Die Morgenandacht Fasziniert von der Hölle

Heinrich Deboi
Heinrich Deboi

Die Morgenandacht Fasziniert von der Hölle

Der Song "Highway to Hell" der Rockband AC/DC bringt Heinrich Deboi dazu, über Unterschiede zwischen Gott und der Hölle nachzudenken.

Bild: Katholischer Gemeindeverband Bremen

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Der Song "Highway to Hell" der Rockband AC/DC bringt Heinrich Deboi dazu, über Unterschiede zwischen Gott und der Hölle nachzudenken.

Bei der Welt-Klimakonferenz in Ägypten hat UN-Generalsekretär António Guterres gesagt: "Wir befinden uns auf dem Highway zur Klimahölle". Dieser Ausspruch erinnert mich sofort an die australische Rockband AC/DC und ihren Titel "Highway to Hell". Theologen begreifen die Hölle als etwas, das zwar real existiert, allerdings mehr als ein Zustand der endgültigen Trennung von Gott zu verstehen ist. Gott bietet die Erlösung an, zwingt aber niemanden; es muss also auch eine Alternative zur Erlösung geben. Es geht dabei nicht um Feuer und Schwefel, sondern um die schlimmste vorstellbare Depression.

Bei AC/DC klingt das alles irgendwie viel positiver. "Highway to Hell" ist ein Rock’n’Roll-Titel wie eine endlose Party mit allen Freunden – ein Lied, das Freiheit und Rebellion verkörpert. Als Markenzeichen tragen die Fans im Publikum blinkende Teufelshörner auf dem Kopf. Rocker wollen rebellieren und sich gegen das Establishment auflehnen, wie es viele junge Leute gegen ihre christlich geprägten Eltern tun. Und das geht am besten mit lauter Musik und Tabuthemen wie die Hölle. Im Liedtext geht es nicht um Verdammnis, sondern um eine Welt ohne Stopp-Schilder und Geschwindigkeitsbegrenzung, ohne Pflichten und Vorschriften. Das ganze Leben ist eine lange Party.

Auch hier gibt es einen realen Hintergrund: Der Canning Highway bei der australischen Stadt Perth endet – wie könnte es anders sein – vor einer Kneipe, einem Pub, wo sich in den 70er-Jahren die Rocker bei Livemusik und vor allem billigem Bier trafen. Bei der abendlichen Fahrt auf dem langen, öden Highway kam den Musikern die untergehende Sonne vor wie ein riesiger Feuerball, auf den sie zufuhren. An den Klimawandel dachte damals noch niemand.

Außer AC/DC sind auch andere Bands vom Motiv der Hölle fasziniert. Selbst die Gewinnerband des Eurovision-Song-Contests, die finnische Gruppe Lordi, war auf der Bühne als Höllenmonster verkleidet und sang vom "Hard Rock Halleluja". Dieser Schockfaktor spielt bei AC/DC keine Rolle, denn hier gilt die Party-Hölle als Sprachbild für Spaß, Freude und Freiheit. Es ist weit entfernt von der katholischen Vorstellung ewiger Verdammnis – und bis heute steht "Highway to Hell" bei den meistverkauften Alben aller Zeiten auf Platz zwei.
Gott überlässt mir die Entscheidung, ob ich den Weg zur Erlösung wähle. Auf dem Highway von AC/DC spüre ich bei rasanter Fahrt Grenzenlosigkeit und Gefühlsausbrüche, der Highway zur Klimahölle jedoch verlangt eine sofortige Vollbremsung.

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  • Heinrich Deboi

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