Luchs des Monats Ein berührender Familienroman

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Cover: Zoran Drvenkar: "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück", Hanser, 17 Euro
Zoran Drvenkar: "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück", Hanser-Verlag, 160 Seiten, 17 Euro, empfohlen für Kinder ab 11 Jahren. Bild: Hanser-Verlag

Der Luchs-Preis im März geht an den Autor Zoran Drvenkar für sein Kinderbuch "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück", ein berührender Generationenroman, in dem der elfjährige Kai seinem demenzkranken Großvater dessen Kriegserinnerungen erzählt.

In diesem eindrucksvollen Roman führt der elfjährige Kai nicht nur die Leserinnen und Leser durch das Leben seines hundert Jahre alten Großvaters, sondern auch seinen Opa selbst. Denn Kais Großvater leidet an Demenz, immer häufiger ist sein Kopf "ein stiller See, auf dem sich keine Welle bewegt". Der Enkel springt als Gedächtnis ein, zum Glück hat er bei den wilden Geschichten, die der Großvater aus dem Krieg erzählt hat, immer gut aufgepasst.

Das Urteil der Jury

Zoran Drvenkar, der 1967 in Jugoslawien geboren wurde, erzählt "von einer Zeitreise, auf der Kai lernt, dass der Krieg kein Abenteuer ist – und der Großvater, dass er seinem Enkel Wahrhaftigkeit schuldet, keine Heldengeschichten", urteilt Christian Staas, der bei der Zeit das Geschichtsressort verantwortet. "Indem der Elfjährige dem Hundertjährigen die Lügenmärchen, die er von ihm kennt, zurück erzählt, weckt er in seinem Großvater die wahren, verschütteten Erinnerungen an das Grauen des Krieges." Neben der bemerkenswerten Geschichte dieses Buches, lobt Staas auch, wie Drvenkar diese "als einen rasanten poetischen Trip durch Erinnerungen, Flashbacks und Imaginationen" gestaltet hat. "Mühelos rafft und dehnt Drvenkar die Zeit. Wie ein verspielter Filmvorführer knipst er Projektionen an und aus, spult die Handlung vor oder hält eine Szene mitten in der dramatischsten Bewegung an."

Die Luchs-Jury empfiehlt außerdem

  • das Kindersachbuch "Märkte in aller Welt" von Maria Bakhareva, illustriert von Anna Desnitskaya, empfohlen für Kinder ab 10 Jahren.
  • die Graphic Novel "Aber ich lebe. Vier Kinder überleben den Holocaust" von Barbara Yelin, Miriam Libicki und Gilad Seliktar, empfohlen für Jugendliche ab 14 Jahren.
  • den Jugendroman "Birdie und ich" von J. M. M. Nuanez, empfohlen für Jugendliche ab 11 Jahren .

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 2. März 2023, 15:10 Uhr

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