Die Morgenandacht Der Durchhalte-Song von Bob Dylan

Heinrich Deboi
Heinrich Deboi

Die Morgenandacht Der Durchhalte-Song von Bob Dylan

Das Lied "Knockin‘ on Heaven’s door" enthält eine Botschaft vom Himmelreich, an die Kirchenmusiker Heinrich Deboi heute erinnert.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Bob Dylans Lied "Knockin’ on Heaven’s Door" von 1973 gilt als Symbol für einen Durchhalte-Song und ist von Eric Clapton, Randy Crawford und Guns N’ Roses gecovert worden. Es wurde beim großen Konzert zum Tod von Freddy Mercury und in Erinnerung an das Schulmassaker in Dunblane gespielt und hat einen Rekord aufgestellt: In Indien haben 1730 Menschen damit das größte Gitarrenorchester der Welt gebildet.

Bob Dylan ist zwar Literatur-Nobelpreisträger, sein Text aber gar nicht so bedeutungsschwer oder etwa philosophisch. Ursprünglich ist der Folk-Rock-Song ein Soundtrack im Western "Pat Garret jagt Billy the Kid". In dem Film wird ein Hilfssheriff von Banditen erschossen und denkt in seinen letzten Lebensminuten im Beisein seiner Frau darüber nach, dass er jetzt seine Dienstmarke ablegen und bald an die Himmelstür klopfen muss. Der Film ist fast vergessen, aber die Botschaft des Songs bleibt. Und stärkt die Hoffnung, dass auch in schlechten Zeiten irgendwann das Himmelreich auf uns warten wird.

Bob Dylans Beziehung zur Religion ist nicht leicht zu beschreiben. Er wurde im amerikanischen Mittelwesten in eine jüdische Familie geboren, war auch im Erwachsenenalter noch praktizierender Jude, konvertierte später zum Christentum und produzierte mehrere christlich geprägte Song-Alben, in denen er mit seiner neuen Religion nicht hinter dem Berg hält. Mit der Zeit aber hat seine Begeisterung für die Religion nachgelassen; in Interviews danach gefragt, sagt er wie viele andere Künstler auch heute noch: "Ich glaube an keine organisierte Religion."

Dennoch lassen sich in den letzten 15 bis 20 Jahren wieder Bezüge zum Glauben und zur Religion erkennen, wenn er singt "Durch die dunklen Zeiten auf dem Weg deines Lebens trägt dich jedes unsichtbare Gebet wie eine Wolke durch die Lüfte".
Vor ein paar Jahren gelangte ein handgeschriebener Brief von Bob Dylan an die Öffentlichkeit; er steckt voller biblischer Zitate und schließt mit den Worten: "Bete und denke nicht mehr zurück an das, was gewesen ist. Blicke immer nach vorn auf den Weg, der vor dir liegt. Ich schicke dir meine Liebe und bete für deine Kraft." Und diese Durchhaltekraft können wir vor allem dann gebrauchen, wenn wir wie der Sheriff in den letzten Lebensminuten an die Himmelstür klopfen müssen.

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  • Heinrich Deboi

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