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Der Sonntagmorgen mit Katrin Krämer

Auf der Bühne "Breaking the Waves" als gesellschaftskritische Oper in Bremerhaven

Großes Haus - Oper "Breaking the Waves"

Autorinnen und Autoren

  • Eva Garthe
  • Martina Raake
Szenenbild der Opern-Aufführung "Breaking The Waves" am Stadttheater Bremerhaven
Die Sopranistin Victoria Kunze verkörpert Bess, die Hauptfigur in "Breaking the Waves". Bild: Heiko Sandelmann

Eine deutsche Erstaufführung am Stadttheater Bremerhaven: "Breaking the Waves" – basierend auf dem gleichnamigen Film von Lars von Trier. Die Grammy-nominierte Komponistin Missy Mazzoli und ihr Librettist Royce Vavrek haben den Film für die Opernbühne bearbeitet. 2016 in Philadelphia uraufgeführt, ist "Breaking the Waves" jetzt in Bremerhaven zu erleben.

Worum geht es?

Bess ist eine tiefreligiöse, junge Frau im ländlichen Schottland der 1970er Jahre. Als ihr Mann Jan bei einem Arbeitsunfall gelähmt wird, wird ihr Ehegelübde auf die Probe gestellt. Denn Jan schickt seine Frau zu anderen Männern, anschließend soll sie davon berichten. Aus Liebe kommt Bess der Forderung nach, zahlt jedoch einen hohen Preis dafür.

"Breaking the Waves" zeichnet das Bild einer konservativen, religiös geprägten Gesellschaft. Noch mehr als der Film rechnet die Operninszenierung mit der bigotten Gemeinde ab, die hier in Form eines streng strafenden Männerchores auftritt. Letztlich ist es eine gesellschaftskritische Oper.

Wie wurde der Stoff umgesetzt?

Mizzy Mazollis zeitgenössische Komposition unterstreicht die extremen Gefühlszustände der Protagonisten mit ungewöhnlichen Klangfarben, so zum Beispiel einer E-Gitarre. Das verwundert nicht, wenn man weiß, dass Mazzoli früher auch in Punk Bands gespielt hat. Die Musik, die sie für "Breaking the Waves" komponiert hat, klingt stellenweise zwar harsch, mitunter auch schräg, ist jedoch äußerst ausdrucksstark und emotional.

Szenenbild der Opern-Aufführung "Breaking The Waves" am Stadttheater Bremerhaven
Szene aus "Breaking the Waves". Bild: Heiko Sandelmann

Es ist kein lustiger Opernabend. Lars von Trier wurde wegen seiner Frauenrollen vielfach kritisiert. Auch in der Opernfassung von "Breaking the Waves", die sich eng an die Filmvorlage hält, ist die Naivität und Unterwürfigkeit von Bess schwer zu ertragen. So kontrovers man die Vorlage diskutieren kann, die hochdramatische und emotionale Geschichte eignet sich für eine Umsetzung als Oper. Und auch die Inszenierung in Bremerhaven zieht in den Bann: Ein Baugerüst, ein Bett, ein überdimensionales Kreuz aus Neonröhren. Das clevere Bühnenbild vermag es mit nur wenigen Elementen eindrucksvolle Bilder zu erzeugen.

Das Ensemble ist durchweg stark besetzt. Besonders Victoria Kunze brilliert sowohl gesanglich als auch darstellerisch in der Hauptrolle der Bess, und beweist damit nicht nur ihre Vielseitigkeit, sondern auch ihre Ausdauer. Denn die Partie ist extrem umfangreich, Bess ist fast durchgehend auf der Bühne.

Wer sollte sich diese Inszenierung ansehen?

Man sollte unvoreingenommen in das Stück hinein gehen und sich von dem Sog, der Handlung und Musik mitreißen lassen. Ein Massenpublikum wird "Breaking The Waves" sicher nicht ansprechen, aber wenn das öffentliche Theater diese etwas sperrigeren Stücke nicht ins Programm nähme, bekämen wir sie hierzulande nicht zu sehen. Und das wäre – zumindest in diesem Fall – extrem schade.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Mittag, 6. Mai 2023, 13:20 Uhr