Frauengeschichte(n) aus unserer Region Diese Bremerin brachte Werke von Monet und van Gogh in die Kunsthalle

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Collage zeigt das gemalte Porträt von Adele Wolde vor einer historischen Aufnahme der Kunsthalle Bremen (um 1900)
Bild: dpa | Geschichtskontor Brodelpott/Montage Radio Bremen

Wer heute die Kunsthalle Bremen besucht, kann sich auf große Künstler der französischen Moderne freuen: Vincent van Gogh, Claude Monet und Paul Cézanne. Dass ihre Gemälde im Bremer Museum hängen, ist unter anderem ihr zu verdanken: der Mäzenin Adele Wolde.

Collage zeigt das gemalte Porträt von Adele Wolde vor einer historischen Aufnahme der Kunsthalle Bremen (um 1900)

Adele Wolde: Mäzenin und Teil der Bremer Kunstszene

Ihr verdanken wir Werke großer Künstler der fanzösischen Moderne, die in der Kunsthalle Bremen zu sehen sind: der Mäzenin Adele Wolde. Die Gemälde von Vincent van Gogh, Claude Monet und Paul Cézanne hängen seit dem 1. Weltkrieg in der Bremer Kunsthalle.

Bild: dpa | Geschichtskontor Brodelpott/Montage Radio Bremen

Adele Wolde wird Mitte des 19. Jahrhunderts als Tochter von Ludwig Knoop, einem Bremer Baumwollmagnat, geboren. Als sie den Kaufmann Georg Wolde heiratet, teilen sie ihre Liebe für Kunst, sammeln gemeinsam Gemälde und andere Kunstwerke.

Adele Wolde ist Teil der Bremer Kunstszene, die sich rund um den damaligen Kunsthallen-Chef Gustav Pauli tummelt. Pauli tauscht sich mit einem erlesenen Kreis von Interessierten aus und ist ihnen ein Vorbild: Weil in der Kunsthalle immer mehr Werke des modernen, französischen Impressionismus zu sehen sind, werden sie auch für kunstinteressierte Kaufleute begehrte Schätze.

Bremer Kunstszene im 19. Jahrhundert: Nur wenige Mäzeninnen

Adele Wolde ist eine von wenigen Frauen, die in der Stadt als Mäzenin aktiv sind. Eine andere ist die Kaufmannsgattin Meta Schütte, die zur gleichen Zeit lebt. Die sammelte aber nicht mit ihrem Mann zusammen, sondern steht viele Jahre in seinem Schatten. "Als ihr Mann 1911 stirbt, fängt sie als Witwe überhaupt erst an, französische Moderne zu erwerben", erklärt die Kunsthistorikerin Alice Gudera. "Im Haushalt, den sie mit ihrem Ehemann führte, gab es überhaupt keine französische Kunst."

Heute weiß man wenig über Meta Schütte, nicht einmal ein Bild von ihr hat die Zeit überdauert. Aber: Schon vor dem Tod ihres Mannes war sie in der Kunstszene aktiv. "Wir haben festgestellt, dass sie sehr eigenständig im Kunstverein tätig war", sagt Gudera. "Es gab einen sogenannten Galerieverein, der sich innerhalb des Vereins für Ankäufe einsetzte. Da war sie bereits vor ihrem Mann verzeichnet."

Kunstkompetenz wurde im 19. Jahrhundert Männern zugeschrieben

Beide treten nach dem Tod der Ehemänner aus deren Schatten heraus. Adele Wolde und Meta Schütte bilden sich im Kunstverein weiter, diskutieren dort selbstbewusst die Trends in der Kunstwelt. Frauen, die an bildender Kunst interessiert sind, sind damals ungewöhnlich. Denn: Man traute ihnen ein gutes Urteilsvermögen über die Qualität der Werke nicht zu, sagt Alice Gudera. "Der Mann war der, der für die Bildung stand – und ihm wurde dann auch das Wissen um die Kunst zugeschrieben, das man den Frauen absprach.

Die Werke, die Meta Schütte und Adele Wolde gesammelt haben, sind bis heute die populärsten Werke unserer Sammlung.

Alice Gudera, Kunsthistorikerin in der Kunsthalle Bremen

Speziell während des 1. Weltkriegs übergeben die Frauen einige bedeutende Werke französischer Maler an die Bremer Kunsthalle. Sie geben ihren Privatbesitz an Häuser, die in dieser Zeit keine Kunst ankaufen oder leihen konnten. "Die Werke, die Meta Schütte und Adele Wolde gesammelt haben, sind bis heute die populärsten Werke unserer Sammlung", sagt Alice Gudera.

Meta Schütte und Adele Wolde sterben kurz nacheinander, in den Jahren 1931 und 1932. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich die Kunsthalle Anfang des 20. Jahrhunderts der damaligen moderenen Kunst widmete.

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Neben einigen Männern haben auch zwei Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kunsthalle wesentlich unterstützt. Ihre Geschichten sind kaum bekannt.

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 27. Januar 13:40 Uhr

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