Die Morgenandacht Hilfe gegen den November-Blues

Alexander Rolfes
Alexander Rolfes

Die Morgenandacht Hilfe gegen den November-Blues

Die Bibel erinnert die Menschen immer wieder an ihre Zukunft nach dem Tod, erklärt Alexander Rolfes. Bis dahin gelte es, die Zeit zu gestalten.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Im ersten Testament der Bibel findet sich das Buch Kohelet. Auf den ersten Blick ist es ein trauriges Buch und mag vielleicht deshalb in den häufig als so traurig und dunkel empfundenen November passen. "Windhauch, Windhauch, alles ist Windhauch", schreibt Kohelet oft. Eine berühmte Lesart lautet: Das Leben besteht bloß aus Wiederholungen. Bestimmte Erfahrungen sind immer auch an bestimmte Zeiten gebunden.

Anders ausgedrückt: Spaß, Trauer, Freud und Leid werden von der Zeit diktiert und der Mensch reagiert nur darauf. Wir alle kriegen das, was die Zeit oder das Schicksal für uns geplant hat. Und ja, es mag Zeiten geben, da fühlt sich das genauso an. Unser Alltag macht uns viele Vorgaben, über das Jahr verteilen sich die Feiertage und diktieren uns das jeweils angebrachte Gefühl. Ich schlage eine andere Lesart vor: Kohelet will keinen Pessimismus kultivieren, sondern uns Mut machen! Die Zeit, und so verstehe ich sein Windhauch-Motiv, die wartet nicht auf dich. Aber du, Mensch, hast es selbst in der Hand, wie du deine Zeit gestaltest. Auch wenn das nicht immer klappt, Niederlagen und Rückzüge zum Leben dazugehören: Steh' wieder auf, bleib der Gestalter deines Lebens, die Zeit regelt das nicht für dich.

Es ist November geworden. Von vielen Menschen habe ich gehört: "Durch diese Zeit müssen wir einfach durch". Ja, mag sein: Grau und dunkel sind manchmal die Tage von morgens bis abends. Aber geben wir uns damit nicht zufrieden. Häufig führt uns der Weg im November auf den Friedhof. Lichter werden entzündet und an die Gräber unserer Angehörigen gestellt. Nicht umsonst gilt der November auch als Totenmonat: Wann, wenn nicht in diesem Monat, wird uns deutlich vor Augen geführt, dass alles, auch unser Leben auf ein Ende zusteuert? Und eine der vielen Botschaften vom "Gevatter Tod" lautet: Deine Zeit, Mensch, ist endlich. Auch in den anderen Büchern und Berichten der Bibel werden Menschen immer wieder auf ihre Lebenszeit und auf den Tod hingewiesen, vor dem wir nicht weglaufen können.

Aber, und das ist die wichtige Nachricht, die biblischen Texte bleiben nicht bei dieser Botschaft stehen. Menschen werden auch immer wieder auf ihre Zukunft nach dem Tod hingewiesen. Biblisch heißt es dann: "Seine Zeit war erfüllt." Das bedeutet, dass wir auf ein Ziel zusteuern. Ich finde, das ist doch ein bisschen mehr als: Alles hört einfach auf zu existieren, oder? Auf dieses irdische Ende soll der Mensch nicht einfach bloß warten und nichts tun, davor warnt Kohelet eindrücklich. Nein, er soll die Zeit nutzen und ein Gefühl dafür bekommen, was die Zeit mit ihm vorhat. Das Kirchenjahr geht in diesen Tagen zu Ende, und ein neues fängt mit dem Advent gleich wieder an. "Die Stunde kommt und sie ist jetzt schon da", heißt es beim Evangelisten Johannes. Hier ist von einer Kraft die Rede, aufzustehen vom Schlaf, sich wieder neu zu fokussieren. Dieser Perspektive zu folgen ist für mich das beste Mittel gegen aufkommenden November-Blues.

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Gesprächszeit mit Hilke Theessen