Die Morgenandacht Shit happens

Ines Bauschke
Ines Bauschke

Die Morgenandacht Shit happens

Pastorin Ines Bauschke über notorische Pechvögel und Selbstliebe.

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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Pastorin Ines Bauschke über notorische Pechvögel und Selbstliebe.

"Was bin ich doch für ein Pechvogel!"
"Das konnte doch nur wieder mir passieren."
"Ich ziehe das Unglück eben an."

Immer, wenn ich so etwas höre, fühle ich mich unbehaglich. Es kann ja sein, dass mein Gegenüber tatsächlich einen ganz schlechten Tag hatte, großes Pech gehabt, sich in eine schwierige Situation hineingeritten hat. Aber das dann als Teil der eigenen Persönlichkeit zu deuten? Oder, genau so schlimm, das eigene Unglück womöglich auf finstere Mächte zurückzuführen, die einem immer wieder Knüppel zwischen die Beine werfen? Das halte ich für wenig hilfreich und auch für falsch.
Ich halte es eher mit der, zugegeben etwas schwierig zu übersetzenden, Formulierung "Shit happens" – im übertragenen Sinne etwa: Irgendetwas Blödes passiert immer mal. oder: "Mist passiert eben". Wie schade, wenn das dann zu Selbstbezichtigungen führt oder zu fatalistischem Geraune, etwa dass jemand dem Unglück nun mal nicht entgehen kann, oder dass es gar am Horoskop liegt.

Was immer einem Menschen passiert, es kommt darauf an, wie man es selbst deutet. Und diese Deutung zeigt, wie freundlich ich gegenüber mir selbst bin und wie freundlich oder missgünstig ich die Welt um mich herum erlebe. Wenn ich mir vorstelle, Gott hat mich so geschaffen wie ich bin, und wenn ich darauf vertraue, dass Gott mich ganz grundsätzlich bejaht und liebt, dann muss ich mich nicht als Pechvogel, Versager oder sonstwas Negatives verstehen.

Dass ich nicht nur gute Eigenschaften habe, dass ich nicht alles kann, geschenkt. Wer kann das schon. Aber wenn ich das glauben kann, dass die Existenz meines Lebens in Liebe gründet und ich auf diese Liebe bauen kann, dann kann ich freundlicher auf das blicken, was mir so widerfährt. Lief heute nicht so? Schade. Aber morgen kann es schon wieder ganz anders aussehen.
Und wenn es ganz schlimm kommt? Man kann nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes, heisst es. Und bei Gott sind all meine Missgeschicke, meine Fehler, meine Schuld gut aufgehoben. Denn Gott liebt mich trotzdem. Und sieht in mir nicht den Pechvogel, sondern sein geliebtes Kind. Daran glaube ich.

Autor/Autorin

  • Ines Bauschke

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