Die Morgenandacht Herz mit Ohren

Birgit Hosselmann
Birgit Hosselmann

Die Morgenandacht Herz mit Ohren

"Neige das Ohr Deines Herzens!": Diese Aufforderung aus der Regel des Ordensgründers Benedikt gefällt Pastoralreferentin Birgit Hosselmann.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Als Studentin hatte ich viel Kontakt zu Mönchen, zu Benediktinern. Es zeichnet die Männer dieses Ordens aus, dass sie versprechen, ihr Leben an einem Ort – in einem Kloster zu verbringen. Sie beten mehrfach am Tag, immer wieder auch in lateinischer Sprache. So ist ihr Tag durch das Gebet strukturiert und geregelt. Geregelt ist aber auch ihre Kleidung. Sie tragen alle jeden Tag ihre schwarzen Gewänder.

Bei all dieser Regelung hat mich die innere Freiheit der Mönche erst überrascht und dann fasziniert. Jeder einzelne war und ist auf seine Art und Weise beeindruckend – eine Persönlichkeit. So war in den Gesprächen immer zu merken, dass sie das Leben gut kennen, ihnen nichts fremd ist. Seien es Themen wie Liebe, Freundschaft, Sexualität, Politik oder Finanzen. Sie kennen diese Themen. Sie sind Menschen wie du und ich. Und sie beschäftigen sich mit noch vielen anderen Themen. Zu den stillen Mahlzeiten werden Lebensbeschreibungen laut vorgelesen, tagesaktuelle Nachrichten bekanntgegeben. Und immer wieder beten sie die Psalmen, poetische, religiöse Texte – Lieder aus der Bibel. Es gibt 150 Psalmen. Einmal in der Woche werden sie zusammen gebetet – immer nach und nach in den Gebetszeiten. Zudem lesen und hören sie auch immer wieder die Ordnung – die Regel des Heiligen Benedikts. Das ist der Gründer ihres Ordens.

Benedikt von Nursia hat im 6. Jahrhundert gelebt. Er war immer ein religiöser Mann und hat danach gesucht, wie man allein und in Gemeinschaft den Glauben leben kann. Auf dem Hintergrund all seines Suchens und Findens hat er eine Ordnung aufgestellt, die heute als "Regel des Heiligen Benedikt" bekannt ist. Sie ordnet das Leben der Klostergemeinschaft – bei den Frauen wie bei den Männern. Und der erste Satz der Regel beginnt so: "Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens…"
Zwar klingen diese Worte nach Rangordnung und nach Gehorsam. Doch steckt noch viel mehr in ihnen: "Neige das Ohr deines Herzens!" Das Bild vom "geneigten Ohr" – vom "hörenden Herz" bringt für mich Herz und Verstand zusammen, und es fragt danach: "Was brauche ich? Was braucht die Gemeinschaft?" Beides ist wichtig: das ich und das wir. Und es wird im Gespräch mit "dem Meister" geklärt, was der Einzelne, was die Gemeinschaft braucht oder auch nicht. Dass dabei ganz unterschiedliche Ergebnisse zustande kommen, liegt auf der Hand: Denn der Unmusikalische braucht kein Instrument, er braucht etwas, was zu ihm passt. Was sonst?

Und wo es ein "hörendes Herz" gibt, gibt es auch ein "sprechendes Herz". Ausgangsposition für Beide: die Liebe zum anderen und das Vertrauen auf den anderen, die Zuversicht, gemeinsam eine gute Entscheidung zu treffen. In einer Familie ist es beispielsweise ganz ähnlich: Die Entscheidung für das Schlagzeug muss von allen Familienmitgliedern getragen werden, sie müssen das Üben ja auch hören… Ihnen wünsche ich heute ein hörendes und sprechendes Herz!


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