir auf der Flucht sind vor ihm und vor uns selbst. Er spricht zu uns, wenn wir uns an vermeintlichen Sicherheiten festhalten wollen und den Aufbruch scheuen. Immer wieder ruft er uns, wirbt um uns, will uns frei machen.

In allem, was geschieht, ruft Gott uns wie Jona zurück zu unserer Bestimmung: Dass wir immer mehr zu weitherzigen und liebenden Menschen werden, die etwas von Gottes großer Menschenfreundlichkeit widerspiegeln in allem, was wir reden und tun.


Autor/Autorin

  • Ingo Wilberding

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