Die Morgenandacht Ermutigung

Anja Bär
Anja Bär

Die Morgenandacht Ermutigung

Worte haben Macht. Pastorin Anja Bär denkt über Worte nach, die Menschen aufbauen oder auch zerstören können.

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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Worte haben Macht. Sie können Beziehungen bauen und auch zerstören. Worte können Menschen verletzen aber auch aufrichten, sogar heilen. Ich habe das schon oft erlebt. Vor allem bei meinen Kindern kann ich beobachten, wie wichtig gute Worte sind, die ich ihnen sage. Die kindliche Reaktion ist großartig und sehr hilfreich. Ich kann an ihnen lernen, ob meine Worte förderlich oder hinderlich sind. Kinder reagieren unmittelbar. Gut so! Leider verlernen wir im Laufe unseres Lebens diese unmittelbare Reaktion. Wir lernen, uns zu schützen. Bringen unser Herz in Sicherheit. "Um das Herz einen Menschen zu treffen, genügt oft ein einziges Wort."

Eugen Drewermann soll das gesagt haben. Drewermann ist Theologe und Psychoanalytiker. Er kennt sich mit solchen Dynamiken aus. Ein einziges Wort reicht schon, um das Herz eines Menschen zu treffen. Seit vielen Jahren übe ich mich darin, mit guten Worten Menschenherzen zu erreichen. Dafür muss ich aufmerksam sein. Ich sehe etwas und wenn ich mag, was ich sehe, dann sage ich es auch. Das hat schon zu mancher schönen Situation geführt.
Ein Kurzurlaub vor wenigen Wochen führte meinen Partner und mich in ein hübsches Landhotel in der Lüneburger Heide. Eine Dame fiel mir schon am ersten Tag auf. Sie strahlte, als wollte sie die Sonne neidisch machen. Einfach wundervoll. Am nächsten Tag fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. "Sie sehen umwerfend aus. Ihre Ausstrahlung ist enorm!", so in etwa lautete meine Ansprache. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie leuchtete noch mehr, ich hätte nicht für möglich gehalten, dass so etwas geht. Am Ende saßen wir beieinander und verbrachten einen wundervollen Abend in fröhlicher Gemeinschaft. Es hat mich einen Moment Überwindung gekostet. Aber die Reaktion war es mehr als wert.

Ich glaube, dass es wichtig ist, einander die Dinge zu sagen, die wir positiv wahrnehmen. Kritik kommt ohnehin von ganz allein und der Satz: Nicht gemeckert ist schon genug gelobt ist, mit Verlaub, Blödsinn. Im Gegenteil: Angenehme Reden sind wie flüssiger Honig, süß für den Gaumen und gesund für den Körper. Das steht schon in der Bibel und daran möchte ich mich viel lieber orientieren.

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  • Anja Bär

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