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Die Nacht

Die regionale Reportage Warum dem Leuchtturm in Sandstedt der Abriss droht

Autor/Autorin

  • Catharina Spethmann
Ein alter roter Leuchturm steht in einer verschneiten Landschaft.
Etwas in die Jahre gekommen – der Leuchtturm in Sandstedt. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

In Sandstedt an der Unterweser steht seit mehr als 100 Jahren ein kleiner Leuchtturm – etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch schön anzusehen. Ihm droht nun der Abriss.

Ein alter roter Leuchturm steht in einer verschneiten Landschaft

Ein Sandstedter Wahrzeichen: Der alte Leuchturm

Viele kleinere Leuchttürme stehen heute noch an Land entlang der Weser, obwohl sie nicht mehr in Betrieb sind. Einer steht in Sandstedt an der Unterweser, aber vielleicht nicht mehr lange...

Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Kein Zweifel, der Sandsteder Leuchtturm ist markant, mit einem Hütchen aus grün angelaufenem Kupferblech. An einigen Stellen ist zwar der Lack ab, aber immer noch eindrucksvoll hebt sich der Turm aus feuerrot gestrichenem Eisengitter gegen den Himmel ab.

Leuchtturm-Rente im Jahr 1981

Der Leuchtturm wurde bereits 1898 errichtet. "Er gehört seit über hundert Jahren zu Sandstedt dazu. Egal, von welcher Seite man das Dorf anfährt, man sieht immer diesen Leuchtturm", erklärt Karla Mombeck aus Sandstedt.

Aufgestellt wurde er im Zuge der Weser-Korrektion Ende des 19. Jahrhunderts. Damals begradigte und vertiefte der Bremer Oberbaudirektor Ludwig Franzius den Fluss von Bremen bis zur Mündung in die Nordsee, um die Versandung der Weser aufzuhalten – damit weiterhin Schiffe die Stadt Bremen erreichen konnten. "Ludwig Franzius; 1832 bis 1903. Er öffnete der Weltschiffahrt den Weg zur Stadt Bremen" steht heute noch am Denkmal für den Wasserbaumeister in Bremen. Franzius ließ das Flussbett ausbaggern und die Ufer befestigen. "Danach sind entlang der Weser lauter Richtfeuer aufgestellt worden. Der offizielle Name für einen Leuchtturm ist Richtfeuer. Er gehört zu einer langen Reihe von Leuchttürmen und war bis 1981 in Betrieb", weiß Mombeck.

Eine Frau mit grauer Mütze steht in einer verschneiten Landschaft
Karla Mombeck kennt die Geschicht des Leuchtturms und würde sich über seinen Erhalt freuen. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Nicht weit entfernt findet man nahe Verwandte: die alten Leuchttürme in Lemwerder, auf der Weserinsel Harriersand – und: den weißen Geschwistertum des alten Sandstedter Turms. Er steht heute in Bremerhaven vor dem Deutschen Schifffahrtsmuseum. Die filigranen Türme aus Eisengitter sind genietet – wie Schiffe früher, bevor die Schweißtechnik sich durchsetzte. Wurden diese Leuchttürme also auf einer Werft gebaut? Die Theorie gibt es, bestätigt Karla Mombeck. Das schwarze Oberfeuer von Lemwerder stammt wohl vom Bremer Vulkan: "Das ist Schiffbauweise. Außerdem sind wir nur knapp von Bremen entfernt. Ich glaub nicht, dass man aus Berlin so einen Leuchtturm transportiert hat."

Beliebtes Ausflugsziel

Seit 1898 steht der Turm nun an seinem Platz hinter dem Deich, an der Zufahrt zur Weserfähre Sandstedt-Brake. Viele Autos, Lastwagen und Traktoren, die die Fähre nutzen, kommen hier vorbei. Und auch viele Sandstedter, für die der Turm ein beliebtes Spazierziel ist. Lokalpatrioten bedruckten vor zwanzig Jahren sogar mal T-Shirts mit einer stilisierten Version des Turms. Und bis vor einigen Jahren war er einmal im Jahr auch Funkturm – sozusagen: Menschen kamen mit ihren Wohnwagen, besetzten den Turm und funkten von hieraus in die Welt.

Mehr als hundert Jahre Wind und Wetter haben deutlich sichtbar ihre Spuren hinterlassen. Rost blüht in den Ecken der Verstrebungen und um die Nieten herum. Mit einem Schlag Farbe ist es hier vermutlich nicht mehr getan: Laut einem Gutachten könnte eine Grundsanierung rund 700.000 Euro kosten. Um das weitere Vorgehen streitet derzeit der Gemeinderat. Karla Mombeck wünscht sich, dass der Turm, der laut Infotafel an seinem Fuß 1981 renoviert der Gemeinde übergeben wurde, erhalten bleibt: "Er ist maritimes Erbe und Geschichte von dieser Gegend. Nicht nur speziell Sandstedt, sondern von der Gegend, die an der Weser liegt."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 13. Dezember 2021, 10:40 Uhr