Auf der Bühne "Welcome to Paradise Lost": aufwühlendes Stück über den Klimawandel

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Fünf Schauspielerinnen performen stehend auf einer Theaterbühne
"Welcome to Paradise lost", es spielen von links: Katharina Shakina, Caroline Nagel, Veronique Coubard, Zainab Alsawah, Helen Wendt. Bild: Stephan Walzl | Stephan Walzl

Regisseur Gustav Rueb inszeniert "Welcome to Paradise Lost" von Falk Richter im Staatstheater Oldenburg – und rückt den Klimawandel und unsere verheerende Untätigkeit in den Fokus.

Für sein Stück "Welcome to Paradise Lost" hat sich der Autor und Regisseur Falk Richter vom persischen Dichter Fariduddin Attar inspirieren lassen. Dessen Versepos "Die Konferenz der Vögel" stammt aus dem 12. Jahrhundert. Er erzählt davon, wie die Vögel aufbrechen wollen, um ihren König zu besuchen. Er ist die starke Hand, die ihnen sagen soll, wie sie ihre Welt retten können. Doch wie in der persischen Vorlage, erfinden die Vögel in Falk Richters Version immer neue Ausreden, um sich nicht auf den Weg zu machen. Genau darin liegt die Aktualität des Stückes: Es geht darum, dass viele nicht selbst aktiv werden und versuchen zu verhindern, was durch den Klimawandel mit unserer Erde passiert.

Vier Schauspielerinnen betrachten  eine Frau, die rechts am Boden liegt
Im Stück finden die Vögel immer neue Ausreden, nicht selbst aktiv zu werden. Bild: Stephan Walzl | Stephan Walzl

Ein wichtiges Stück, das Beachtung verdient

Vier Schauspielerinnen stehen eng hintereinander und wedeln mit den Armen
Szene aus "Welcome to Paradise lost". Bild: Stephan Walzl | Stephan Walzl

"Welcome to Paradise Lost" wurde bereits im Sommer 2021 im Staatstheater Kassel uraufgeführt, ging jedoch im Pandemie-Geschehen etwas unter. Angesichts der Schwere und Dramatik ist es höchste Zeit, dass das Stück mehr Beachtung bekommt. Das Staatstheater Oldenburg hat die Fassung der Kassler Uraufführung übernommen – das Bühnenbild und die Kostüme sind gleich. Das Werk wurde aber neu erarbeitet. Fünf Schauspielerinnen aus dem Ensemble beschäftigen sich mit der persischen Textvorlage und dem Text von Falk Richter und tragen diesen vor. Es ist kein Handlungstheater, sondern eher ein Handlungsbedarf-Theater.

Lohnt sich der Besuch?

Das Oldenburger Staatstheater zeigt eine 90-minütige Inszenierung mit intelligentem Text, die spannend zu verfolgen ist und die zur aktiven Auseinandersetzung einlädt. Die Kostüme und das Bühnenbild haben in Farbe und Gestalt eine gelungene, ergänzende und den Inhalt unterstützende Form. Während des Stückes gibt es diesen tollen Moment, in dem die Schauspielenden die Form der Inszenierung hinterfragen und die Bühne verlassen, um draußen nachzuschauen, ob die Welt noch steht. Am Ende war das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen. Die wenigen, die vorzeitig aufgegeben haben, haben etwas verpasst. Die, die noch nicht da waren, sollten die Chance nutzen. Ein Besuch lohnt sich!

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Sonntagmorgen, 26. Februar 2023, 08:38 Uhr

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Der Vormittag mit Martin Busch