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Die Nacht

Was wir lesen Geschichten vom Wasser – 5 Bücher zum Abtauchen

Autorin

5 Buchcover auf blauem Hintergrund
Fünf Geschichten über das Wasser: als Bilderbuch, Roman oder Sachbuch. Bild: Radio Bremen | Collage Sabina Weinrich

Wasser ist Lebenselixier und Grundlage von Zivilisationen. Wasser ist gefährlich oder heilsam. Und Wasser ist ein Weg in die Welt. Fünf Lesetipps, in denen Wasser die Hauptrolle spielt.

Ein Abenteurer, der von Ulm nach Australien paddelt. Ein Kind, das durch das Wasser seine Sprache findet. Ein Junge, der flussaufwärts zieht, um seine Mutter zu suchen. Außerdem: Wie Flüsse seit der Antike Zivilisationen bestimmen und wie eine Schwimmerin eins mit dem Wasser wird.

1 Tobias Friedrich, "Der Flussregenpfeifer": ein Abenteuerroman, nach einer wahren Geschichte

Buchcover Tobias Friedrich, "Der Flussregenpfeifer"
Tobias Friedrich, "Der Flussregenpfeifer", Bertelsmann, 512 Seiten, 24 Euro. Bild: Bertelsmann | Collage Sabina Weinrich

Der Plan ist einfach, aber die Umsetzung scheint schier unmöglich. Der gebürtige Hamburger Oskar Speck lässt im Mai 1932 in Ulm sein Faltboot, die "Sonnenschein", zu Wasser. Damit will er bis nach Zypern paddeln, um dort in einer Kupfermine zu arbeiten. Er braucht das Geld, um Schulden abzubezahlen. Doch es kommt anders als erwartet, Nationalsozialisten wollen Speck vereinnahmen, ihn zum deutschen Helden machen. Und so paddelt Speck weiter, er begegnet auf seiner langen Reise Adligen und Einheimischen, er erkrankt an Malaria, er wird bedroht und gerettet, bis seine Reise nach sieben Jahren und 50.000 Kilometer später in Australien endet.

Warum sich das Lesen lohnt

Tobias Friedrich recherchierte für seinen Debütroman in Australien, verbrachte Zeit in Specks Haus und erhielt Einblick in Tagebücher, Briefe und andere Dokumente. Sein Roman verbindet Wahrheit geschickt mit Fiktion. Ein besonderer Abenteuerroman, frei erzählt nach einer wahren Geschichte.

2 Bonnie Tsui, "Warum wir schwimmen": ein unterhaltsames Sachbuch, auch für Nichtschwimmer

Buchcover Bonnie Tsui, "Warum wir schwimmen"
Bonnie Tsui, "Warum wir schwimmen", Übersetzung Susanne Dahmann, Harper Collins, 320 Seiten, 22 Euro. Bild: Harper Collins | Collage Sabina Weinrich

Wir schwimmen, um zu überleben. Aber eben nicht nur, schreibt die Journalistin Bonnie Tsui. In ihrem Buch geht sie der Frage nach, warum wir Landwesen uns freiwillig in Lebensgefahr bringen, breite Kanäle durchschwimmen, arktische Temperaturen aushalten. Wir schwimmen, um zu überleben, aber auch, um unser Wohlbefinden zu steigern. Das gemeinsame Schwimmen verbindet, gleichzeitig treten wir bei Wettkämpfen in Konkurrenz zueinander. "Indem man seinen Rhythmus im Wasser findet, entdeckt man eine neue Daseinsform in der Welt, man ist im Fluss", schreibt Tsui, die selbst begeisterte Schwimmerin ist.

Warum sich das Lesen lohnt

Das Sachbuch der New Yorkerin enthält persönliche Anekdoten (ihre Eltern lernten sich in einem Schwimmbad kennen), inspirierende Portraits von Schwimmerinnen und Schwimmern, aber auch überraschende Forschungsergebnisse, die mit dem Schwimmen zu tun haben. Ein feines, gut geschriebenes Sachbuch, das nicht nur passionierte Schwimmerinnen und Schwimmer begeisterten sollte.  

3 Laurence C.Smith, "Weltgeschichte der Flüsse": wie die Flüsse Zivilisationen prägen

Buchcover Laurence C. Smith "Weltgeschichte der Flüsse"
Laurence C. Smith, "Weltgeschichte der Flüsse", Siedler Verlag, 448 Seiten, 26 Euro. Bild: Siedler Verlag | Collage Sabina Weinrich

Bevor es Wege und Straßen gab, verbanden Wasserwege Dörfer und Städte. Ganze Zivilisationen entstanden an großen Flüssen, die als Nahrungsquelle und Abwassersystem zugleich dienten. Doch ein Leben am Fluss kann Segen und Fluch zugleich bedeuten. Denn wenn ein Fluss über die Ufer tritt oder unerwartet versiegt, kann das auch das Ende einer Zivilisation bedeuten. Der Umwelt- und Geowissenschaftler Laurence Smith spannt in seiner Weltgeschichte der Flüsse einen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit. Er beschreibt, warum Flüsse eine kulturbildende Naturkraft sein können und was verloren geht, wenn wir unsere Flüsse nicht schützen.

Warum sich das Lesen lohnt

Laurence Smith schreibt detailreich und unterhaltsam. Seine Geschichte der Flüsse ist angereichert mit Anekdoten.

4 Lorena Salazar, "Der Fluss ist eine Wunde voller Fische": von Muttersein und Gewalt

Buchcover Lorena Salazar, "Der Fluss ist eine Wunde voller Fische"
Lorena Salazar, "Der Fluss ist eine Wunde voller Fische", Übersetzung Grit Weirauch, Blumenbar, 176 Seiten, 20 Euro. Bild: Blumenbar | Collage Sabina Weinrich

2002 im kolumbianischen Departamento del Chocó: Die weiße Ich-Erzählerin reist mit ihrem schwarzen Adoptivsohn auf dem Río Atrato, einem der gefährlichsten Flüsse der Welt, zur leiblichen Mutter. Denn die möchte ihren Sohn nach Jahren wiedersehen. Lorena Salazar verbindet in diesem letztlich erschütternden, aber trotzdem poetischen Roman souverän eine Geschichte über das Muttersein mit dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien. Der Roman mündet in das reale Massaker von Bojayá: Vor 20 Jahren geriet das Dorf zwischen die Fronten von Rebellen und Paramilitärs. 79 Menschen, darunter 45 Kinder, starben durch eine Bombe in der Dorfkirche.
Die Idee zum Roman ist seit 1999 gereift: Als Lorena Salazar sieben Jahre alt war, töteten Paramilitärs ihren Lieblingsonkel, einen Pfarrer. Seine Leiche wurde Tage später aus dem Fluss Atrato geborgen. 

Warum sich das Lesen lohnt

Der Autorin ist ein berührendes Debüt gelungen, in einer einfühlsamen, bilderreichen Sprache. Die überwältigende Natur Kolumbiens wird beim Lesen ebenso lebendig wie das Leid der Menschen. Vielschichtig und besonders lesenswert wird der Roman dadurch, dass die Fluss-Reise zugleich eine Reise in Vergangenheit der Adoptivmutter ist.

5 Jordan Scott, Sydney Smith, "Ich bin wie der Fluss": ein mitreißendes Bilderbuch über einen Jungen, der stottert

Buchcover Jordan Scott, Sydney Smith, "Ich bin wie der Fluss"
Jordan Scott, Sydney Smith, "Ich bin wie der Fluss", Thienemann, 44 Seiten, 18 Euro, empfohlen ab 5 Jahren. Bild: Thienemann | Collage Sabina Weinrich

"Ich wache auf am Morgen, mit dem Klang der Wörter um mich herum." Doch was passiert, wenn die Wörter nicht fließen wollen? Der kanadische Dichter Jordan Scott ist geprägt von seinem lebenslangen Kampf gegen das Stottern. Er kennt die Angst, die Verzweiflung, den Trotz des Jungen, der in diesem Buch endlich fließend kommunizieren möchte, und sucht sie in kurze Sätze zu fassen. Erst als sein Vater ihn mitnimmt zum Fluss, findet der Junge innere Ruhe, er lernt, sich zu akzeptieren. Er spürt, dass seine Sprache so ist wie der Fluss: wild und schön zugleich. Die poetische Sprache Scotts wird umrahmt von wundervollen Aquarellen, die mal weich zerfließen und dann wieder ausdrucksstark den kleinen Jungen zeigen, der ohne Angst ins Wasser steigt.

Warum sich das Lesen lohnt

Dichter Jordan Scott und Illustrator Sdyney Smith haben ein zauberhaftes, mitreißendes Bilderbuch geschaffen, voller Poesie, wunderbar übersetzt von Bernadette Ott. 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 30. April 2022, 9:20 Uhr