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Der Morgen mit Anja Goerz

Die regionale Reportage Die Geschichte der Ebenezer-Kapelle in Bremerhaven

die Klinkerfassade einer Kirche, rechts und links davon Mietshäuser
Die Ebenezer-Kapelle wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Baptisten erbaut. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Wer im Bremerhavener Stadtteil Lehe am Südende der Goethestraße um die Ecke schlendert, dabei vielleicht seinen Gedanken nachhängt und nur auf den Fußweg vor sich guckt, könnte sie glatt übersehen: eine hübsche, kleine, seltsame Kirche ohne Kirchhof, Wand an Wand mit den Gründerzeit-Mietshäusern, die zu ihrer Rechten und ihrer Linken stehen.

Die Ebenezer-Kapelle in Bremerhaven-Lehe

Zwischen Mietshäusern in Bremerhaven-Lehe steht die ehemalige Ebenezer-Kapelle. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Baptisten gebaut.

Audio vom 8. März 2021
die Klinkerfassade einer Kirche, rechts und links davon Mietshäuser
Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Wenn man die ehemalige Ebenezer-Kapelle richtig in den Blick nehmen wollte, müsste man sich mitten auf die Pestalozzi-Straße in Bremerhaven-Lehe stellen. Aber vielleicht reicht es, bis an den Rand des Bürgersteigs zu treten, den Kopf in den Nacken zu legen und den Blick hochwandern zu lassen. Dort, wo das Eckgebäude aus der Goethe- in die Pestalozzistraße abknickt, wächst ein Türmchen aus der Ziegelfassade, das im ersten Stock auch noch einen Erker über den Bürgersteig reckt und ganz oben stolz vier kleine weitere Turmspitzen trägt. Ein kleineres Türmchen daneben beherbergt den Seiteneingang. Ziergiebel und Fensterbögen schmücken die Fassade – ein neugotischer Traum in Klinker.

Blick von unten zu einer Kirchturmspitze
Türmchen, Ziergiebel, Fensterbögen: Die Ebenezer-Kapelle ist ein neugotischer Traum in Klinker. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Die kleine Kirche erinnert an eine winzige Burg. Sie verströmt einen etwas sinistren Charme, vielleicht so ähnlich wie die Kirche "Ambrose Chapel" im Hitchcock-Thriller "Der Mann, der zu viel wusste". Wie ein großer Saal wirkt das Kirchenschiff. Von der Straße aus ist es nicht zu sehen. Aber es hat alles, was zu einer richtigen Kirche gehört: einen Altarraum, große Spitzbogenfenster, eine Empore. Zur Zeit wird die Kapelle saniert und zu einem Veranstaltungszentrum umgebaut – zum Beispiel für Yoga- und Meditationskurse, sagt Frank-Peter Pohl, Geschäftsführer der Immobilien-Gesellschaft GVA. Sie hat die kleine Kirche vor zwei Jahren von einer freikirchlichen Gemeinde gekauft.

Kapelle der Baptistengemeinde

Gebaut wurde die Kapelle 1902 von betuchten Mitgliedern der Baptistengemeinde in Bremerhaven. Seit 1863 gab es eine Baptistengemeinde in der Stadt. Sie geht unter anderem zurück auf holländische Arbeiter und deren Angehörige, die für den Bau des Hafens ab 1827 in das damals frisch gegründete Bremerhaven kamen. Die Baptisten lehnen die Taufe von Säuglingen ab, ihrer Lehre nach können sich nur bewusst Gläubige taufen lassen. Und deshalb gibt es unter einem Podest noch ein richtiges Tauch-Taufbecken, in das die Gläubigen hineingehen konnten.

Wie eine kleine Trutzburg thront die Kapelle an ihrer Kreuzung. Von ihrem Turmfenster aus hat man einen guten Blick auf ein prachtvolles Gründerzeithaus auf der anderen Straßenseite. Dessen Fassade wird von Rittern aus Stuck in Rüstungen und mit Schwertern bewacht. Vielleicht haben sie auch ein Auge auf die kleine Burg gegenüber. Wer weiß.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 8. März 2021, 10:40 Uhr.