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Der Sonntagnachmittag mit Wolfgang Rumpf

Die regionale Reportage Diese Bremerhavenerin funkt von einem Museumsschiff in die ganze Welt

Autor/Autorin

  • Leonard Steinbeck
Frau sitzt am Funkgerät und schaut in die Kamera
Seit den Achtzigern nutzt auf Schiffen kaum jemand mehr Funk. Marita Westphal-Blome aus Bremerhaven funkt weiter in viele Länder – als eine von wenigen Frauen. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Marita Westphal-Blome ist eine von wenigen Amateurfunkerinnen in Deutschland. Von ihrem Funkraum auf dem Museumsschiff "Seefalke" in Bremerhaven hat sie Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt.

Eine Frau mit einem Funkgerät

Marita Westphal-Blome: Amateurfunkerin aus Bremerhaven

Auf großen Schiffen wird heute ausschließlich digital und per Satellit kommuniziert. Bis in die frühen achtziger Jahre war das aber noch anders. Da lief der Kontakt auf den Weltmeeren ausschließlich über Funk. Eine Technik die inzwischen überholt ist, die aber immer noch Fans hat. Zum Beispiel Marita Westphal-Blome aus Bremerhaven.

Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Wer in die Funkkammer von Marita Westphal-Blome will, muss schwindelfrei sein. Über eine lange Treppe geht es ganz nach oben auf das Museumsschiff "Seefalke" im Alten Hafen von Bremerhaven. Hier geht Marita Westphal-Blomes Herz auf. Die 69-Jährige ist Amateurfunkerin und betreut ehrenamtlich die Funkstation auf dem Museumsschlepper.

CQ CQ 40. CQ auf 40 Meter. Von Delta Kilo Null. Sierra November. Hier ruft Delta Kilo Null. Sierra, November. Ruft und hört.

Funkspruch von der "Seefalke"

Wer jetzt gleich einen Smalltalk mit der weiten Welt der Funkfreunde erwartet, wird enttäuscht. Denn jetzt kommt das große Warten. Ist jemand auf der gleichen Frequenz? Hört uns jemand? Nicht immer gibt es eine Antwort.

Eine Frau steht auf einem Steg
Marita Westphal-Blome ist Amateurfunkerin auf dem Museumsschiff " Seefalke" in Bremerhaven. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Kontakte aus Marokko oder Oman

Marita Westphal-Blome kann aus ihrer Funkkajüte am Deck des Schiffs nach ganz Europa und weit darüber hinaus funken, heute nur noch als Hobby. Aber bis vor 40 oder 50 Jahren war diese Technik überlebenswichtig. Am Amateurfunk fasziniert sie der Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt: "Es ist immer wieder spannend, mit wem man da auf einmal in Kontakt kommt. Da meldet sich auf einmal jemand aus Marokko oder aus dem Oman", sagt Marita Westphal-Blome.

Die sind immer ganz begeistert, wenn sie eine weibliche Stimme hören.

Martia Westphal-Blome über Funkkollegen

Viele seien dann nicht nur überrascht, von wie weit weg ihre Gesprächspartnerin kommt: "Vor allem Funker, die sind immer ganz begeistert, wenn sie eine weibliche Stimme hören." Davon gebe es im Amateurfunk nämlich nur wenige, sagt Westphal-Blome. In Deutschland liege der Frauenanteil bei rund zehn Prozent.

Hauptberuflich war Marita Westphal-Blome nie Funkerin. Für sie war es immer nur ein Hobby, das sie über ihren Mann kennengelernt hat. Ihr Job war Übersetzerin. Das hat ihr manches Mal genützt: "Ich spreche Englisch, Französisch und Spanisch. Aber die Verkehrssprache ist Englisch. Aber eine Französin oder ein Franzose freuen sich natürlich auch, wenn man mal ein paar Worte auf Französisch einfließen lässt. Das ist ganz klar!", so die Funkerin.

Marita Westphal-Blome sitzt im Funkraum
Marita Westphal-Blome bekommt Postkarten von Funkerinnen und Funkern aus der ganzen Welt. Bild: Deutsches Schifffahrts Museum | Annica Müllenberg

Vielleicht kommt dann auch ein anderes Lebenszeichen auf Französisch: In der Funkkammer sammelt die Funkerin nämlich Postkarten aus vielen Ländern. Wenn man zum ersten Mal Kontakt hat mit anderen Funkerinnen und Funkern aufnimmt, dann schickt man sich die Karten traditionell zu. Manche ihrer Sprechkontakte habe sie sogar persönlich getroffen. Zum Beispiel einen netten Funkkollegen aus St. Petersburg. Der Seefahrer sei häufig in Bremerhaven gewesen.

Konfliktfrei funken

Mit dem Russen könnte die Funkerin wohl auch in den heutigen Zeiten noch reden, ohne in Streit zu geraten. Dass das möglich sei, über Religionen und Weltanschauungen hinweg, liege an einigen Regeln, die beim Amateurfunk strikt eingehalten werden. Manche Themen sind tabu: "Zum Beispiel Politik, Religion oder rassistische und diskriminierende Äußerungen. Und Werbung darf man auch nicht betreiben", sagt Westphal-Blome.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. August 2022, 13:40 Uhr