Auf der Bühne Bühne frei fürs Bienenvolk: neues Stück am Theater Bremen

Autorinnen und Autoren

  • Andreas Schnell
  • Martina Raake
Schauspielende als Bienen im Stück "Bienen. Ein Naturschauspiel"
Szene aus "Bienen. Ein Naturschauspiel". Die Schauspielerinnen und Schauspieler schlüpfen in matt glänzende schwarze Bienenkostüme. Bild: Theater Bremen | Mirko Johannes Schütz

Der Regisseur Felix Rothenhäusler greift in seinen Arbeiten immer wieder wichtige Themen unserer Zeit auf. Vor zwei Jahren widmete er sich am Theater Bemen mit einer Revue dem Artensterben. In seinem neuen Stück geht es nun um ein vom Thema besonders betroffenes Insekt – um die Biene.

Recht sachlich erzählt das Stück vom Leben in einem Bienenstaat – von der Geburt bis zum Tod. Wir hören von Drohnen und Arbeiterinnen, von Flug- und Sammelbienen, Stock- und Wächterbienen und natürlich auch von der Bienenkönigin und ihrem Liebesleben. Den Rahmen dafür bildet ein ganzer Jahreszyklus, vom Frühlingserwachen bis zum Ende des Winters. Und es geht auch um die Frage, wie wir als Menschheit überleben können, wenn wir die Umwelt zerstören.

"Bienen. Ein Naturschauspiel": Es summt auch im Publikum

Matthieu Svetchine, Alexandra Llorens (Mitte am Mikrofon) und Shirin Eissa
In "Bienen. Ein Naturschauspiel" bewegen sich die Ensemblemitglieder in einer zumindest scheinbar zufälligen Choreografie durch den Theaterraum und tragen ihre Text vor. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

In vielen Szenen treten die Akteurinnen und Akteure in Unterwäsche auf. Vier Schauspieler und Schauspielerinnen sowie ein Tänzer und eine Tänzerin bevölkern die Bühne, bewegen sich durch den Raum, ohne dass ein offensichtliches Muster zu erkennen ist. Das Publikum sitzt mehr oder weniger über den ganzen Theaterraum verteilt, während die Ensemblemitglieder auch mal durch die Zuschauerreihen laufen oder tanzen, wenn sie nicht gerade an den Mikrofonen etwas über Bienen und Blumen erzählen. Auf einer runden Plattform und in den Sitzreihen sind Kissen in Form von schwarzen Rosen verteilt. Zwei Musiker an Cello und Tasteninstrumenten produzieren einen schwebenden Soundtrack zum Geschehen. Später schlüpfen die Akteure und Akteurinnen in sehenswerte, matt glänzende Bienenkostüme.

Ökologische Botschaften im Theater Bremen

Matthieu Svetchine, Jo Flüeler, Irene Kleinschmidt und Moritz Widrig auf der Bühne
Szene mit Matthieu Svetchine, Jo Flüeler, Irene Kleinschmidt, Moritz Widrig. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Es ist nicht unbedingt Theater für Menschen, die gern ein klassisches Drama mit einer Auflösung sehen oder eine Komödie mit Happy End. Felix Rothenhäusler ist eher bekannt für Inszenierungen mit strengen Formen. Dieses Stück entfaltet sich vor allem über die Sprache. Die ökologische Botschaft von "Bienen. Ein Naturschauspiel" wird deutlich. Die Folgen des weltweiten Bienensterbens und die Bedeutung der Bienen für die Verbreitung sehr vieler Pflanzen, nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch ganz schlicht für unsere Ernährung – das schwingt alles in dieser Inszenierung mit. "Bienen ist ganz und gar kein didaktischer Abend. Er erzählt eher etwas über die komplexe Schönheit der Natur, die uns umgibt, das ist dann immer wieder auch ziemlich poetisch und hat einen unaufdringlichen, stillen Humor. Eigentlich ist das fast schon meditativ, was wir da sehen können", meint unser Reporter Andreas Schnell.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 22. April 2023, 09:50 Uhr

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