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Der Morgen mit Tom Grote

Die regionale Reportage Warum der kleine Hafen in Hude kein Hafen ist

Autorin

Wasser und Wiesen
Wo Boote ankern, ist ein Hafen, oder? Zumindest ist dies die Verbindung von Hude über die Hunte und die Weser zum Meer. Bild: Radio Bremen | Kristin Hunfeld

Hude liegt zwischen Bremen und Oldenburg, am Rande der Wildeshauser Geest. Die Gegend ist sumpfig, es gibt viele Bachläufe. Und es gibt einen Hafen, im äußersten Nordwesten der Gemeinde – in Iprump, einem Dorf an der Hunte mit einer Handvoll Häuser. Bremen-Zwei-Reporterin Kristin Hunfeld hat sich den kleinen Hafen zeigen lassen – und dabei erfahren, dass die Frage "Hat Hude einen Hafen?" schwer zu beantworten ist.

Hat Hude einen Hafen?

Hude liegt zwischen Bremen und Oldenburg, am Rande der Wildeshauser Geest. Am Rand der Gemeinde gibt es einen kleinen alten Hafen, Hudes Verbindung zum Meer.

Wasser und Wiesen
Bild: Radio Bremen | Kristin Hunfeld
Bild: Radio Bremen | Kristin Hunfeld

 

Unterwegs in Iprump: Wiesen, Wasser. Ein paar kleine Boote dümpeln an einem Steg, die zwei Pontons haben schon bessere Zeiten gesehen. Bewegung kommt allenfalls durch die kleinen Yachten und Frachtschiffe, die auf der Hunte vorbeifahren, Richtung Oldenburg oder Richtung Elsfleth und Weser. "Das ist die Seeverbindung von Hude hier. Das ist der Huder Hafen," sagt Hartmut Schröder, der in Iprump aufgewachsen ist und heute noch hier lebt.

 Kein Hafen, aber ein Sieltief

Irrtum, sagt Ingenieur Klaas-Heinrich Peters, der früher für die niedersächsische Wasserwirtschaftsverwaltung gearbeitet hat. Das in Hude sei kein Hafen, es sei früher ein Sielbauwerk gewesen: Wasserläufe entwässerten die Moorgebiete und den Geestrand und mündeten in der Hunte. Durch den Deichbau wurde dieser freie Zufluss unterbrochen. Deshalb musste ein Siel zur Entwässerung gebaut werden.

Wasser und Wiesen
Kein Hafen, aber ein guter Platz zum Angeln: das Außentief bei Hude. Bild: Radio Bremen | Kristin Hunfeld

Das erste hölzerne Siel aus dem 17. Jahrhundert wurde 1751 durch ein steinernes Siel ersetzt. Im Jahr 1933 kam ein Schöpfwerk mit zwei Pumpen dazu. Beide wurden überflüssig, nachdem in den 1960er Jahren im nahegelegenen Holle ein neues Schöpfwerk entstanden war. Heute steht in Iprump an Stelle des alten Siels ein kleiner Aussichtsturm, auch das Sielwärterhaus ist längst abgerissen. Nur das Sieltief ist noch da. Klaas-Heinrich Peters erklärt: "Sieltief heißt es. In Wirklichkeit ist es nur das Außentief. Das ist dieser Teil vom Sielbauwerk bis zur Hunte. Man spricht auch von einer Außenmuhde, das ist der Fachbegriff. Und in diesem Rest Außenmuhde liegen die Boote. Das hat aber nichts mit dem alten Hafen Iprump zu tun."

Kein Hafen, aber eine Anlegestelle

Ein alter Hafen in Iprump? Es war eher eine Anlegestelle. Sie war die einzige zwischen Oldenburg und Huntebrück. Sie war wichtig für den Umschlag vor allem landwirtschaftlicher Produkte, sagt Peters. Bilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen vertäute Kähne am Anleger. Auch der Einheimische Hartmut Schröder hat Fotos gefunden – in einem alten Familienalbum. Zu sehen sind dort weiße Ausflugsdampfer am Anleger von Iprump. Die meisten Ausflügler kamen aus Oldenburg und kehrten im nahegelegenen Huntekrug ein. Der "Huntekrug" wurde 1966 abgerissen. Er war Schenke und Versammlungsort von Deichbauern und Deichkommissionen seit dem frühen 17. Jahrhundert.

Doch ein Hafen ?!

Vom ehemaligen Standort des "Huntekrugs" zur Hunte führt ein grasbewachsener Weg über den Deich, vorbei an Schafen und unter niedrigen Kopfweiden hindurch zu einer kleinen Erhöhung über der Hunte. Vom Anleger, der dort einmal war, ist nichts mehr übrig. Aber zum Angeln sei es hier gut, sagt ein junger Mann, der regelmäßig herkommt – und, klar, er habe immer gewusst, dass das da ein kleiner Hafen im alten Sieltief ist, der zur Gemeinde Hude gehört: "Ist zwar nicht der schönste kleine Hafen, aber wenn das alles ein bisschen blüht, dann sieht das schön aus." 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 24. August 2021, 10:40h