Auf der Bühne Theater voller Träume und Fantasie: "Wilbur Whittaker" in Oldenburg

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Szene aus dem Stück "Die große Entwunderung des Wilbur Witthaker" mit vier Personen
Auf der Bühne von links: Julia Friede (Pearl), Anna Seeberger (Prinzessin Fantastic), Konstantin Gries (Wilbur Whittaker) und Matthias Kleinert (Pearl 2) Bild: Stephan Walzl

Als deutschsprachige Erstaufführung verzaubert das aus Australien stammende Stück Menschen jeden Alters. Das Premierenpublikum in der Exhalle des Oldenburgischen Staatstheaters war begeistert.

Worum geht es in dem Stück?

Zwei Frauen stehen einem jungen Mann gegenüber, Szene aus: "Die große Entwunderung des Wilbur Witthaker".
Der erwachsene Wilbur will seine Wunderungen aus der Kindheit retten. Bild: Stephan Walzl

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der inzwischen erwachsene Wilbur. Er wollte schon als Kind alle seine Fantasien, seine Fragen an die Welt und seine Wünsche für alle Zeiten aufbewahren. Aus den grenzenlosen Träumen wurde aber ein von alltäglichen Dingen bestimmtes Leben – bis Wilbur die Gelegenheit bekommt, sich erneut mit seinen Kindheitswünschen zu beschäftigen.

Wer sollte die Inszenierung nicht verpassen?

Das Stück spricht wirklich alle Altersgruppen an. Es wird von den vier Schauspielenden in Oldenburg in einem fantastischen Bühnenbild wunderbar umgesetzt. Das Lob geht daher auch ausdrücklich an die Regie von Ebru Tartici Borchers, die auch nach dem Intendantenwechsel als Hausregisseurin am Staatstheater bleiben wird. Sie ist ein großer Gewinn für das Haus und für die Stadt.

Theater für Kinder und Jugendliche funktioniert dann besonders gut, wenn sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam, aber auch unabhängig voneinander angesprochen fühlen. Das ist bei diesem Stück und auch bei dieser Inszenierung der Fall. Im Programm der australischen Uraufführung im "Barking Gecko Theatre" steht als Zielgruppe: Kinder und Familien, Nostalgiker, Träumer, Fragesteller und Schulen. Das würde ich für die Oldenburger Inszenierung genauso empfehlen.

Woher kommt der ungewöhnliche Titel des Stücks?

Dan Giovannoni lebt und schreibt in Melbourne. Das Stück hatte seine Premiere vor einigen Jahren in Perth, das ebenfalls in Australien liegt. Der Originaltitel ist eigentlich identisch – und dann auch wieder nicht, denn: Wenn man sich als Kind beispielsweise fragt, wie es wohl wäre, in die entfernteste Galaxie zu fliegen, dann hat das ganz viel mit Träumen und mit Fantasie zu tun. Und dieses Wortspiel "I wonder what it would be like…" funktioniert im Englischen besser mit dem Titel "The Great Un-Wondering" of Wilburg Whittaker. Aber die deutsche Übersetzung von Matthias Grön passt auf den Punkt und lässt keine Wünsche oder Fragen offen.

Was sagt der Kritiker?

Eine Frau neigt sich einem Fuchs zu, Szene aus "Die große Entwunderung des Wilbur Witthaker"
Im Zwiegespräch: Prinzessin Fantastic (Anna Seeberger) und Francis Bild: Stephan Walzl

Alle im Publikum haben die Geschichte gespannt verfolgt. Ich würde sagen, die Hälfte des Publikums waren Kinder und Jugendliche, die andere Hälfte Erwachsene. Alle fühlten sich angesprochen und waren bei der Sache. Am Ende gab es mehr als verdient sehr viel Beifall für alle Beteiligten.

Ich würde so weit gehen und sagen: Das war das wunderbarste Familientheaterstück, das ich in meinem Leben gesehen habe. Und ich habe viel Theater in meinem Leben gesehen und ich hätte mir gewünscht, wenn es in meiner Kindheit und Jugend solche Stücke gegeben hätte.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 4. März 2024, 11:40 Uhr

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