Die Morgenandacht Gemeinsam an einem Tisch

Ulrike Bänsch
Ulrike Bänsch

Die Morgenandacht Gemeinsam an einem Tisch

Geflüchtete laden zu einem Dankesessen ein. Es treffen sich in fröhlicher Simmung verschiedene Menschen, Kulturen und Religionen. Für Pastorin Ulrike Bänsch eine Hoffnung auf eine zukünftige Welt.

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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Der Tisch ist reichlich gedeckt. Unsere syrischen Gastgeber haben zahlreiche Köstlichkeiten aufgefahren. Sie wollen sich für die Unterstützung, die sie von der Gemeinde und von Menschen aus der Region erfahren haben, bedanken. Eine bunte Gesellschaft ist um die Tafel versammelt. Da sind Menschen aus der Gemeinde, die schon ihr Leben lang in unserer Region zu Hause sind. Da sind syrische Familien, die bereits seit 2015 in Deutschland leben und Arbeit gefunden haben. Die Kinder gehen hier zur Schule und sprechen gut deutsch. Da sind Ehrenamtliche, die sich in der Betreuung von geflüchteten Menschen engagieren. Unterschiedliche Generationen sind versammelt, verschiedene Glaubensgemeinschaften treffen aufeinander und mehrere Kulturen. Die Gespräche sind angeregt. Es wird gelacht und gegessen. Es wird diskutiert und Erfahrungen werden ausgetauscht. Ich lerne eine Menge an diesem Abend.

Ich lerne zum Beispiel, wie das beharrliche Engagement von einzelnen Menschen Lebenschancen zum Positiven wenden kann. Eine Frau, die sich unermüdlich für die Integration und gute Begleitung von Geflüchteten einsetzt, kann von so vielen bereichernden und berührenden Erlebnissen erzählen. Ich lerne, dass ein junger Syrer, der vor zwei Monaten nur eine Hand voll deutscher Worte konnte mit großer Willensstärke lernt. Er fragt unterdessen nach dem Plusquamperfekt und kann sich gut unterhalten. Ich lerne, wie es einem syrischen Dichter und Lehrer hier ergeht, der nun als Altenpfleger in Deutschland arbeitet. Ich lerne etwas über Sostas Träume, Mohammeds Glauben und Annas Sehnsucht nach einem friedlichen Leben für alle und gegenseitigem Respekt füreinander.

Hier an der gemeinsamen Tafel erscheint das alles so einfach und unkompliziert. Wie wunderbar wäre es, wenn uns das auch in der großen Welt gelänge? Vielleicht hat Jesus deshalb so häufig die unterschiedlichsten Menschen um einen Tisch versammelt und mit ihnen zusammen gegessen und gefeiert. Dort am Tisch wird der Anfang gemacht für gegenseitiges Verständnis, miteinander teilen und gutes zusammenleben. Vielleicht haben wir eines Tages eine gemeinsame Tafel so groß wie die Welt.

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  • Ulrike Bänsch

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Gesprächszeit mit Christian Erber

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