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Der Sonntagnachmittag mit Kristin Hunfeld

Im Porträt Olympia-Gold, zwei Kinder – und jede Menge Ehrgeiz

Autorinnen und Autoren

Laura Ludwig, Beachvolleyballerin lächelt.
Mit 36 Jahren will Laura Ludwig noch einmal in ihrem Sport angreifen. Bild: DPA | Daniel Bockwoldt

Seit sie 13 Jahre alt ist, spielt Laura Ludwig Beachvolleyball. 2016 hat sie es in ihrem Sport ganz nach oben geschafft und mit ihrer Partnerin die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewonnen. Aber satt ist sie noch immer nicht: Nachdem sie zwei Kinder geboren hat, bereitet sich die Welt- und Europameisterin aktuell auf ihre fünften Olympischen Spiele vor.

Laura Ludwig bei einem Volleyballspiel am Timmendorfer Strand (Archivbild)

Gesprächszeit "Ich glaube, ich werde nie satt sein"– Laura Ludwig

2016 hat Laura Ludwig Gold bei Olympia in Rio de Janeiro gewonnen. Nach zwei Babypausen will die Beachvolleyballerin 2024 in Paris noch einmal auf's Treppchen.

Bild: Imago | Beautiful Sports

Beachvolleyball geht auf die Gelenke, aber ohne den Kopf geht in der Weltspitze nichts. Abwehrspezialistin Laura Ludwig kann ihren Körper so fokussieren und regulieren, dass sie auch die schnellsten Bälle parieren kann. "Man muss das im Training üben und lernen – sonst kriegst du das im Spiel nicht hin", fasst sie die harte mentale Arbeit in ihrem Sport zusammen. Dafür hat die 36-Jährige sogar gelernt den "kleinen Zweifler" auf ihrer Schulter zu akzeptieren und trotzdem mit ihm erfolgreich zu spielen.

Olympiagold in Rio de Janeiro

Was sie inzwischen auch verarbeitet hat: Ein Schlaganfall, den sie in einem Trainingslager im Alter von 18 Jahren hatte. Damals ein riesiger Schreck für die ganze Familie, aber heute beschäftigt Laura Ludwig der Anfall nicht mehr. "Ich bin relativ schnell in den Sport wieder eingestiegen, ich habe keine Schäden davongetragen", erinnert sich die Weltmeisterin, viermalige Europameisterin und siebenfache deutsche Meisterin. Das Turnier ihres Lebens fand schließlich 2016 in Rio den Janeiro statt. Mit ihrer Partnerin Kira Walkenhorst schaffte Laura Ludwig es bis ins Finale bei den Olympischen Spielen – und stand dort ausgerechnet dem brasilianischen Team gegenüber. Das Publikum war gegen sie und trotzdem gewann das Team Ludwig/Walkenhorst Gold. "Ich weiß, dass Kira und ich extremst geschrien haben, ich weiß auch noch, dass ich super heiser danach war, weil es so unfassbar unglaublich war dieser Moment." Ein Jahr später krönten die beiden ihre Karriere zudem mit dem Weltmeistertitel, bevor Laura Ludwig sich in ihre erste Babypause verabschiedete.

Laura Ludwig bei einem Volleyballspiel am Timmendorfer Strand (Archivbild)
Liebt es, wenn der Strand warm und heiß ist: Die Ost-Berlinerin Laura Ludwig. Bild: Imago | Beautiful Sports

Und da habe ich mich das ein oder andere Mal gefragt: Bin ich überhaupt noch die Richtige hier?

Laura Ludwig über Zweifel nach ihrem Baby-Comeback

2018 kam ihr Sohn Teo zur Welt, doch für Ludwig war von vorne herein klar, dass diese Schwangerschaft nicht das Ende ihrer Karriere bedeuten sollte. Das Gefühl des Erfolgs wollte sie schnell wieder zurückhaben. In ihrer Biografie "Gold ist eine Glaubensfrage" beschreibt Ludwig eine Szene, wie sie das erste Spiel nach der Babypause verlor und in einer Bar weinte. "Verlieren ist immer hart, gerade wenn du dir was Anderes vornimmst und das Gefühl hast, du müsstest das Spiel besser im Griff haben und kontrollieren, und da nicht den Zugriff kriegst. Und da habe ich mich das ein oder andere Mal gefragt: Bin ich überhaupt noch die Richtige hier?"

Keine finanzielle Unterstützung für Schwangere im Profisport

Moralische Unterstützung und die Ermutigung, weiterzumachen, habe sie zwar bekommen, sagt Ludwig. Aber sie sagt auch: Es fehlen Strukturen, um Profisportlerinnen während einer Schwangerschaft auch finanziell zu unterstützen. Mindestens zehn Monate steht der Körper nicht für hartes Trainung zur Verfügung, es können keine Wettkämpfe gespielt und damit Preisgelder gewonnen werden, die den Lebensunterhalt sichern. "Da eine gewisse Sicherheit zu haben ist auf jeden Fall nützlich, wenn man mit der Spielerin noch mal rechnet", so Ludwig.

Ich habe gespürt, dass da immer noch Potenzial ist und Feuer ist.

Laura Ludwig über ihre Motivation, weiterzumachen

In diesem Jahr ist die 36-Jährige zum zweiten Mal Mutter geworden. Vater ihrer beiden Kinder ist der Beachvolleyball-Trainer Imornefe "Morph" Bowes. Mutter und gleichzeitig Profisportlerin zu sein, gelingt ihr durch ein tolles Umfeld, so Ludwig. Sie wollte beides: eine Familie und gleichzeitig ihrer sportlichen Leidenschaft nachgehen. Und dafür habe sie sich in ihrer Familie auch nie rechtfertigen müssen. "Ich hatte eigentlich vor nach dem zweiten Kind, dass ich eher mal zur Ruhe komme und Beachvolleyball lasse – aber ich habe gespürt, dass da immer noch Potenzial ist und Feuer ist und ich einfach Bock auf die Sportart habe."

Ich glaube, ich werde nie satt sein. Ich liebe es, zu gewinnen – ich hasse es, zu verlieren.

Laura Ludwig über ihren sportlichen Ehrgeiz

Abschreiben sollte man sie auch nach der zweiten Schwangerschaft nicht, sagt Ludwig, die eine Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit nach dem ersten Kind festgestellt hat. Nachdem ihre Partnerin Kira Walkenhorst ihre Karriere 2019 vorläufig beendet hatte, war Margarete Kozuch drei Jahre lang die Partnerin von Laura Ludwig. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes bildet sie nun mit Louisa Lippmann ein neues Team. Beide haben noch viel Arbeit vor sich: Laura Ludwig wegen ihrer zweiten Schwangerschaft, Lippmann, weil sie als Hallenvolleyballerin auf den Sand gewechselt hat. Doch beide sind hochmotiviert. "Ich kann es kaum erwarten, mit ihr auf dem Feld zu stehen und uns auszuprobieren." Das nächste große Ziel für Laura Ludwig heißt Olympia 2024 in Paris: "Ich glaube, ich werde nie satt sein. Ich liebe es, zu gewinnen – ich hasse es, zu verlieren."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 15. September 2022, 18:05 Uhr