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Der Sonntagnachmittag mit Wolfgang Rumpf

Im Porträt Diese Videokünstlerin findet schöne Bilder für ernste Themen

Autorin

Karimah Ashadu ist Preisträgerin des Kunstpreises Böttcherstraße
Karimah Ashadu, die Gewinnerin Kunstpreis der Böttcherstraße, vor ihrer Kunstinstallation "Cowboy". Bild: Kunsthalle Bremen

Alle zwei Jahre wird in Bremen der Kunstpreis der Böttcherstraße vergeben, eine der angesehensten Auszeichnungen für moderne Kunst im deutschsprachigen Raum. 2022 get der Preis an die Künstlerin Karimah Ashadu. Ihre Filminstallation "Cowboy" hat die Jury überzeugt.

Ein Mann sitzt auf einem Pferd und reitet über einen Strand. Er lenkt das Tier immer wieder auf die Wellen zu, die sich auf dem Sand brechen, und stoppt dann doch wieder ab und dreht um. Diese Szenen aus der Videoarbeit "Cowboy" von Karimah Ashadu prägen sich ein. Denn die nigerianisch-britische Künstlerin hinterfragt das klassische Bild des Cowboys: Die Hauptfigur ist ein schwarzer Mann in einem gelben, ärmellosen T-Shirt, er reitet nicht durch die amerikanische Prärie, sondern an einem westafrikanischen Strand entlang. Dahinter steht die Frage: Was ist eigentlich Freiheit?

Ein Still dem Film "Cowboy" von Karimah Ashadu
Eine Szene aus "Cowboy" von Karimah Ashadu. Bild: Karimah Ashadu

Mit "Cowboy" begebe ich mich wieder auf diese Suche nach Unabhängigkeit, die mich in vielen meiner Werke interessiert.

Künstlerin Karimah Ashadu

Karimah Ashadu verhandelt in diesem zehnminütigen Video Fragen von Identität, Kolonialismus und Selbstbestimmung. Diese Arbeit aus dem Jahr 2022 war auch für sie etwas ganz Neues, sagt Ashadu: "Mit 'Cowboy' begebe ich mich wieder auf diese Suche nach Unabhängigkeit, die mich in vielen meiner Werke interessiert."

Ein Leben zwischen Hamburg, London und Lagos

Die Themen der Videokünstlerin ergeben sich fast automatisch aus ihrer Biografie: 1985 in London als Tochter nigerianischer Eltern geboren, lebt und arbeitet sie inzwischen in Hamburg, London und Lagos. Die Suche nach Identität und Selbstbestimmung ist nicht nur eine, die sie in ihren Werken verarbeitet, sondern die sie auch als Schwarze Frau beschäftigt. Damit kommt sie in der Kunstszene an: Das Museum of Modern Art in New York City hat ihre Werke gekauft, sie hat in Wien, Hamburg und Amsterdam ausgestellt und hat mehrere Preise gewonnen.

Von der Leinwand zum Video

Während Karimah Ashadu deshalb heute für ihre Videoinstallationen bekannt ist, kommt sie aus einer ganz anderen Kunstrichtung: "Ich bin eine ausgebildete Malerin. Ich liebe Malen und die Essenz des Malens liegt ganz tief in mir verwurzelt. Aber es gab diesen Moment in meinem Leben, an dem ich entschieden habe, Filme zu machen. Denn ich bin ein ungeduldiger Mensch, und ich wollte eine Message ganz schnell rüberbringen – da bot sich das Videoformat einfach an", erzählt Ashadu.

Koloniale Strukturen hinterfragen

Neben "Cowboy" hat sie seit 2012 zehn Kurzfilme herausgebracht, in denen sie die kolonialen Strukturen in Westafrika hinterfragt und zeigt, was das mit den Menschen und auch ihrer Selbstbestimmung macht. In der Installation "Brown Goods" aus dem Jahr 2020 erzählt sie von einem Deutsch-Nigerianer, der in Hamburg lebt. Er verkauft alte Autos und Kühlschränke von dort nach Nigeria. Solche Geschichten, ganz nah an den Menschen, ganz intime Einblicke in ihre Suche nach Unabhängigkeit und ihre Sorgen, sind typisch für Karimah Ashadu.

Ich frage mich immer wieder, wie ich noch besser werden kann. Wie kann ich noch neuere und frischere Ideen entwickeln?

Künstlerin Karimah Ashadu

Ihre Arbeit sei klarer und flüssiger geworden, erklärt Künstlerin Karimah Ashadu. "Das ist wie eine Sprache, die man lernt: Je mehr man sie spricht, desto besser wird man. Aber es ist nicht so, dass ich an die Arbeiten jetzt lockerer rangehe. Im Gegenteil: Ich frage mich immer wieder, wie ich noch besser werden kann. Wie kann ich noch neuere und frischere Ideen entwickeln?" Ästhetik spielt für sie dabei eine große Rolle: Sie will dem Publikum keine Themen aufzwingen. Sie will, dass die Menschen sich auf ihre Videos einlassen und die Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Karimah Ashadu hat noch mehr zu erzählen. Vor zwei Jahren hat sie ihre eigene Produktionsfirma gegründet. Jetzt kann sie nach ihren eigenen Regeln bestimmen, wie und wann sie ihre Geschichten auf die Leinwand bringt.

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Im Porträt Karimah Ashadu gewinnt Kunstpreis der Böttcherstraße

Karimah Ashadu verhandelt in dem zehnminütigen Video "Cowboy" Fragen von Identität, Kolonialismus und Selbstbestimmung.

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. Oktober 2022, 16:35 Uhr