Jetzt läuft:

Sean McConnell I Still Believe In You
  • Jetzt läuft:

    Sean McConnell I Still Believe In You
  • Davor lief:

  • Um> 16:06 Uhr lief: The Head And The Heart Ghosts
  • Um> 15:56 Uhr lief: Plain White T's Hey There Delilah
  • Um> 15:50 Uhr lief: Joel Sarakula I'm Still Winning
  • Um> 15:46 Uhr lief: Pearl Charles What I Need
  • Um> 15:42 Uhr lief: Ben Taylor Not Alone
  • Um> 15:35 Uhr lief: Ben Howard Keep Your Head Up
  • Um> 15:32 Uhr lief: Randy Newman It's A Jungle Out There
  • Um> 15:26 Uhr lief: Turin Brakes Wait
  • Um> 15:18 Uhr lief: Alin Coen Band As I Am

Der Nachmittag mit Marius Zekri

Die regionale Reportage So wurde ein Bremerhavener zum Pionier der Dampf-Hochseefischerei

Autoren

  • Catharina Spethmann
Ein Foto eines alten Fischdampfers
Fischdampfer "Eva" (Baujahr 1895, Seebeck) läuft zur Fangfahrt aus. Das Foto zeigt den Dampfer mit Wurthmannscher Schornsteinmarke und geschlossener Kommandobrücke, die vermutlich um 1903/04 nachgerüstet wurde. Bild: Heiko Herold

Bremerhaven hat eine lange Tradition als Fischerei-Standort. Bereits im 19. Jahrhundert gab es in der Stadt eine Flotte von Fischdampfer – Fischfangs unter Dampf war damals eine Innovation. Der Bremerhavener Reeder Paul Friedrich August Wurthmann gilt als einer der Pioniere der Dampfhochseefischerei.

Der Pionier der Bremerhavener Fischdampfer

Im 19. Jahrhundert besaß Bremerhaven eine Flotte neuartiger Fischdampfer. Über einen Pionier des Fischfangs unter Dampf veröffentlicht das Bremerhavener Stadtarchiv jetzt ein Buch.

Ein Foto eines alten Fischdampfers
Fischdampfer "Eva" (Baujahr 1895, Seebeck) läuft zur Fangfahrt aus. Das Foto zeigt den Dampfer mit Wurthmannscher Schornsteinmarke und geschlossener Kommandobrücke, die vermutlich um 1903/04 nachgerüstet wurde. Bild: Heiko Herold
Bild: Heiko Herold

Paul Friedrich August Wurthmann hat seine letzte Ruhestätte auf dem Wulsdorfer Friedhof in Bremerhaven gefunden. Auf dem Grabstein aus weißem Marmor ist der verwitterte Name "Wurthmann" zu lesen. Für den Historiker Heiko Herold ist dieser Name Forschungsgegenstand – und gleichzeitig ein Stück Familiengeschichte, denn Wurthmann ist seine Ur-Ur-Großvaters. Dieser war an der Küste kein Unbekannter, wie sein Nachruf in der Nordwestdeutschen Zeitung vom 1. Januar 1899 zeigt:

"Im Krankenhause zu Bremen ist gestern Nachmittag der allbekannte Capitain Wurthmann gestorben, welcher während der Zeit von 1884 bis 1892 Inspector der 'Bugsirgesellschaft Union' war."

Ein schwarz-weißes Foto eines Fischerdampfers
Fischdampfer "Herbert" (Baujahr 1896, Seebeck) läuft in den Fischereihafen Geestemünde ein. Das Foto zeigt den Dampfer mit Wurthmannscher Schornsteinmarke und geschlossener Kommandobrücke, die vermutlich um 1903/04 nachgerüstet wurde. Bild: Heiko Herold

Vom Kapitän zum Geschäftsmann

Wurthmann wurde 1837 als Sohn eines Segelschiffswerft-Besitzers in Elsfleth geboren. Lange fuhr er auf Auswanderer- und Frachtseglern, zum Schluss als Kapitän, bis er 1881 nach Bremerhaven ging und eine Stelle als Betriebsdirektor der Dampfschlepper-Reederei "Bugsirgesellschaft Union" fand. Der Geestemünder Fischhändler Friedrich Busse baute 1885 den ersten deutschen Fischdampfer. Vorher gab es in der Fischerei noch keine mit Dampf betriebenen Schiffe, sondern lediglich Segelschiffe, die vom Wetter abhängig waren und nur an der Küste fischen konnten. Mit den Fischdampfern begann quasi die industrielle Revolution in der Hochseefischerei. Wurthmann erkannte dieses Potential und setzte den zehnten und elften Fischdampfer reichsweit in Fahrt – die "Diana" und die "Reform".

Das waren zwei Schleppdampfer, die er zu Fischdampfern umrüsten ließ. Er hat dann den Dampf-Seefischereiverein Unterweser gegründet.

Heiko Herold, Historiker

Dieser Verein wurde zur einflussreichen Lobby-Gruppe der Dampf-Seefischer. Wenige Jahre später baute Wurthmann seine eigene Fischdampferflotte mit besonders leistungsfähigen Maschinen auf. Außerdem gründete er die Vorläuferin der heutigen Fischereihafenbetriebsgesellschaft mit. Wurthmanns vier Schiffe machten über zehn Prozent der gesamten Fangflotte des neuen Fischereihafens aus.

Ein altes schwarz-weiß Foto mit sechs Menschen
Mathilde Wurthmann mit (v.l.n.r.) ihrer ältesten Tochter Marie, deren Ehemann Lloydoffizier Hermann Ibbeken und Sohn Hans, und ihren beiden jüngsten Söhnen Oskar und Herbert um 1904 am Weserufer in Bremerhaven. Bild: Heiko Herold

Feindliche Übernahme

Nach Wurthmanns Tod 1898 führte seine Witwe Mathilde das Geschäft weiter. 1907 kam es aber zu einer Art feindlicher Übernahme und die Wurthmann´sche Fangflotte ging in der neu gegründeten "Norddeutschen Hochseefischerei AG" auf. Mathilde Wurthmann wehrte sich vergeblich. Zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes ließ sie die Reederei aus dem Register streichen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 7. Juni 2021, 15:40 Uhr