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Der Nachmittag mit Martin Busch

Die regionale Reportage Die bewegte Geschichte des Emder Fürbringerbrunnens

Autorin

ein Brunnen aus Sandstein mit zwei Figuren an der Seite
Der Fürbringerbrunnen wurde im Emder Stadtgarten wieder aufgebaut. Bild: Imago | Peter Schickert

Im Emder Stadtgarten steht der Fürbringerbrunnen. Ein Wahrzeichen, im Juni 1984 mit einem großen Festakt feierlich eingeweiht. Dabei war das schon der zweite Akt für dieses Wahrzeichens. Ursprünglich stand der Brunnen ganz woanders.

ein Brunnen aus Sandstein mit zwei Figuren an der Seite

Der Fürbringerbrunnen in Emden

Im Emder Stadtgarten steht ein Brunnen – der Fürbringerbrunnen. Ein Wahrzeichen, im Juni 1984 mit einem großen Festakt feierlich eingeweiht. Doch ursprünglich stand der Brunnen ganz woanders.

Bild: Imago | Peter Schickert
historische Aufnahme des Fürbringer Brunnens in Emden
Der Fürbringer-Brunnen stand ursprünglich an der Straße "An der Bonesse". Bild: Dietrich Janssen

Mitten in Emden steht er: der Fürbringerbrunnen. Die beiden Bronzefiguren des Brunnens – ein Fischer und ein Hafenarbeiter – symbolisieren die Verbundenheit der Stadt mit dem Hafen. Der Brunnen war ein Geschenk der Emder Bürgerinnen und Bürger an den Oberbürgermeister Leo Fürbringer. Ein Mann, dem Emden viel zu verdanken hat. In seiner Amtszeit von 1875 bis 1913 hat er entscheidend zur wirtschaftlichen Stärkung der Stadt beigetragen. Er war eine der treibenden Kräfte beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals und beim Ausbau des Emder Hafens. Ursprünglich stand der Brunnen in der Nähe des alten Binnenhafens "Delft", weiß Dietrich Janssen. Er war früher bei der Stadt Emden als Bauingenieur tätig und ist ein ausgewiesener Kenner der Emder Geschichte.

Wahrzeichen musste dem Wiederaufbau der Stadt weichen

historische Aufnahme des Fürbringer Brunnens in Emden, zerlegt in Einzellteile,im Hintergrund eine Kirche
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen abgerissen; seine Teile landeten erst hinter einer Kirche und wurden später auf einem Bauhof vergessen. Bild: Dietrich Janssen

Am 6. September 1944 wurde die Seehafenstadt Emden von alliierten Bombern fast vollständig zerstört. Die Wahrzeichen der Stadt, wie das Rathaus, gingen vollständig in Flammen auf. Der Fürbringerbrunnen blieb unversehrt. Doch in der Nachkriegszeit musste er weichen – er war den Stadtplanern im Weg. Der spätere Oberbürgermeister Herbert Alberts sagte: "Wenig hat den großen Angriff im Zweiten Weltkrieg überstanden. Nur ein Opfer hat es gegeben bei der Stadtplanung: Der Fürbringerbrunnen wurde nach dem Krieg abgerissen."

Die Brunnenteile wurden zunächst hinter der großen Kirche in Emden gelagert. Später wurden die Teile auf den Bauhof gebracht und vergessen, erzählt Dietrich Janssen.

Neuaufbau des Fürbringerbrunnens

Erst 40 Jahre später erinnerte sich ein engagierter Emder Bürger wieder an diesen Brunnen. Dr. Erich Brüggemann entfachte großes Engagement und holte diverse Wahrzeichen zurück ins Bewusstsein der Stadt.1983 gründete er eine Initiative, um den Fürbringerbrunnen im Emder Stadtgarten wieder errichten zu lassen.

Am 6. Mai 1984 war es soweit: Der Brunnen wurde wieder in den Mittelpunkt Emdens gerückt. Mit einer feierlichen Grundsteinlegung. Im Grundstein liegen zwei Urnen, mit den Unterschriften der Spender, Münzen und einer aktuellen Ausgabe ostfriesischer Tageszeitungen. Der Architekt Thomas Buss bekam seinerzeit den Auftrag, den Brunnen neu aufzubauen. Was kaum einer weiß: So ganz original ist der Fürbringerbrunnen doch nicht zurückgekehrt, sagt Dietrich Janssen: Dem Seemann fehlte das Gesicht; es wurde nachgebildet.

Aber das wird kaum einer wissen, ebensowenig wie die Tatsache, dass das Wahrzeichen im Herzen der Stadt jahrzehntelang völlig vergessen war.

Dieses Thema im Programm: Brfemen Zwei, Der Vormittag, 9. August 2021, 10:40 Uhr.