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Die Nacht

Im Porträt Er will aus dem Jade-Weser-Port eine Erfolgsgeschichte machen

Autorinnen

Jade-Weserport-Geschäftsführer Mikkel Andersen
Ist fest davon überzeugt, dass der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven für Deutschland notwendig ist: Mikkel Andersen Bild: Eurogate

Seit zehn Jahren läuft der Betrieb am Jade-Weser-Port. Den Tiefwasserhafen zu bauen, war eine Mammutaufgabe, erinnert sich der Mikkel Andersen heute. Der Däne hat bei der weltweit größten Container-Reederei Møller-Maersk das Hafengeschäft gelernt, in den Niederlanden und Asien gearbeitet und das Projekt von Anfang an begleitet. Heute ist der 45-Jährige Geschäftsführer des Eurogate Container Terminals.

Jade-Weserport-Geschäftsführer Mikkel Andersen

Gesprächszeit "Ich will Erfolge sehen"– Mikkel Andersen

Seit zehn Jahren läuft der Betrieb im Jade-Weser-Port. Mikkel Andersen war von Anfang an dabei. Der Bau war eine Mammutaufgabe, erinnert sich der Däne.

Bild: Eurogate

Den Start des ersten deutschen Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven kann man durchaus als holprig bezeichnen. Von der Idee bis zur Eröffnung des Jade-Weser-Ports 2012 waren rund 20 Jahre vergangen – die Planungen und der Bau waren von etlichen Problemen und Rückschlagen begleitet. Stichwörter wie "Millionengrab" und "Investitionsruine" machten die Runde. Mikkel Andersen hat immer an das Projekt geglaubt: "Diese Art von Hafen ist ein "Must" für ein Land, und sowieso ein "Must" für Deutschland, das vorne mitspielen möchte in Europa", sagt er. "Es war schwierig in der Anfangsphase, aber manche Dinge brauchen Zeit."

Wenn da gar nichts ist und man muss alles aufbauen, dann ist das auf einmal eine Mammutaufgabe.

Mikkel Andersen über die Aufgabe, einen Hafen zu bauen

Mikkel Andersen kam 2008 aus Singapur und Malaysia nach Wilhelmshaven, um den Bau des Tiefwasserhafens zu übernehmen. Ein Job, der eine Lebensaufgabe ist. "Ich hatte, wenn ich ehrlich bin, keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Wenn man in einem Hafen arbeitet, der läuft, arbeitet man einfach. Aber wenn da gar nichts ist und man muss alles aufbauen, dann ist das auf einmal eine Mammutaufgabe." Aber Andersen konnte sich auf ein großes Netzwerk stützen und war sich sicher, dass er "die Deutschen" schon gut verstehen wird.

Auf dem Terminalgelände wird sich dänisch geduzt

Zunächst war Mikkel Andersen "Chief Operating Officer" bei Eurogate, seit 2012 ist er Geschäftsführer des Containerterminals. Andersen kommt aus Nyborg auf Fünen und pflegt auf dem Terminalgelände flache Hierarchien und den dänischen Umgangs des Duzens. "Wenn ich muss, kann ich auch Siezen, aber ich finde auch, das schafft ein bisschen Abstand. Und Abstand fördert nicht das Ergebnis. Wenn wir miteinander was wollen, dann müssen wir uns auch die Wahrheit sagen können. Wir müssen offen über die Dinge sprechen, wir dürfen auch keine Angst haben." Respekt sagt er, will er nicht einfach geschenkt bekommen, nur weil er der Geschäftsführer ist. Respekt will er sich erarbeitet haben.

Ich liebe gewinnen und ich hasse verlieren.

Mikkel Andersen über seinen Antrieb
Ein Containerschiff liegt an der Kaje des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven
2022 hat der Jade-Weser-Port volle Auftragsbücher. Bild: Eurogate

Bei der Container-Reederei Møller-Maersk in Kopenhagen hatte der Däne seinerseits studiert und das Handwerk der Hafenwirtschaft gelernt. Erst stieg er ins Terminalgeschäft ein, dann war er als Manager und Projektleiter in Singapur und Malaysia tätig. Sich immer wieder auf neue Kunden, neue Rahmenbedingungen oder auch neue Weltwirtschaftslagen einzustellen, reizt den ehrgeizigen Manager: "Es ist immer ein bisschen Wettbewerb bei mir drinnen. Ich liebe gewinnen und ich hasse verlieren. Und finde ich, da ist so eine Logistikbranche schon etwas Besonderes. Da hört man nie auf, zu lernen. Und da hört man auch nie auf, zu optimieren."

Ehrgeiz auch beim Golfen

Ähnlich dynamisch wie in seinem Job, ist Mikkel Andersen auch im Privaten unterwegs. Der 45-Jährige hat früher leidenschaftlich Handball gespielt, fährt Rad und spielt seit er fünf Jahre alt ist sehr erfolgreich Golf. Andersen ist sogenannter "Scratch-Golfer", das heißt sein Handicap ist besser als Null. "Ich habe meine ganze Jugend auf dem Golfplatz verbracht. Deswegen ist es auch ein bisschen einfacher, als wenn man erst mit 30 oder 40 anfängt", sagt er dazu ganz bescheiden.

Zehn Jahre später ist der Erfolg da

Am 21. September 2012 wurde der Jade-Weser-Port feierlich eröffnet. Heute, zehn Jahre später, ist der Hafen sehr gut gebucht. "Wir sagen mehr "nein", als dass wir "ja" sagen im Moment", freut sich Andersen über die Auftragslage. Als während der Corona-Lieferkrise die Verweildauer der Container in den Häfen stark angestiegen war und andere Häfen unter Stress gerieten, profitierte Wilhelmshaven sogar: "Unsere Wachstumsraten sind sehr gut die letzten zwei Jahre gewesen und hätten wir mehr Kräne gehabt, hätten wir mehr Personal gehabt, dann würden wir im Moment mehr tun, als es tatsächlich der Fall ist."

Da wird keiner mehr von "Geisterhafen" und sonst was sprechen.

Mikkel Andersen über die Zukunft des Jade-Weser-Ports

Gerade hat Andersen einen Gesellschafterwechsel beim Jade-Weser-Port vollzogen: "Maersk Line" ist ausgestiegen, dafür konnte "Hapag-Lloyd" als neuer Investor gewonnen werden. Seine aktuelle Aufgabe ist es nun den Standort weiterzuentwickeln, zu investieren, Geräte nachzubestellen und mehr Personal zu rekrutieren. "Ich will Erfolge sehen. Ich will auch, dass Leute sagen: 'Das was die da drüben machen, das ist schon gut!'" Für Deutschland ist seiner Meinung nach der Tiefwasserhafen eine richtige, strategische Entscheidung für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Hafenwirtschaft. "Da erwarte ich schon sehr, dass wir innerhalb der nächsten zehn Jahre in Wilhelmshaven ein ganz großer Standort werden. Da wird keiner mehr von "Geisterhafen" und sonst was sprechen. Das Thema ist spätestens dann bald erledigt", fasst er seine Ambitionen zusammen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 20. September 2022, 18:05 Uhr