Die Morgenandacht Die linke Hand nicht wissen lassen, was die rechte tut

Frank Mühring

Die Morgenandacht Die linke Hand nicht wissen lassen, was die rechte tut

Pastor Frank Mühring hat eine Eigenschaft, die ihm manchmal beim Tanzen und Autofahren zu schaffen macht: Eine ausgeprägte Rechts-Links-Schwäche. Biblisch gesehen könnte das aber durchaus ein Vorteil sein.

Bild: Radio Bremen

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Pastor Frank Mühring hat eine Eigenschaft, die ihm manchmal beim Tanzen und Autofahren zu schaffen macht: Eine ausgeprägte Rechts-Links-Schwäche. Biblisch gesehen könnte das aber durchaus ein Vorteil sein.

Rechts ist da, wo der Daumen links ist. Für die meisten Menschen ist das sonnenklar. Für mich nicht. Ich habe eine ziemlich ausgeprägte Rechts-Links-Schwäche. Man sollte mich lieber nicht nach dem Weg fragen. Oft verheddere ich mich im Kopf mit "nach links" und dann "nach rechts". Es kann sein, dass ich den Fragenden in die völlig falsche Richtung schicke. Ohne jede böse Absicht.  

Ich muss in solchen Situationen immer einmal tief durchatmen und ruhig überlegen: Wo ist das nochmal "rechts"? Und wo bitte ist "links"? Schlimm ist es, wenn ich mich schnell oder unter Stress entscheiden muss, ob es links oder rechts weitergehen soll. Beim Autofahren oder beim Tanzen zum Beispiel. Wenn beim Tango eine gelaufene Linksdrehung dran ist, kann es passieren, dass ich mich nach rechts drehe. Die Tanzlehrerin sagt dann mit strengem Blick zu mir: "Ich meine das andere Links."

In der Bibel gibt es ein Wort Jesu, in dem er die Leute geradezu dazu einlädt, großzügig zu sein. Es doch bitte mit "linker" und "rechter" Hand nicht so super genau zu nehmen. Mir gefällt diese Lockerheit. Dabei geht eigentlich nicht um die richtige Richtung, sondern um das Spenden von Almosen. "Wenn du bedürftigen Menschen etwas geben willst", lehrt Jesus, "dann lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut." Und er fügt noch hinzu: Gott wird es dir vergelten. Jesus meint: Sei mal bitte nicht so verkrampft. Tu etwas Gutes. Aber bitte ganz ohne Berechnung. Wer heutzutage etwas für Arme geben oder spenden will, der tut das meist sehr bewusst. Dessen Hand achtet genau darauf, dass das Geld in die richtigen Hände kommt oder zu einer vertrauenswürdigen Organisation wie Brot für die Welt. Wer etwas gibt, der weiß in der Regel genau, wieviel Geld er in die Hand nimmt und in welchen Händen es landet. Das ist gut so und soll so bleiben.

Aber Jesus möchte uns beim Thema "Geben" zum großzügigen Verschenken verführen. Guck doch mal nicht so streng darauf, was bei dir da von rechts nach links wandert. Mitnehmen ins Himmelreich kannst du sowieso nichts. Gib lieber mit warmer Hand auf Erden, dem, der es nötig hat. Zeig deine großzügige Seite. Du wirst ein Lächeln ernten. Dein Kopf muss dabei nicht so genau wissen, ob dein Geld nach links oder rechts wandert. Wäre eigentlich auch schön, wenn es auch beim Tango nicht so schlimm wäre, ob ich beim Tanzen nach links oder rechts wandere….

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