Auf der Bühne Premiere "Salome" – ein Highlight am Theater Bremen

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Noah, Engelhardt (vorn), Lehner, Bremer Philharmoniker
Szene mit Salome, gespielt von Yannick-Muriel Noah, Christian-Andreas Engelhardt als Herodes und Nadine Lehner als Herodias. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Im Bremer Theater am Goetheplatz feierte Richard Strauss’ Oper "Salome" eine gelungene Premiere. In der Hauptrolle glänzte die Sopranistin Yannick-Muriel Noah.

Yannick-Muriel Noah auf der Bühne
Die Sopranistin Yannick-Muriel Noah bot eine überzeugende Salome.

Auf der Bühne "Salome" – Premiere am Theater Bremen

Im Theater am Goetheplatz in Bremen hatte das Musikdrama "Salome" von Richard Strauss Premiere. Lisa-Maria Röhling erzählt, wie die Oper auf die Bühne gebracht wurde.

Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Worum geht es?

Um die fast schon ikonische Frauenfigur Salome. Ihre Geschichte wird so in der Bibel erzählt: Sie führt vor ihrem Stiefvater Herodes einen erotischen Tanz auf. Als Dankeschön für ihren Auftritt fordert sie den Kopf des Propheten Johannes dem Täufer – diesen bekommt sie dann auch auf einem Silbertablett serviert. Bis heute ist diese ambivalente Frauenfigur eine beliebte Vorlage für Bücher, Theaterstücke und eben auch Opern. Richard Strauss hat 1891 die Oper "Salome" geschrieben, die auf einem Text von Oscar Wilde basierte.

Was gab es zu sehen?

Lehner, Heinrich, Olivares Sandoval, Inoue und Statisterie
Szene aus der Oper "Salome", eine sehenswerte Aufführung, inszeniert von Ulrike Schwab. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Ein sehr aufwändiges Bühnenbild und ebensolche Kostüme. Die Bühne erinnert an einen Lagerraum in einem Museum: Da sind verwitterte, römische Statuen und Säulen zu sehen, ein paar Glaskästen mit ausgestopften Tieren darin, rund herum stehen alte Röhrenfernseher. Der größte Teil der Bühne steht allerdings unter Wasser: die Spielfläche von Salome. Während alle anderen Figuren, ihre Eltern und der Hofstaat rund um ihren Stiefvater Herodes, fast immer nur außen um das Becken herumgehen, watet Salome durchs Wasser. So, als sei sie so ganz in ihrer eigenen Welt. Das Theater hat sich außerdem sehr intensiv mit dem Text der Oper auseinandergesetzt. Weil der Text in manchen Teilen sehr antisemitisch ist, man diese Passagen aber musikalisch nicht einfach rausstreichen kann, distanziert sich das Theater mit einer Unterbrechung davon: Die Musik verstummt für eine Minute und die Vorstellung wird gestoppt.

Was sagt unsere Kritikerin?

Yannick-Muriel Noah auf der Bühne
Die Sopranistin Yannick-Muriel Noah bot eine beeindruckende Salome. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Musikalisch ist die Aufführung absolut gelungen. Die Hauptfigur Salome, war mit der Sopranistin Yannick-Muriel Noah exzellent besetzt. Sie hat mit starker Stimme und ihrem facettenreichen und eindrücklichen Gesang überzeugt. Gerade ihr gutes Spiel zwischen laut und leise, ihre klare Artikulation und die Betonung der Höhen und Tiefen waren eine echte Offenbarung. In der Szene, in der Salome eigentlich tanzt, ist Yannik-Muriel Noah ans Dirigenten-Pult getreten und hat die Orchesterführung übernommen. Eine gute Entscheidung: So lag der Fokus auf der Instrumentalmusik, die an der Stelle wirklich sehr virtuos ist und von den Bremer Philharmonikern sehr eindrücklich gespielt wurde. Auch das Ensemble hat überzeugt: Christian-Andreas Engelhardt als Herodes und Michal Partyka als Jochanaan waren ebenbürtige Gegenspieler für Noahs Salome. Gerade der musikalische Schlagabtausch zwischen ihr und Jochanaan war ein Highlight des Abends.

Das einzige Manko waren Teile des Bühnenbildes: Auf Bildschirmen und Schrifttafeln waren Sätze und Texte eingeblendet: "Femme fatale" oder "Warum siehst du sie an?" Das war zu viel symbolträchtige Metaebene und hat abgelenkt. Schade, weil die Inszenierung sonst wirklich komplett überzeugt hat.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 3. Februar 2024, 10:10 Uhr

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Gesprächszeit mit Julian Beyer

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