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Der Nachmittag mit Marius Zekri

Luchs des Monats Eine einfühlsame Geschichte über Obdachlosigkeit

Autoren

  • Anja Robert
Cover: Susin Nielsen, Adresse unbekannt, Urachhaus
"Adresse unbekannt" von Susin Nielsen und Illustratorin Leslie Mechanic, Verlag Urachhaus, empfohlen ab elf Jahren. Bild: Urachhaus

In "Adresse unbekannt" geht es um Obdachlosigkeit. Die Autorin Susin Nielsen schreibt mit leisem Humor und zartem Mitgefühl über ein schweres Leben, urteilt die Luchs-Jury.

Das Buchcover zeigt einen knallorangenen VW-Bus, von seiner Windschutzscheibe baumeln Socken, Hosen und eine Bratpfanne, auf dem Dach sitzt ein Junge mit Wuschellocken – es sieht nach wildem freien Hippie-Leben aus. Doch der erste Eindruck täuscht. Obwohl Astrid, die Mutter des zwölfjährigen Felix aus Vancouver, ihrem Sohn das Leben im Bus genau so schmackhaft machen will: Freiheit, Abenteuer, der ultimative Sommerurlaub. Das Problem ist nur: Felix und seine Mutter haben keine Wahl: Astrid hat sowohl ihre Wohnung als auch ihren Job verloren, um staatliche Unterstützung will sie nicht bitten. Also bleibt ihr nur der siebeneinhalb Quadratmeter große Westfalia-Bus ihres Ex-Lovers. Darin leben sie und Felix von auf dem Gaskocher aufgewärmten Dosen und suchen sich alle paar Tage einen neuen Stellplatz, wo sie duschen und auf Toilette gehen können.

Zu den großen Stärken dieser Geschichte gehört, dass sie die feinen Unterschiede auslotet. Astrid und Felix balancieren am Rand der Obdachlosigkeit. Am Anfang, im Sommer, kann Felix dem rauhen Camping-Leben schon etwas abgewinnen. Aber dann folgen vier Monate eines langsamen Abstiegs mit immer mehr demütigenden Situationen für den Zwölfjährigen. Sein Alltag wird noch komplizierter, als seine Mutter in eine Depression rutscht.

Harte Themen mit vielen Zwischentönen

Kinderbuchautorin Susin Nielsen
Susin Nielsen ist eine kanadische Autorin mit schwedischen Wurzeln. Bild: Tallulah Photography

Susin Nielsen bettet ihre packend erzählte Geschichte glaubwürdig in ein kanadisches Multikulti-Großstadtmilieu ein. Sie lässt Felix seine Geschichte selbst erzählen, und fängt dabei feinfühlig ein, wie der Junge im Lauf der Geschichte langsam erkennt, dass Astrid und sein fast immer abwesender Vater "tolle Menschen sind, aber keine tollen Eltern". Felix zieht schließlich seine eigenen Schlüsse: Er bricht Astrids Schweigegebot und erzählt seinen besten Freunden von seinem Leben. Ein paar Wendungen machen die Handlung für Kinder noch ein bisschen spannender: Felix nimmt erfolgreich an einem Fernsehquiz teil, er bekommt einen Job bei einem eingewanderten Gemüsehändler.

Susin Nielsen: Adresse unbekannt

Der Luchs-Preis Januar geht an Susin Nielsen für ihr Kinderbuch "Adresse unbekannt".

Audio vom 7. Januar 2021
Cover: Susin Nielsen, Adresse unbekannt, Urachhaus
Susin Nielsen, Adresse unbekannt, Urachhaus Bild: Urachhaus
Bild: Urachhaus

Urteil der Jury

Susin Nielsen weiß, wie man Spannung aufbaut, die Leser auf falsche Fährten lockt und mit ihren Erwartungen spielt. "Bemerkenswerter aber ist, dass sie dieses schwere Thema mit so leisem Humor und zartem Mitgefühl erzählt. Sie hält immer die Balance zwischen Felix' Verzweiflung und seiner Fähigkeit, sich an kleinen Dingen zu freuen", urteilt Klaus Humann in der "Zeit".

Die Luchs-Jury empfiehlt außerdem:

  • das Bilderbuch "Die Bestimmer" von Lisen Adbåge (Beltz & Gelberg), empfohlen ab vier Jahren
  • das Jugendbuch "Meine Augen sind hier oben" von Laura Zimmermann (Arctis/Atrium), empfohlen ab 14 Jahren
  • das Sachbuch "Das wahre Leben der Bauernhoftiere" von Lena Zeise (Klett Kinderbuch), empfohlen ab sieben Jahren

 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 7. Januar 2021, 15:10 Uhr