Die Morgenandacht Das Gebet des Beatles George Harrison

Heinrich Deboi
Heinrich Deboi

Die Morgenandacht Das Gebet des Beatles George Harrison

Mit dem Song "My sweet Lord" hat Beatle George Harrison nach Ansicht von Heinrich Deboi ein Gebet geschaffen, das Religionen verbindet.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Mit dem Song "My sweet Lord" hat Beatle George Harrison nach Ansicht von Heinrich Deboi ein Gebet geschaffen, das Religionen verbindet.

Alle großen Weltreligionen haben eines gemeinsam: den Glauben an einen Schöpfer, einen Herrn, der über uns wacht. Die Religion stellt aber trotzdem eines der größten Konfliktpotenziale der Menschheitsgeschichte dar. Von den Kreuzzügen im Mittelalter bis zum islamistischen Terror unseres Jahrhunderts läuft alles auf einen gefährlichen Gedanken zusammen: Mein Gott ist besser als deiner.

Ein Musiker der Beatles, George Harrison, ist mitverantwortlich für die Faszination fernöstlicher Religionen in der Jugendkultur der 60- und 70er-Jahre. Bei einer mehrmonatigen Indienreise hat er den Hinduismus und fernöstliche Meditationstechniken kennengelernt. Harrison ist katholisch aufgewachsen, stark geprägt vom Vorbild seiner Mutter. Im Jugendalter hat er sich von der Kirche abgewandt. Pompöse Rituale haben ihn zwar beeindruckt, aber nicht spirituell bewegt, denn überwiegend war die organisierte Religion für ihn eine Ansammlung von Geboten und Verboten. Durch die Indienreise wurde er zum Anhänger der Hare-Krishna-Bewegung. Die dort gemachten Erfahrungen beeinflussten seinen größten Hit "My sweet Lord" – "Mein lieber Gott".

Das Lied, inspiriert durch den Gospel-Song "Oh happy day", sollte ein Gebet werden, das Gläubige aller Religionen singen können und einen Brückenschlag zwischen ihnen darstellen. Nirgendwo fallen die Worte Jesus, Buddha oder Mohammed, wohl aber "Halleluja" und das hinduistische Mantra "Hare Krishna"; es geht um das religiöse Verlangen, Gott nahe zu sein und ihn zu verstehen, aber auch um die Frustration, dass dies gar nicht so einfach ist. "Ich will wirklich bei dir sein, o Herr, aber der Weg ist so weit", heißt es in der ersten Strophe und in der zweiten Strophe: "Ich will, dass du, o Herr, mir zeigst, dass der Weg doch nicht so weit ist".

In religiösen Kreisen hat George Harrison mit dem Lied genau das erreicht, was er wollte: ein Gebet geschaffen, das über die Konfessionen und Religionen hinweg verbindet, als Statement gegen den Hass auf andere Religionen und als ein Verzicht auf die Vorstellung, dass mein Gott besser sei als deiner. Millionen Menschen auf der Welt singen aus voller Kehle "Halleluja" oder "Hare Krishna", ohne überhaupt zu wissen, dass sie damit eigentlich ein Gebet sprechen. George Harrisons Beatles-Kollege John Lennon, eine Leitfigur der Atheisten, hat die religiöse Kraft des Liedes erkannt und sagt mit einem Augenzwinkern: "Immer, wenn ich gerade das Radio einschalte, singt irgendwer von Gott und Halleluja. So langsam glaube ich, da ist was dran!"


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  • Heinrich Deboi

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