ARD-Radiofestival: Lesung: Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff

5 Folgen

Sendedaten

Sendetermin:

10. August 2023 um 23:00 Uhr

Sendereihe:

ARD Radiofestival

Friedrich Mergel ist ein Großmaul geworden, an dem niemand im Dorf mehr Freude hat. In einer Julinacht 1756 ist Förster Brandis erschlagen worden. Wer war der Täter? Friedrich hat ein Alibi, aber kein reines Gewissen.

Die Droste hatte eine starke Neigung zu den Unwägbarkeiten der menschlichen Psyche. Durch ihre Hauptfigur Friedrich Mergel enthüllt sie eine prekäre gesellschaftliche Situation. Nicht ohne Grund schrieb die Autorin nach Beendigung der Arbeit an ihre Schwester: "Ich habe jetzt eine Erzählung fertig von dem Burschen im Paderbörnischen, der den Juden erschlug… die Paderbörner würden mich auch totschlagen, wenn ich sie herausgäbe". Daher lautet der Untertitel ihre Novelle: „ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen.“

"Die Judenbuche“ erschien 1842 und basiert auf einer wahren Begebenheit. Sie zählt zu den klassischen Novellen der deutschen Literatur: eine Kriminalgeschichte, deren Hauptfigur fast vollständig aus ihren gesellschaftlichen Bedingungen entwickelt ist. Noch immer ist sie Schullektüre, auch wenn von ihr etwas Unergründliches, Düsteres, Schauriges ausgeht. Holzdiebstähle bei Nacht, ein unaufgeklärter Mord an einem Juden, Armut, Alkoholismus und krude Gewalt prägen die Welt der Protagonisten, und die Natur ist dabei alles andere als tröstlich.

Die Autorin:

Annette von Droste-Hülshoff gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen. Geboren 1797 auf Schloss Hülshoff im Münsterland, wird sie sehr unterschiedlich gelesen, als westfälische Heimatdichterin, als Verkörperung des Biedermeierlichen und eines frühen Realismus ebenso wie als Vorläuferin von Impressionismus und Frauenemanzipation.

gelesen von Tanja Seibt
erschienen im Winkler Verlag
NDR 1996
Folge 4 von 5

Alle Lesungen sind ab Sendung bis 27. Oktober in der ARD-Audiothek online zu hören.

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Gesprächszeit mit Nicole Ritterbusch

Gesprächszeit
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