Im Porträt Der "Träumertänzer", der nie ohne Multikocher reist

Autorin

Schauspieler Oliver Masucci, Schauspieler im Foyer des "Mehr! Theater" am Großmarkt in Hamburg.
Sein Vater nannte ihn als Kind liebevoll "Träumertänzer": Schauspieler Oliver Masucci Bild: dpa | Christian Charisius

Er hat Künstler Joseph Beuys gespielt, Hitler, Gauner und Zauberer. Für die Rolle als Fassbinder in "Enfant Terrible" hat er sich 28 Kilo angefuttert und sowohl den Bayrischen als auch den Deutschen Filmpreis bekommen. Schauspieler und Autor Oliver Masucci liebt die Bühne, den Film und seinen Multikocher. Jetzt hat er ein Buch über sein Leben und seine Familie geschrieben "Träumertänzer. Ein Gastarbeitermärchen." Darüber und über vieles mehr erzählte er in unserer Reihe "Wintergäste"

Oliver Masucci

Gesprächszeit Wie Oliver Masucci der besten Kunst hinterher gereist ist

Er hat Künstler Joseph Beuys gespielt, Hitler, Gauner und Zauberer. Nun hat Schauspieler Oliver Masucci ein Buch über sein Leben und seine Familie geschrieben.

Bild: Bastei Lübbe | Frank Zauritz

Dass er Schauspieler wird, das war Oliver Masucci schon klar, als er mit 12 ins Kino ging. Das, was er dort sah, wollte er selber erleben. Doch Kunst spielte in seinem Zuhause keine Rolle. Der Vater, italienischer Gastarbeiter, hätte ihn lieber im eigenen Restaurant in Bonn Pizza zubereiten gesehen. Die Mama, Deutsche, hat dafür gesorgt, dass er nicht Nicola als Vornamen erhielt. Als Gastarbeiterkind in den Siebzigern in Deutschland hätte er es schwer genug, da müsse er nicht noch einen "deutschen Mädchennamen" tragen. Und so wurde er nach Oliver Twist benannt.

Das Lustige ist: Er spricht meinen Namen immer noch so aus, als stamme ich vom Olivenbaum ab.

Oliver Masucci über seinen italienischen Vater
Oliver Masucci zu Gast auf der Bühne von Bremen Zwei in Bremen
"Träumertänzer. Ein Gastarbeitermärchen" - so heißt sein Buch, aus dem Oliver Masucci auf der Bremen Zwei-Wintergäste-Bühne vorgelesen hat. Bild: Radio Bremen | Katharina Guleikoff

Oliver Masucci spricht gern und viel. Seine Augen leuchten, wenn er seine Familiengeschichte erzählt. Besonders über seinen temperamentvollen Vater berichtet er gern. Der konnte mit Kunst überhaupt nichts anfangen, nannte seinen Sohn als Kind "Träumertänzer". Aber Widerstände haben den heute 55-Jährigen immer motiviert und so schafft er es an die Schauspielschule, an die Hochschule der Künste nach Berlin. Nach einem Jahr dort glaubt auch sein Vater nun endlich an seinen Erfolg als Schauspieler und ist stolz auf ihn. Da war Anfang der Neunziger Jahre.

Heute Hollywood, morgen Wiener Burgtheater

Inzwischen ist Masucci ein gefeierter Schauspieler, der seit 30 Jahren auf renommierten Theaterbühnen wie dem Wiener Burgtheater Zuhause ist und es im Film bis nach Hollywood geschafft hat. Groß, breitschultrig und markante Gesichtszüge: Zu Schauspieler Oliver Masucci passen Figuren mit großer Präsenz, oft die Bösewichte. Gauner, Geschäftsleute oder diabolische Zauberer wie "Severus Snape" im Theaterstück "Harry Potter und das verwunschene Kind".

Du kommst halt nicht dahin, wo du hinwillst, wenn du das tust, was du nicht willst.

Oliver Masucci über seine Hartnäckigkeit im Gespräch mit Regisseur Polanski

Der Durchbruch in Deutschland kommt 2015 mit seiner Rolle als in der Gegenwart wiedererwachter Hitler in der Satire "Er ist wieder da". Den Deutschen und den Bayrischen Filmpreis erhält er für seine brillante Darstellung von Rainer Werner Fassbinder in "Enfant Terrible". Auch international macht er sich einen Namen in der Netflix-Serie "Dark". Und so ist gerade ein Kindheitstraum für ihn in Erfüllung gegangen: Er durfte mit Regielegende Roman Polanski in der schwarzen Komödie "The Palace" zusammenarbeiten. Dort sollte er wie so oft einen Bösewicht spielen und hat auf Polanski so lange eingeredet bis er seine Traumrolle – die des guten Hotelmanagers – bekommt: "Du kommst halt nicht dahin, wo du hinwillst, wenn du das tust, was du nicht willst."

Der Kunst hinterher mit dem Multikocher

Und was er will, weiß er. Zum Beispiel geduzt werden, weil er sich sonst alt fühlt. Ein Theaterkünstler mit "Filmfresse", der als Theaterschauspieler "der besten Kunst, die man kriegen konnte" hinterher gereist ist.

Oliver Masucci zu Gast auf der Bühne von Bremen Zwei in Bremen
Oliver Masucci zu Gast bei Tom Grote von Bremen Zwei. Bild: Radio Bremen | Katharina Guleikoff

Jetzt steht er weltweit vor den Kameras. Immer mit dabei: sein Multikocher. Da kommt seine italienische Seite durch und weil sein Selbstgekochtes immer noch am besten schmeckt. Ein markanter Typ, der gerne lacht und sagt, wo es langgeht. Vielleicht auch bald als Regisseur. Drehbücher entwickelt er auf jeden Fall schon, damit es auch einmal so wird wie er es sich gedacht hat.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 20. Januar 2024, 11:05 Uhr

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