Die Morgenandacht Europawahl

Anja Bär
Anja Bär

Die Morgenandacht Europawahl

Europawahl. Auch Pastorin Anja Bär wählt. Und sie kombiniert ihre Wahl mit einer ungewohnten Eigenschaft: Liebe!

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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Europawahl. Auch Pastorin Anja Bär wählt. Und sie kombiniert ihre Wahl mit einer ungewohnten Eigenschaft: Liebe!

Heute gehe ich wählen.
Richtiger: Ich habe schon gewählt, per Briefwahl, weil ich nicht sicher war, ob ich rechtzeitig beim Wahllokal sein werde.
Sie haben eine Stimme. So stand es auf dem Stimmzettel. Sie haben eine Stimme. Eine Stimme, das sollte nicht so schwer sein. Denn immerhin weiß ich, was ich will und das ist auch gut so. Auf der anderen Seite stehen da 35 Parteien zur Wahl – allein in Deutschland. Das sind ganz schön viele. Jetzt heißt es, klug zu sein.

Klug
und ohne Falsch – so sagt Jesus es einmal. Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
Jesus sagt das zu seinen Freunden als er sie losschickt, den Menschen von der Liebe Gottes zu erzählen. Ihr werdet euch mit der Botschaft von der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, egal woher sie kommen und was sie bislang für wichtig und richtig hielten, nicht nur Freunde machen. Das macht Jesus ihnen klar und schickt sie los. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einfach losgegangen wäre mit dem Wissen, dass es eine Menge Stress geben kann und wird.

Die Botschaft von der Liebe ist unbequem. Denn die Liebe stellt sich ja nicht in den Vordergrund. Sie sucht auch nicht den eigenen Vorteil. Im Gegenteil, die Liebe kann sich zurücknehmen und sie tut es auch. Damit der andere auch gut durchs Leben kommt, fordert die Liebe uns auf, uns nicht zu wichtig zu nehmen. Wer liebt, sieht sich eingebunden in Familie Mensch, als Teil von ihr.
Das bedeutet wohl auch zu erkennen, dass "unterm Strich zähl ich" zum größten Unsinn der vergangenen Jahre gehört. Das war mal die Werbung einer großen Bank, die vermitteln wollte, dass es nicht um das Gemeinwohl, sondern vor allem um das Individuum geht. Aber mit Liebe hat das nichts zu tun. Nicht mal mit Selbstliebe. Das ist Egoismus und der steht der Liebe entgegen und damit der Schöpfung, dem Miteinander der Menschen und der Demokratie.
Und Egoismus führt auch zu nichts, denn letztlich bleibt man allein.

Gut, ich habe also gewählt. War am Ende doch leichter als gedacht. Wie gut, dass wir eine Stimme haben, die wir abgeben können. Eine Stimme, die klug und ohne Falsch für das einsteht, was zählt: Die Liebe.

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  • Anja Bär

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