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Sendetermin:

25. November 2023 um 19:00 Uhr

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Die kanadische Jazz-Sängerin Holly Cole bei einem Konzert 2013.
Holly Cole Bild: dpa | Jazz Archiv/Rainer Merkel

Holly Cole zum 60. Geburtstag

Ein wenig Ironie hat Musik schon oft gutgetan und es ist auch eine der Zutaten, die die kanadische Musikerin Holly Cole immer wieder in ihre Musik einstreut. Am 25. November 1963 ist sie in Halifax in der kanadischen Provinz Nova Scotia auf die Welt gekommen. Schon als Kind hat sie sich im musikalischen Diskurs geübt. Denn in der Familie Cole mit zwei klassisch geschulten Eltern wurde abends diskutiert, welche Lieder gemeinsam gesungen werden sollen. Als ihr älterer Bruder ein Musikstudium am renommierten Berklee College of Music beginnt, besucht ihn die jugendliche Holly Cole und kommt so in Kontakt mit klassischem Jazzrepertoire – und entscheidet Sängerin werden zu wollen

Ich hörte Sängerinnen wie Sarah Vaughan, Billie Holiday, Anita O’Day und Betty Carter. Ich war überwältigt, wie viel persönliches Engagement und Intimität sie in ihren Gesang legten.

Holly Cole

Mit dem Holly Cole Trio geht es ab 1985 für sie los und ihre Musik zeichnet durchaus ein minimalistischer Ansatz aus. Im Verlauf der Jahre erweitert Cole zudem ihr Repertoire und widmet sich auch Popmusik, Country und Blues – ebenfalls macht sie sich einen Namen mit ihrem Weihnachtsprogramm. Das letzte reguläre Studioalbum liegt nun bereits fünf Jahre zurück, aktiv ist sie aber ständig, zuletzt mit einem weiteren Weihnachtsalbum, mit dem sie auch dieses Jahr durch Kanada touren wird. Anlässlich ihres 60. Geburtstages gratulieren wir und blicken auf das vielfältige Schaffen von Holly Cole.

Neal Francis Comes Alive

Porträt des Musikers Neal Francis
Bild: nealfrancis.com

Das erste Livealbum stellt in der Karriere vieler Musikerinnen und Musiker einen wesentlichen Meilenstein dar. Es ist das Zeugnis darüber, wie sich Studioideen für Alben auf die Bühne übertragen lassen, welche Änderungen vorgenommen werden müssen und vor allem: wie gut man ist, wenn’s drauf ankommt. Nach zwei Studioalben und einer EP hat der Chicagoer Soul’n’Funk-Musiker Neal Francis diesen Schritt nun gewagt und aufwendig einen Auftritt im Theater Thalia Hall in seiner Heimatstadt aufgezeichnet. Während er regulär im Quartet tourt, hat er für diesen Auftritt eine elfköpfige Bigband zusammengestellt: Bläser, Percussion, Background-Gesang und sogar neben ihm einen weiteren Keyboarder. Neal Francis ist 35 Jahre alt und die vielen Jahre, die er ununterbrochen getourt ist, beginnen sich auszuzahlen. "Francis Comes Alive" zeigt einen jungen Musiker, der mit enormen Genuss und Können derzeit zurecht eine Erfolgswelle reitet.

Hotel Rimini

Die deutsche Band Hotel Rimini live beim Orange Blossom Special Festival, Beverungen, Deutschland
Bild: dpa | Peter Schickert

Der Gründungsgeschichte der Leipziger Band Hotel Rimini klingt, ehrlich gesagt, erstunken und erlogen. Angeblich haben die sechs Mitglieder gleichzeitig in einem Oktober ungeklärten Jahres in einem Hotel in Rimini gearbeitet, alle sechs als verhinderte Musikerinnen und Musiker irgendwie auf der Suche, die eigentliche Leidenschaft zu finanzieren. Dann kam der Lockdown, das Hotel machte zu, doch die sechs blieben und verwandelten die Präsidentensuite in einen Proberaum. Dort entsteht das Debütalbum "Allein unter Möbeln". Es ist wohl eine Räuberpistole, aber eine, die gut wiedergibt, wie viel Spaß die Band am Fantastischen, Unerhörten und Kreativen hat. Kammer-Pop spielen sie, Streicher dominieren die Songs, rauer Gesang und Texte voller scharfsinniger Beobachtungen. Hotel Rimini gelingt es, Indiepop und klassisches Handwerk zu vereinen, was vor allem daran liegt, dass die sechs aus unterschiedlichen musikalischen Welten kommen. Gitarrist Paul Pötsch beispielsweise ist auch als Frontmann der Indierockband Trümmer unterwegs, Geigerin Annegret Enderle wiederum kommt aus der Klassik und Sänger Julius Forster ist in erster Linie Schauspieler. Ein deutschsprachiges Debüt, das aufhorchen und innehalten lässt.

Außerdem:
Dazu hören wir unter anderem Musik aus dem neuen Album der niederländischen Rootsrockband Dawn Brothers, des belgischen Folk-Chanson-Trios Las Lloronas, der in Berlin beheimateten Musikerin Defne Şahin, die Gedichte von Emily Dickinson vertont hat und von Kurt Vile, der mit "Back to the Moon Beach" eine EP vorlegt, die angesichts einer Spielzeit von 52 Minuten doch eher als Album durchgeht.

Bremen Zwei Livestream & aktuelle Sendung.

Sounds mit Christine Heuck

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Jetzt läuft:

Mac DeMarco The Way You'd Love Her
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