Die Morgenandacht Nur Forderungen zu stellen, ist zu leicht

Ingo Wilberding
Ingo Wilberding

Die Morgenandacht Nur Forderungen zu stellen, ist zu leicht

Wir müssen uns um andere Menschen kümmern und dürfen sie nicht einfach abschreiben oder links liegen lassen, findet Ingo Wilberding.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Wir müssen uns um andere Menschen kümmern und dürfen sie nicht einfach abschreiben oder links liegen lassen, findet Ingo Wilberding.

Die neue Arbeitswoche beginnt mit einem ziemlichen Knaller. Zumindest, wenn man dem Evangelium zuhört, das heute in den katholischen Gottesdiensten gelesen wird:

Hungrigen hat man Essen zu geben.
Durstigen hat man Trinken zu geben.
Fremde hat man bei sich aufzunehmen.
Nackte hat man zu kleiden.
Kranke und Gefangene hat man zu besuchen.

Das ist Jesu Forderungskatalog an die, die ihm nachfolgen.
Anhand dieses Textes könnte ich jetzt viel reden über soziale Gerechtigkeit im Staat und was die Politiker dafür tun müssen, damit es Frieden gibt im Miteinander. Es ist richtig: Staat, Politiker, Kirche, Vereine haben Verantwortung und müssen diese auch wahrnehmen. Aber es ist zu leicht, Forderungen zu stellen, der Staat muss, die Politiker müssen, die Kirche muss, die Vereine müssen.

So geht es auch heute nicht um Appelle an die da oben, sondern es geht um uns. Jesus stellt sich vor mich hin und fragt: Was tust du? Er gebraucht Beispiele, die in seiner Zeit und Umgebung wichtig waren: gefangen, nackt, hungrig, durstig, fremd, krank. Vielleicht geht es für uns um ganz andere Menschen, die einsam, orientierungslos, hilflos, innerlich leer, seelisch arm oder auf andere Weise hilflos sind. Es kommt nicht auf die Beispiele an, sondern, ob wir mit einer inneren Selbstverständlichkeit den Menschen sehen, das geliebte Kind Gottes und bereit sind, zu helfen.
Die Art der Hilfe kann sehr unterschiedlich sein, als materielle oder seelische Hilfe, als Reden oder Zeit zum Zuhören, als Zuwendung oder freundliches Lächeln. Helfen heißt nicht, dass wir immer tun müssen, worum man uns bittet oder nur lieb und soft sein; es kann auch bedeuten, dass wir mal jemand aufrütteln, ausschimpfen oder deutlich "Nein" sagen, damit der andere aufwacht und sich ändert. Es geht nicht darum, wie man am besten hilft, das ist immer unterschiedlich. Es heißt aber, dass wir diese Menschen nicht einfach abschreiben, links liegen lassen, verächtlich über sie reden oder sagen: Da müssen sich die anderen drum kümmern.

Manchmal kann man nicht helfen, weil wir die Mittel und Möglichkeiten nicht haben, und wir können auch nicht der ganzen Welt helfen. Das will Jesus auch nicht von uns, sondern es kommt darauf an, ob wir um Jesu willen helfen wollen oder nicht. Jesus macht hier deutlich: Du bist nicht egal, Dein Handeln ist nicht egal. Es hat sogar so viel Bedeutung, dass Gott uns am Jüngsten Tag danach fragt: Wie bist du mit den Menschen umgegangen, die in Not sind und deine Hilfe brauchen, egal ob Nachbarn, Freunde, Feinde, Leute, die du gut, weniger gut oder die du gar nicht kennst?

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  • Ingo Wilberding

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