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Die Nacht

Die regionale Reportage Die Medem – ein Fluss, der weder fließt noch eine Quelle hat

Autoren

  • Frank Jakobs
Der Fluss Medem im Sonnenschein
Der kleine Ausflugsdampfer schippert regelmäßig die Medem bei Otterndorf entlang. Bild: Radio Bremen | Frank Jakobs

Sie schlängelt sich durch das Hadelner Land und ist ein idyllischer Fluss. Fast schon romantisch im Vergleich zur Elbe, in die sie mündet – die Medem. Doch der Fluss im Kreis Cuxhaven ist ein ganz besonderer: ohne Menschen gäbe es ihn gar nicht.

Ein Fluss mit künstlicher Strömung und ohne Quelle – die Medem

Die Medem im Kreis Cuxhaven ist ein ganz besonderer Fluss: Er hat keine Quelle und er fließt auch nicht.

Der Fluss Medem im Sonnenschein
Bild: Radio Bremen | Frank Jakobs
Bild: Radio Bremen | Frank Jakobs

Ein riesiger roter Klinkerbau türmt sich direkt hinterm Deich in Otterndorf in die Höhe. Das Gebäude ist rund 100 Jahre alt, sagt Thorsten Heitsch, Geschäftsführer der Wasser- und Bodenverbände Otterndorf: "Wir befinden uns hier im Schöpfwerk Otterndorf – und dieser Gebäudeteil hier beinhaltet die größte Pumpe Europas mit einer Leistung von 24.000 Litern pro Sekunde. Ein Tanklastzug geht hier pro Sekunde durch an Wassermenge."

Das Schöpfwerk pumt das Wasser in die Elbe. Nur durch dieses Schöpfwerk und durch das Stufenschöpfwerk Ihlienworth südlich von Otterndorf, das das Wasser aus den tiefer liegenden Gebieten anhebt, strömt der kleine Fluss überhaupt. Zwischen den beiden Schöpfwerken schlängelt sich das 16 Kilometer lange Gewässer durch das Hadelner Land. "Die Medem hat nur eine Fließrichtung", weiß Heitsch, "aber sie fließt nicht selbst". Er erklärt: "Sie fließt entweder durch Sielzug, das heißt, der Wasserstand in der Elbe ist tiefer, dann kann sie schon mal für kurze Zeit selber in die Elbe fließen, ansonsten erzeugen wir künstlich durch unseren Pumpbetrieb die Strömung."

Ausgeklügeltes Entwässerungssystem

Die Medem ist Teil eines ausgeklügelten Entwässerungssystems, das mithilfe von kleinen und großen Pumpen und Stauwehren das nasse Dreieck trocken hält. Denn das Land liegt unter dem Meeresspiegel. Bei Regen läuft es voll, wie eine Wanne. Der Fluss ist sozusagen das Abflussrohr, mit dem das Regenwasser wegbefördert wird.

Der Fluss Medem im Sonnenschein
Die Strömung der Medem wird künstlich erzeugt. Bild: Radio Bremen | Frank Jakobs

Früher konnten die Gezeitenströme weit ins Binnenlind eindringen. Regelmäßig stand das Sietland zwischen Küste und Geestrand unter Wasser und war eine unzugängliche Sumpf- und Moorgegend – anders als die fruchtbare höher gelegene Marsch drumherum. Anfang des 13. Jahrhunderts bauten die Menschen erste Schleusen und Sieltore, die das auflaufende Wasser der Medem zurückhalten konnten. Bis heute wird der Fluss von der Tide beeinflusst.

Und noch etwas ist besonders: Die Medem hat keine Quelle: "Die Medem wird gespeist aus ganz vielen kleinen und mittleren Entwässerungsgräben. Es gibt auch einen Hauptvorfluter, die Emmelke, die von der Geest kommt, aber 'ne richtige Quelle hat die Medem nicht", sagt Thorsten Heitsch.

Ein wenig Romantik

Dennoch ist die Medem eine wichtige Lebensquelle für die Menschen hier. Weil sie das Land erst bewohnbar macht – und weil man sich an der Medem gut erholen kann, vor allem im südlichen Teil. Ganz anders als an der Elbe, so Heitsch: "Die Elbe ist einfach groß und wenn dann die 400-Meter-Schiffe vorbeifahren, das hat nichts mehr mit Romantik zu tun."

Für die Romantik auf der Medem sorgen dafür kleine 16-Meter-Ausflugsschiffe, die früher mal auf der großen Elbe unterwegs waren. Denn der Fluss, der nicht fließt und keine Quelle hat, ist heute auch für den Tourismus in der Region wichtig.

 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 21. Juni 2021, 10:40 Uhr