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Der Sonntagnachmittag mit Kristin Hunfeld

Was wir lesen 5 Bücher für alle, die den Sternenhimmel lieben

Autorinnen

Im August sind besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen – dank des Perseidenstroms. Die Welt über uns mit ihren Geheimnissen fasziniert seit jeher. Wir haben fünf himmlische Lesetipps für Sie.

Collage von fünf Buchcovern
Der Sternenhimmel fasziniert. Wir stellen Ihnen fünf Bücher vor, die den Horizont erweitern. Bild: Radio Bremen | Collage Sabina Weinrich

Eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, wie das Wissen über die Himmelsscheibe von Nebra nach Europa kam, Hinweise auf außerirdisches Leben, skrupellose Experimente beim Wettlauf ins All – und Wetterphänomene erklärt

1 Karl Ove Knausgård, "Der Morgenstern": eine Welt, die aus den Fugen gerät

Buchcover Karl Ove Knausgård
Karl Ove Knausgård: "Der Morgenstern", übersetzt von Paul Berf, Luchterhand Verlag, 896 Seiten, 28 Euro. Bild: Luchterhand Verlag | Collage Sabina Weinrich

Neun Ich-Erzählerinnen und Ich-Erzähler beobachten eine seltsame Lichterscheinung am Himmel. Ist das ein Morgenstern? Oder etwas völlig Unbekanntes, gar Bedrohliches? Die Welt scheint aus den Fugen: Tiere wie Krebse und Vögel versammeln sich in Massen, Tote sind vielleicht nicht wirklich tot. Knausgård spannt den Bogen souverän von einer Pfarrerin, die auf Nächstenliebe setzt, aber ihr Privatleben nicht mehr erträgt, über einen Mann, der an seiner bipolaren Frau verzweifelt, bis zu Satanisten samt Morden. Im Roman ist nie ganz klar, ob das Licht am Himmel den Weltuntergang ankündigt oder vielleicht doch etwas Gutes verheißt. Das macht einerseits die Spannung aus, andererseits ist "Der Morgenstern" auch erst der Auftakt einer neuen Romanreihe.

Warum sich das Lesen lohnt

Was ist der Sinn unseres Daseins? Existiert Gott? Und gibt es ein Leben nach dem Tod? Einmal mehr destilliert der Autor souverän die großen existentiellen Fragen aus dem Alltagsleben seiner Figuren. Karl Ove Knausgård ist mit "Der Morgenstern" ein zugleich realistischer und unheimlich entrückter Roman geglückt.

2 Rolf Heilmann, "Der Himmel! Eine Expedition in die Welt über uns": ein astrophysikalischer Blick nach oben

Buchcover Rolf Heilmann Der Himmel
Rolf Heilmann: "Der Himmel! Eine Expedition in die Welt über uns", 212 Seiten, Hirzel Verlag, 18 Euro. Bild: Hirzel | Collage Sabina Weinrich

Den Physiker und Buchautor Rolf Heilmann fasziniert das Blau über uns. In seinem Buch beschreibt er detailreich und auch für Laien verständlich, wie viel wir über den Himmel und die Tiefen des Weltalls bereits wissen. Er beschreibt beobachtbare Wetterphänomene, wie Regenbogen und Gewitterwolken, sowie Erkenntnisse über Dinge jenseits unseres Universums. Denn auch wenn wir noch wenig über den Kosmos jenseits unseres Blickfelds wissen, so ist für den Physiker eins klar: "Wenn das Universum mit seinen Naturgesetzen nur ein kleines bisschen anders wäre, würde es uns gar nicht geben."

Warum sich das Lesen lohnt

Auf etwa 200 Seiten erfahren die Leserinnen und Leser (fast) alles über unseren Himmel. Nicht nur aktuelle astrophysikalische Erkenntnisse werden beschrieben, der Autor nimmt uns auch mit auf Ausflüge in die historische Himmelsforschung. Eine Expedition zu den Sternen, die sich lohnt.

3 Harald Meller, Kai Michel, "Griff nach den Sternen": die Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra

Buchcover Harald Meller, Kai Michel: Griff nach den Sternen. Nebra, Stonehenge, Babylon
Harald Meller, Kai Michel: "Griff nach den Sternen. Nebra, Stonehenge, Babylon: Reise ins Universum der Himmelsscheibe", 272 Seiten, Propyläen Verlag, 39 Euro. Bild: Propyläen Verlag | Collage Sabina Weinrich

Der Fund der Himmelsscheibe von Nebra am 4. Juli 1999 nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt war eine Sensation. Das Alter der Bronzeplatte wird auf 3700 bis 4100 Jahre geschätzt. Wem gehörte sie, und was genau stellt sie dar? Harald Meller und Kai Michel beschreiben in "Griff nach den Sternen" die Zeit der Himmelsscheibe, eine Zeit, geprägt von Wissensdurst und Machtkämpfen. Zwischen Stonehenge und Babylon, Ägypten und Skandinavien gehen sie Spuren vergangener Kulturen nach, die eins gemeinsam haben: mit dem Blick gen Himmel unseren Kosmos besser zu verstehen.

Warum sich das Lesen lohnt

Eine umfangreiche Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra, mit vielen detaillierten und großformatigen Bildern und Zeichnungen. Ein Sachbuch, das fantastische Geschichten, Abenteuer und Schätze untergegangener Zivilisationen vereint.

4 Eva Raisig, "Seltene Erde": gibt es außerirdisches Leben im Weltall?

Buchcover Eva Raisig, Seltene Erde
Eva Raisig: Seltene Erde, 368 Seiten, Matthes und Seitz Verlag, 24 Euro. Bild: Matthes und Seitz | Collage Sabina Weinrich

Am Himmel zu sehen ist die Raumsonde "Voyager 1" nicht. Dafür ist sie zu weit von der Erde entfernt – zurzeit circa 23,5 Milliarden Kilometer. 1977 hat die US-Raumfahrtbehörde sie ins All geschickt, und neuerdings sendet sie mysteriöse Daten. Ein Hinweis auf extraterristische Zivilisationen? Die studierte Physikerin Eva Raisig geht in ihrem Debütroman der Frage nach, ob es Leben außerhalb unserer Galaxie geben könnte. Diese Frage führt die introvertierte Wissenschaftlerin Lenka bis in ein kleines argentinisches Dorf, wo angeblich ein UFO gesichtet wurde. Begleitet wird sie von Therese, die aber vor allem ihrem chaotischen Leben in Deutschland entfliehen will. Der Roman erzählt von der Suche zweier Frauen nach Kontakt: zu anderen, zu sich selbst und zueinander. Und von der Sehnsucht nach Nähe.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein sehr vielschichtiger Roman, in dem die Autorin Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Beziehung setzt. Und für den sie eine bewundernswert kraftvolle Sprache gefunden hat. Wann erfährt man schon mal etwas über das All aus der Perspektive einer Raumsonde? In "Seltene Erde" wird nämlich auch die "Voyager 1" zur Erzählerin.

5 Ines Geipel, "Schöner Neuer Himmel. Aus dem Militärlabor des Ostens": skrupellose Weltraum-Ambitionen

Buchcover Ines Geipel  Schöner Neuer Himmel
Ines Geipel: "Schöner neuer Himmel. Aus dem Militärlabor des Ostens", 288 Seiten, Klett-Cotta Verlag, 18 Euro. Bild: Klett-Cotta | Collage Sabina Weinrich

Ines Geipel hat in Militärarchiven der DDR Hinweise gefunden, wie skrupellos die Weltraumforschung im Sozialismus vorgegangen ist. In geheimen Laboren wurde nämlich nicht nur an Tieren, sondern auch an Menschen experimentiert. Und die Probanden ahnten nichts davon. Häufig handelte es sich um Gefängnisinsassen, Soldaten oder Krankenhauspatienten. Auch Hochleistungssportlerinnen und -sportler wurden für medizinische Versuche missbraucht. Ziel war, den "bedürfnislosen Körper", den "Neuen Menschen" zu erschaffen. Die Idee dahinter: nichts weniger, als die Vorherrschaft im All zu gewinnen.

Warum sich das Lesen lohnt

Die Suche nach Verbindungen zwischen den Systemen Hochleistungssport, Weltraum- und Militärforschung liest sich wie ein Polit-Thriller und lässt die Dimension, wie menschenverachtend die DDR war, erahnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. August 2022, 9:20 Uhr