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Der Sonntagmorgen mit Julian Beyer

Neue Alben Jazz-Pionierinnen: Starke Frauen, die kein Blatt vor den Mund nahmen

Autoren

Die Sängerin Judith Owen interpretiert auf "Come on & get it" alte Jazz- und Blues-Songperlen selbstbewusst und aus weiblicher Sicht. Jeb Loy Nichols besingt auf "United States of a broken hearted" die Dramen unserer Welt – ganz ohne Verzweiflung. Harald Mönkedieck und Simon Brauer stellen unsere Alben der Woche vor.

1 Judith Owen mit einer Hommage an Jazz-Pionierinnen

Die walisische Singer-Songwriterin Judith Owen
Die walisische Pop-Sängerin Judith Owen interpretiert erstmals Jazz-Songperlen. Bild: Judith Owen

Die Sängerin Judith Owen hat sich in den letzten Jahren vor allem als Interpretin gehobener Popsongs und edler Cover-Versionen präsentiert. Jetzt wagt die Britin mit Wahlheimat USA einen Stilwechsel: "Come On & Get It" heißt ihr neues Album. Wer es hört, der wird zurückgebeamt in eine Jazz- und Blues-Ära, in der es wagemutige Frauen gab, die über nicht ganz Jugendfreies gesungen haben.

Wie klingt's?

Judith Owen führt ihre Hörerschaft in eine vergangene Welt aus Verführungskunst und Begierde, gern mit augenzwinkernder Attitüde. Es hat eine lange Tradition in der Welt von Blues, R'n'B und Jazz: das Suggestive, Anrüchige, das "double entendre", also Doppelsinnige mit sexueller Konnotation. Im Zeitalter von weiblicher Selbstermächtigung erinnert sich Judith Owen an diese Jazz-Historie aus betont weiblicher Sicht. Sie fand Songs von starken Frauen, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Owen präsentiert sie einige Male im Bigband-Modus, meist jedoch im intimeren Sound einer kleinen Combo. Gestandene Fachkräfte der Stadt wie Pianist David Torkanowsky liefern hier das musikalische Gerüst für die Stimme von Owen.

Warum hören?

Wer Judith Owen bislang als Piano-Chanteuse oder Interpretin von Pop-Evergreens schätzte, der trifft jetzt auf eine andere Type. Die Sängerin wirft sich mit Verve in die Rolle als fordernde Frau mit eindeutigen Absichten. Sie schlägt sich bravourös und auch die Musikalität aller Ausführenden ist beeindruckend. Das Streben nach Exzellenz ist ständig spürbar, aber auch der Spaß, sehr selbstbewusst und immer wieder mit Augenzwinkern. Ernst und Schwere sind in diesem Ambiente verpönt.

CD-Cover: Judith Owen
Judith Owen: Come on & Get It

Judith Owen: "Come on & Get it"

Wer das neue Album von Judith Owen hört, wird zurückgebeamt in eine Jazz- und Blues-Ära, in der es wagemutige Frauen gab, die über nicht ganz Jugendfreies sangen.

Bild: Twanky Records

2 Sanfte Lieder über die Dramen in der Welt

Der US-Musiker Jeb Loy Nichols
Den US-Musiker Jeb Loy Nichols inspiriert die walisische Einsamkeit. Bild: Der US-Musiker Jeb Loy Nichols

Es waren einfach zu viele Menschen für Jeb Loy Nichols. Der US-amerikanische Musiker hat in der Millionenstadt New York gelebt, in der Millionenstadt London – und seit über 20 Jahren ist Nichols in den grünen Hügeln von Wales zuhause: "Bei mir sind Tiere und Pflanzen in der Überzahl und das gefällt mir sehr gut", sagt Nichols. Dort im Grünen sind auch die Songs und Ideen für sein neues Album entstanden: "United States Of The Broken Hearted".

Wie klingt's?

Jeb Loy Nichols hat für sein neues Album nicht nur eigene Stücke aufgenommen, sondern auch Fremdkompositionen. Es sind Lieder, die ihn bewegt und geprägt haben, wie z.B. der Protestsong "I hate the capitalist system" aus dem Jahr 1973 von Barbara Dane. Dazu kam sein Wunsch ein Album mit allen musikalischen Genres zu machen, die ihn beeinflusst haben: von Bluegrass über Jazz zu Country und Soul. Sein Freund, der britischen Dub- und Reggae-Produzent Adrian Sherwood, sorgt als Produzent des Albums dafür, dass die Lieder über den Zustand der US-amerikanischen Gesellschaft düster und trotzdem sanft klingen.

Warum hören?

Auf "United States Of The Broken Hearted" besingt Jeb Loy Nichols die Dramen der Welt von sozialer Ungerechtigkeit bis zum Klimawandel, jedoch ohne jede Spur von Verzweiflung und Zorn. Das Leben in der walisischen Einsamkeit scheint ihn unendlich gelassen zu machen; das ist jedem seiner neuen Songs anzuhören. Nichols hat schon Bücher geschrieben, Poster entworfen und Kunstwerke aus Holz erschaffen - seine größte Kunst aber ist und bleibt die Musik.

CD-Cover: Jeb Loy Nichols
Jeb Loy Nichols: United States of the Broken Hearted

Jeb Loy Nichols: "United States of the Broken Hearted"

In den Hügeln von Wales lebt der Künstler Jeb Loy Nichols. Dort sind auch die Songs für sein neues Album entstanden.

Bild: On-U Sound (Rough Trade)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. November 2022, 10:40 Uhr