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Die Nacht

Die regionale Reportage Wie eine Meerjungfrau in diese Bremerhavener Kneipe kam

Autor/Autorin

  • Catharina Spethmann
eine alte Galionsfigur in einer Kneipe
Die Innenausstattung soll von einem alten Frachtsegler stammen. Die Meerjungfrau am Eingang ist eigentlich eine Galionsfigur. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Hafenkneipen gibt es in Hafenstädten wie Sand am Meer. In Bremerhaven steht aber eine mit einer besonders langen Tradition: das "Krohns Eck" im Fischereihafen.

Dagmar Janßen steht am Tresen

"Krohns Eck" – eine Traditionskneipe in Bremerhaven

Das Lokal im Fischereihafen blickt auf eine über 100-jährige Vergangenheit zurück: Erst "Erischungs-Halle", später ein Kiosk mit Bierausschank, heute eine Kneipe, in der man sich wie auf einem Schiff fühlt.

Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Hier könnte auch der Klabautermann höchstpersönlich versacken: Im "Krohns Eck" fühlt man sich sofort wie auf einem alten Schiff in der Mannschaftsmesse.

Galionsfigur und Fischernetz

Gleich beim Reinkommen schaut einem eine Meerjungfrau aus Holz über die Schulter – eine alte Galionsfigur, die jetzt auf einer Brüstung sitzt. Hinter dem Tresen aus dunklem altem Holz hängt ein altes Netz mit kleinen blauen Lichtern.

Darunter, hinter den Kupferrohren, die zum Zapfhahn führen, steht – nein, keine weitere Meerjungfrau aus Holz, sondern Dagmar Janßen. Seit 20 Jahren arbeitet sie im "Krohns Eck", seit acht Jahren gehört ihr die traditionsreiche Kneipe.

Traditionskneipe mit hundertjähriger Geschichte

Ein Netz und ein Modellschiff in einer Kneipe
Schiffsmodelle und Fischernetze: Das Krohns Eck ist eine Hafenkneipe mit Kultstatus. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Das "Krohns Eck" gab es schon lange, bevor Dagmar Janßen hier anfing – 1917 wurde es als "Erfrischungs-Halle" gegründet. Das war ein Holzpavillon mit geschnitzten GiebeIn, verkauft wurden Kaffee und Brause, Süßigkeiten und Zigaretten. In den 1950er Jahren wurde daraus ein Kiosk mit Bierstube, als Tische sollen alte Fässer gedient haben, erzählt die Wirtin.

Heute ist das Krohns Eck ein Ziegelbau mit einer ganz besonderen Innenausstattung: Der Historie nach stammt sie von einem echten Schiff – dem alten Frachtsegler "Aquila Marina", der 1990 vor Wangerooge strandete.

Der damalige Besitzer der Kneipe hatte das Schiff gekauft. Er ließ das Dach der Kneipe mit einem Kran abheben und alles hinein hieven, was er aus dem Schiff haben wollte, erklärt Dagmar Janßen. "Und so wurde das 'Krohns Eck' so schiffsmäßig gemacht."

Hier kann man ruhig mal feiern, die Tische sind stabil. Hier fallen auch Gläser. Wir kehren das zusammen und dann wird weitergefeiert.

Dagmar Janßen, über Partynächte im "Krohns Eck".

Seglerinnen und Segler, Nachtschwärmerinnen und -schwärmer, Urlaubsgäste, alle Schichten, alle Altersgruppen – das antwortet die 63-Jährige, wenn man sie fragt, wer hier so einkehrt: "Hier kann man ruhig mal feiern, die Tische sind stabil. Hier fallen auch Gläser. Wir gucken da nicht so hin, wenn's wirklich auch mal knallt, wir schimpfen auch nicht. Wir kehren das zusammen und dann wird weitergefeiert."

Gardinen und Rettungsringe als Souvenir

Dagmar Janßen steht am Tresen
Seit 20 Jahren arbeitet Dagmar Janßen im "Krohns Eck". Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Jede Party hat Schwund – was im Krohns Eck durchaus wörtlich zu nehmen ist: Begeisterte Gäste ließen auch schon mal das eine oder andere Einrichtungsstück als Souvenir mitgehen. Sogar die Gardinen seien schon gestohlen worden, erzählt Dagmar Janßen. Und von den sechs Rettungsringen an der Balustrade sind auch nur noch zwei übrig: "Wenn das hier richtig voll ist, nehmen die Gäste die um den Hals und sind weg damit."

Dagmar Janßen ist glücklich, wenn schön gefeiert wird und alle sich gut verstehen – aber es sei auch schön, wenn in den frühen Morgenstunden alle wieder nach Hause gehen. Schließlich ist auch die schönste Nacht irgendwann zu Ende.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Juli 2022, 10:40 Uhr