Auf der Bühne Zwischen Tanzabend und Clubnacht: "Fabula" fordert Publikum heraus

Zusammenspiel von Text, Musik und Bewegung

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Szenenbild des Tanztheaterstücks "Fabula" am Theater Bremen
Szene aus "Fabula": einer Zusammenarbeit des Ensembles "Unsual Symptoms" und der französischen Choreographin Claire Croizé. Bild: Jörg Landsberg

Mehrmals im Jahr gibt es ein neues Tanzkunstwerk im Kleinen Haus des Theaters Bremen zu sehen – die künstlerische Leitung der Tanzsparte, Alexandra Morales und Gregor Runge, lädt Gastchoreographinnen und -choreographen aus aller Welt ein, um mit dem Ensemble "Unsual Symptoms" Tanzstücke zu entwickeln. "Fabula" – so heißt das Ergebnis der jüngsten Zusammenarbeit mit der französischen Choreographin Claire Croizé.

Das Werk besteht aus sieben Tänzerinnen und Tänzern des Ensembles "Unusual Symptoms" hier am Theater Bremen, dazu kommt die Band Zwerm aus Belgien und die Schlagzeugerin Karen Willems. Auf der Bühne gibt es fünf Musikinseln, an denen jeweils Instrumente stehen sowie die Musikerinnen und Musiker. Mittendrin befindet sich sich eine Installation aus Licht, das ein elektrisches Lagerfeuer sein könnte. Dazwischen tummeln sich die Tänzerinnen und Tänzer. Sie tanzen für und mit sich selbst. Immer mal wieder gibt es kurze Momente des synchronen Tanzes, etwas, was man auf der Bühne des Kleinen Hauses lange nicht gesehen hat. Diese Momente erinnern daran, dass es sich um einen Tanzabend handelt und nicht um ein Konzert in einem kleinen Club.

Szenenbild des Tanztheaterstücks "Fabula" am Theater Bremen
"Fabula" bietet ein komplexes Zusammenspiel von Tanz, Raum und Musik. Bild: Jörg Landsberg

Anonsten glich es einer akustischen Installation, die mit E-Gitarren, Schlagzeug und einem E-Piano die Grundlage für sehr kantige, scharfe und immer wieder auch psychedelisch gefärbte Musik bot. Text gab es auch, mal mehr gesungen, mal mehr gesprochen. Die Tänzerinnen und Tänzer nutzen auch die Treppen der Tribüne und schafften sich Platz zwischen den Sitzen im Zuschauerraum, allerdings ohne das Publikum mit einzubeziehen.

Komplexes Zusammenspiel von Text, Musik und Bewegung

Die Choreographin Claire Croizé, 1979 in La Rochelle geboren, war zum ersten Mal in Bremen zu Gast. Das Dreieck zwischen Tanz, Musik und dem eigenen Körper bestimmt das künstlerische Leben von Claire Croizé, das wurde auch bei dieser Premiere deutlich. Die Herausforderung für das Publikum liegt darin, dass zu großen Teilen an zwölf Punkten auf der Bühne und immer wieder auch im Saal etwas Individuelles passiert, das zwar Teil des Ganzen ist, sich aber nicht zusammen einfangen lässt.

Fazit

Das Publikum war gefordert und hat sich dieser Herausforderung gestellt. Es war uneingeschränkte Aufmerksamkeit gefragt und am Ende wurde das Werk auch mit ausreichend Beifall bedacht. Unser Theaterkritiker Marcus Behrens fand die Aufführung "sehr interessant", hatte am Ende aber offene Fragen, zum Beispiel zur Geschichte selbst und dem Zusammenhang im Stück. Auf jeden Fall war es eine Aufführung die neugierig macht, "weitere Choreographien von Claire Croizé zu sehen, um diese hier aus Bremen einordnen zu können – und ein Konzert der belgischen Band Zwerm zu besuchen."

Szenenbild des Tanztheaterstücks "Fabula" am Theater Bremen
Szene aus der neuen Produktion "Fabula". Bild: Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 18. März 2023, 11:20 Uhr

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