Die Morgenandacht Zeichen und Wunder

Frank Mühring

Die Morgenandacht Zeichen und Wunder

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Eine Redensart, die aus der Bibel stammt. Und die man manchmal sogar im Konfirmandenunterricht live erleben kann, sagt Pastor Frank Mühring.

Bild: Radio Bremen

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Eine Redensart, die aus der Bibel stammt. Und die man manchmal sogar im Konfirmandenunterricht live erleben kann, sagt Pastor Frank Mühring.

"Es geschehen noch Zeichen und Wunder." Eine Redensart, die von einer unerwarteten Wendung im Leben erzählt. Mir fällt dabei einer meiner Konfirmanden ein. Nennen wir ihn hier mal Björn. Als er mit 13 Jahren zu uns in den Unterricht stieß, bekam er nichts auf die Reihe. Er kam zu spät, vergaß Verabredungen, nervte seine Gruppe. Er war übertrieben albern und störte die Abläufe, wo es nur ging. Es fanden Gruppengespräche statt. Wir führten auch Gespräche mit seiner Mutter und dem Vater. Nichts fruchtete. Alle waren ratlos, wie man Björn in die Spur bringen könnte.

Irgendwann, wenige Wochen vor der Konfirmation, wendete sich das Blatt. Björn kam verwandelt und gereift aus den Ferien zurück. Nun beteiligte er sich am Unterricht mit eigenen Ideen. Er fuhr als Helfer bei einer Freizeit mit. Er übernahm bei den Pfadfindern Verantwortung für eine Gruppe von kleineren Kindern. Bei seiner Konfirmation sprach er vor allen Leuten das Glaubensbekenntnis. Auswendig. Seine Gruppe, die Björn ganz anders kannte, staunte nicht schlecht. Nach der Feier kam seine Mutter zu mir, bedankte sich für die Geduld und sagte mit einem gewissen Stolz in der Stimme: "Es geschehen noch Zeichen und Wunder."

Für mich ist diese Redensart ein Satz des Glaubens. Es geschehen mehr Zeichen und Wunder, als wir Menschen in unserer Schlichtheit für möglich halten. Vielleicht sind damit nicht immer die großen Wendungen in der Geschichte gemeint. Aber dass ein Mensch wieder in die Spur kommt, das ist ein Zeichen. Aufgeben ist keine Option. Wer Hoffnung hat, wird mehr sehen als die, die nichts zu hoffen wagen. Der sieht vor allem ein, dass kein Mensch festgelegt ist für immer. Unser früherer Kirchenpräsident Heinz-Hermann Brauer sagte immer: "Man muss mit jedem Menschen jeden Tag neu anfangen." Das gefällt mir!

Wir Menschen sind lernfähig. Hoffnung heißt nicht: Alles wird gut. Hoffnung heißt: Es kann anders werden. Gottes Welt ist größer als unser begrenztes Denken es sich vorstellen kann. Seine Zeichen und Wunder bringen die Verhältnisse zum Tanzen.  In dem Kirchentagslied "Wir haben Gottes Spuren festgestellt" heißt es:

Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehn,
uns durch das Leben tragen.

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  • Frank Mühring

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