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Der Sonntagnachmittag mit Kristin Hunfeld

Was wir lesen (Nicht)Muttersein – 6 Bücher über Liebe, Wut und Muttermythen

Autorin

Teaser Listicle Mütter
Mutter sein ist vielschichtig. Wir stellen Ihnen sechs Bücher vor, die unterschiedliche Facetten thematisieren. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Mutterschaft ist ambivalent: Da sind Liebe und Überforderung, Schlafmangel und Glückseligkeit, Hoffnungen und Wünsche und: die Wirklichkeit. Die Erwartungen an Mütter von innen und außen sind immens. Nicht umsonst kennen wir Mutterinstinkt, Mutterliebe, mütterlicher Wärme und Fürsorge, aber haben von Vaterinstinkt und Vaterliebe eher selten gehört. Erfüllen Mütter die an sie gestellten Anforderungen nicht – klar, dann sind sie herzlose Rabenmütter. Immer mehr Autorinnen schreiben über dieses Dilemma.

1 Mareike Fallwickl, "Die Wut, die bleibt": wenn eine Mutter sich das Leben nimmt

Buchcover Die Wut die bleibt Mareike Fallwickl
Mareike Fallwickl: „Die Wut, die bleibt“, Rowohlt, 384 Seiten, 22 Euro. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Beim Abendessen steht Helene auf, geht auf den Balkon und stürzt sich ohne ein Wort aus dem 5. Stock in den Tod. Zurück bleiben im Schockzustand ihr Mann, die drei Kinder und Helenes beste Freundin Sarah. Sie und Helenes älteste Tochter Lola suchen verzweifelt nach Wegen, die entstandene Lücke zu schließen. Sie übernehmen Verantwortung, kümmern sich um die kleinen Geschwister, den Haushalt, den Alltag. Dabei wird ein Gefühl immer präsenter: Wut. "Die Wut, die bleibt" zeigt schonungslos, unter welchen Bedingungen Muttersein heute stattfindet, aber auch, was Solidarität ausmachen kann.

Warum sich das lesen lohnt

Dieser Roman tut weh, ist schonungslos und ehrlich, aber auch augenöffnend und sehr wichtig, um zu begreifen, was Mütter während der Pandemie durchmachen mussten.

2 Anna Hogeland, "Die Antwort": von Kinderwunsch, Fehlgeburt und künstlicher Befruchtung

Buchcover Die Antwort Anna Hogeland
Anna Hogeland: „Die Antwort“, aus dem Amerikanischen übersetzt von Britt Somann-Jung, Ullstein, 336 Seiten, 22,99 Euro (erscheint erst am 29.09.2022). Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Kinderkriegen besteht aus einem ganzen Strauß unterschiedlicher Realitäten: von pränataler Diagnostik und Schwangerschaftskomplikationen, über Kinderwunschbehandlung und künstliche Befruchtung bis hin zu Fehl- und Totgeburt kann alles dazugehören. Der Roman "Die Antwort" von Anna Hogeland spricht all diese unterschiedlichen Erfahrungen an und gibt Einblick in die vielschichtige Lebensrealität werdender Mütter. Und oft sind Schwangerschaft und Muttersein mit Ängsten und Schmerz verbunden. Besonders eng begleiten wir die Schwestern Anna und Margot, für die sich in ihrer Not ein neuer radikaler Zusammenhalt ergibt.

Warum sich das lesen lohnt

Der Roman liefert eine Zusammenfassung der vielen Arten, wie Frauen Schwangerschaften austragen und verlieren, zeigt, welche unmöglichen Entscheidungen sie dabei treffen müssen und welche Zwänge ihnen dabei auferlegt werden.

3 Mareice Kaiser, "Das Unwohlsein der modernen Mutter": von Mental Load und Empowerment

Buchcover Das Unwohlsein der modernen Mutter
Mareice Kaiser, „Das Unwohlsein der modernen Mutter“, Rowohlt, 256 Seiten, 16 Euro. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Eine gute Mutter sein, erfolgreich im Job, den Haushalt schmeißen und dabei auch noch gut aussehen – vorzeigbar sein. In "Das Unwohlsein der modernen Mutter" beschreibt die Autorin und Journalistin Mareice Kaiser, mit welchen Erwartungen Mütter heute konfrontiert sind und zeigt auf, dass das Mutterideal voller Widersprüche ist und vor allem: unerreichbar. Mareice Kaiser analysiert, woher die Rollenbilder in unserer Gesellschaft rühren und plädiert dafür, sich davon zu befreien. Dazu gehört Mut, aber vor allem auch eine Politik, die Mütter, Eltern und Kinder mehr unterstützt.

Warum sich das lesen lohnt

Keine Autorin schreibt so politisch, schön und ehrlich über kratzige Pullover, das Ausräumen der Spülmaschine und Kinderkacke.

4 Maren Wurster, "Eine beiläufige Entscheidung": Eine Frau verlässt ihr Kind

Buchcover Maren Wurster Eine beiläufige Entscheidung
Maren Wurster, „Eine beiläufige Entscheidung“, Hanser Berlin, 160 Seiten, 22 Euro. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Eine Mutter, die ihr Kind verlässt, begeht eines der schlimmsten Verbrechen, die unsere Gesellschaft kennt. In Maren Wursters Roman "Eine beiläufige Entscheidung" macht Lena genau das: Nach den ersten sehr, sehr anstrengenden Wochen mit ihrem Baby und einem Vater, der sich seiner Verantwortung komplett entzieht, läuft die junge Mutter weg. Gleichzeitig erzählt der Roman die Geschichte von Konrad, einem Jugendlichen, der ohne Mutter aufwächst. Im Internat quält ihn eine Wut, die er nicht einordnen kann und die sich sowohl gegen seine Mitmenschen als auch gegen ihn selbst richtet.

Warum sich das lesen lohnt

Maren Wurster schreibt plastisch und einfühlsam über die Abgründe unseres Menschseins. Trotz der Kürze des Romans taucht man ganz tief ein in die Emotionen und die Welt ihrer Figuren.

5 Nadine Pungs, "Nichtmuttersein": Glück ohne Kinder

Buchcover Nicht Mutter sein Nadine Pungs
Nadine Pungs, „Nichtmuttersein“, Piper, 240 Seiten, 18 Euro. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

"Klappt es bei dir etwa nicht?" und "Warst du deswegen schon beim Psychologen?" sind nur zwei von vielen übergriffigen Fragen, die Nadine Pungs hört, wenn sie berichtet, dass sie keine Kinder hat. Noch immer gelten in unserer Gesellschaft Frauen ohne Kinder als unvollständig, oft auch als egoistisch oder gestört. In ihrem Buch räumt die Schriftstellerin mit Vorurteilen auf, gibt persönliche Einblicke in ihr Leben ohne Kinder und plädiert für ein gleichberechtigtes Dasein von Müttern und Nicht-Müttern. Dabei geht es ihr nicht darum, Mütter zu verurteilen, sondern um gegenseitigen Respekt.

Warum sich das lesen lohnt

Nadine Pungs erzählt mit großer Offenheit von ihren Unsicherheiten, Ängsten, von ihrer Sterilisation und auch von einer Abtreibung. Wir lernen: Ohne Kinder kann Frau glücklich, frei und erfüllt sein.

6 Barbara Rieger (Hg.), "Mutter werden. Mutter sein": Autorinnen über die ärgste Sache der Welt

Buchcover Mutter werden Mutter Sein Barabara Rieger
Barbara Rieger (Hg.), „Mutter werden. Mutter sein“, Leykam, 216 Seiten, 22 Euro. Bild: Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Was es heutzutage heißt, Mutter zu sein, beleuchten fünfzehn Autorinnen in der Anthologie „Mutter werden. Mutter sein“. Versammelt sind Essays, Gedanken, Briefe und Kurzgeschichten zum Thema Schwanger-, Mutter- und Elternschaft. Teresa Bücker sinniert über Single-Moms, Sandra Gugić fragt sich, wer sie vor ihrem Mutterdasein gewesen ist, und Herausgeberin Barbara Rieger gibt Einblick in das Gefühlschaos vor, während und nach der Geburt ihres Kindes. Zusammen ergeben sich neue literarische, philosophische und ratgebende Gedanken für Mütter und alle, die Mütter haben.

Warum sich das lesen lohnt

Barbara Riegers Buch sammelt viele verschiedene Perspektiven auf ein Thema und liefert so einen bunten Strauß an Eindrücken und Anregungen. Er zeigt: "Mutter sein ist die ärgste, die schwierigste, intensivste und schönste Sache der Welt!"

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 21.09.2022, 8:20 Uhr