Auf der Bühne "Energetic Emotions" – beeindruckender Ballettabend in Oldenburg

transportiert Emotionen

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Premiere Ballettabend „Energetic Emotions“ am Oldenburgischen Staatstheater
Szene aus "Fünf Tangos", vorne: Lester René González Álvarez und Teele Ude, hinten: Ensemble. Bild: Oldenburgisches Staatstheater | Stephan Walzl

Der Vorhang ging gleich mehrfach auf im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters – "Energetic Emotions" ist ein Ballettabend mit drei neuen Choreographien, die ihre Uraufführung erlebten: "Expressive Slide" von Regina van Berkel, "Hammer" von Martin Chaix und "Fünf Tangos" von Antoine Jully.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass auch fünf oder sechs Tänzerinnen und Tänzer in Oldenburg die Bühne im Großen Haus mit Ihrem Können komplett ausfüllen können. Der Ballettchef Antoine Jully ist eine weit über Stadt- und Staatsgrenzen von vielen beachtete Institution in Oldenburg. Jetzt hat er einmal mehr seinem Ruf alle Ehre gemacht, weil er mit eigenen Ideen überrascht und sein Ensemble, das zurzeit 16 Tänzerinnen und Tänzer umfasst, auf sehr hohem Niveau hält.

Drei Uraufführungen

Premiere Ballettabend „Energetic Emotions“ am Oldenburgischen Staatstheater
Tanzszene aus "Expressive Slide". Bild: Oldenburgisches Staatstheater | Stephan Walzl

Für "Energetic Emotions" hat Antoine Jully unterschiedliche Gäste eingeladen, um Teile dieser Ballettabende zu gestalten. Die Niederländerin Regina van Berkel, die auch schon beim Ballett Frankfurt unter William Forsythe in den 1990er Jahren gearbeitet hat, inszenierte den ersten Teil unter dem Titel "Expressive Slide". Zu Beginn gab es Tisch, Lampe und Stühle in einem eng begrenzten Raum, der dann aber geöffnet wurde, als die Tänzerinnen und Tänzer die ganze Bühne für sich beanspruchten. Das wirkte überhaupt nicht verstaubt, war aber doch eine Reise in die Hochzeit des Tanztheaters in Deutschland.

Im zweiten Teil folgte der Franzose Martin Chaix mit "Hammer", der zunächst das Ensemble auf die fast leere Bühne stellte und dann ein Solo folgen ließ. Getanzt wurde vor einer Wand mit Lichtstreifen. Dabei hatten die Tänzerinnen und Tänzer der Ballett Compagnie Oldenburg einmal mehr Gelegenheit, ihr beeindruckendes Können zu zeigen. Zur Ensemble-Choreographie gab es Musik der russischen Komponistin Galina Iwanowna Ustwolskaja und zum Solo im Anschluss war dann ein Werk des Ukrainers Valentin Silvestrov zu hören. Oldenburgs Ballettdirektor Antoine Jully und Martin Chaix kennen sich vom Ballett am Rhein, wo sie beide zuletzt als Solotänzer engagiert waren.

Glänzendes Finale von Antoine Jully

Premiere Ballettabend „Energetic Emotions“ am Oldenburgischen Staatstheater
Tanzszene aus "Fünf Tangos" mit Nicol Omezzolli und Fran Kovačić. Bild: Oldenburgisches Staatstheater | Stephan Walzl

Der dritte Teil des Abends wurde von Oldenburgs Ballettchef Antoine Jully selbst beigesteuert. Ein Finale, wie man es sich kaum schöner hätte wünschen können: Ein Weltklasse-Ballett-Ensemble tanzt Tango! Tango dargeboten mit dem ganzen Wissen und Können des Ballett-Vokabulars.

Musikalisch wurde viel Gegensätzliches geboten: Es begann mit Stefan Betkes "Rondell Zwei" und "The Dharma at Big Sur" von John Adams und endete mit Astor Piazzollas "Five Tango Sensations".

Sehenswert und beeindruckend

Antoine Jully und seine Gäste haben einen "wunderbaren Ballettabend" auf die Bühne gebracht, meint unser Theaterrezensent Marcus Behrens. "Das Publikum war am Ende richtig aus dem (Großen) Häuschen und rückblickend ist es immer schade, dass diese Abende nicht länger im Spielplan stehen. Ich würde sagen, hinfahren und anschauen, so lange es geht!"

Weitere Aufführungen:
"Energetic Emotions" wird im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters aufgeführt und steht am 4. Februar um 19:30 Uhr und am 12. Februar um 15 Uhr auf dem Spielplan. Im März wird der Abend dann auch im Rahmen der Internationalen Tanztage in Oldenburg zu sehen sein.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 29. Januar 2023, 09:20 Uhr

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Sounds mit Christine Heuck

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