ARD-Radiofestival: Lesung: Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff

5 Folgen

Sendedaten

Sendetermin:

11. August 2023 um 23:00 Uhr

Sendereihe:

ARD Radiofestival

Der jüdische Geldverleiher Aron ist unter einer Buche ermordet worden. Der Verdacht fällt auf Friedrich Mergel, der ihm eine Menge Geld schuldete. Er verschwindet, und mit ihm sein ständiger Begleiter Johannes Niemand.

Vom Zauberwald der Romantik ist die "Judenbuche" weit entfernt. Das Verbrecherische der menschlichen Handlungen korrespondiert mit den Verwüstungen der Natur, den Wilddiebereien und Holzfreveln als Folge einer ungerechten Besitz- und Eigentumsordnung. Der Wald ist ganz real der Ort, dessen Schauder in der menschlichen Unordnung wurzeln. Im Brederholz, in dem drei Menschen gewaltsam sterben, verkörpert sich eine höhere, eine natürliche Ordnung.

"Die Judenbuche" erschien 1842 und basiert auf einer wahren Begebenheit. Sie zählt zu den klassischen Novellen der deutschen Literatur: eine Kriminalgeschichte, deren Hauptfigur fast vollständig aus ihren gesellschaftlichen Bedingungen entwickelt ist. Noch immer ist sie Schullektüre, auch wenn von ihr etwas Unergründliches, Düsteres, Schauriges ausgeht. Holzdiebstähle bei Nacht, ein unaufgeklärter Mord an einem Juden, Armut, Alkoholismus und krude Gewalt prägen die Welt der Protagonisten, und die Natur ist dabei alles andere als tröstlich.

Die Autorin:

Annette von Droste-Hülshoff gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen. Geboren 1797 auf Schloss Hülshoff im Münsterland, wird sie sehr unterschiedlich gelesen, als westfälische Heimatdichterin, als Verkörperung des Biedermeierlichen und eines frühen Realismus ebenso wie als Vorläuferin von Impressionismus und Frauenemanzipation.

gelesen von Tanja Seibt
erschienen im Winkler Verlag
NDR 1996
Folge 5 von 5

Alle Lesungen sind ab Sendung bis 27. Oktober in der ARD-Audiothek online zu hören.

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