Die Morgenandacht Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden

Morgenandacht

Die Morgenandacht Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden

Die zweite Seligpreisung in der Bergpredigt ist der Moment, in dem sich Jesus an Gläubige wendet, die schweres Leid erfahren haben. Timm Lohse.

Bild: Radio Bremen

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Mit dieser – nach dem Matthäusevangelium – zweiten Seligpreisung in der Bergpredigt wendet sich Jesus an Menschen, die schweres Leid erfahren haben und damit nun leben müssen: Das sind Menschen, die es schwer oder auch gar nicht ertragen können, dass ihnen unerwartet ihr Kind, ihre Frau oder ihr Freund durch den Tod entrissen wurde; Menschen, die mit dem Herzensleid nicht fertig werden können, dass sie im Streit oder im Unfrieden geschieden sind; Menschen, die an ihrem Leib oder ihrer Seele so leiden, dass sie es kaum noch im Leben auszuhalten vermögen;

  • Menschen, die an dem heillosen Zustand ihres Lebens, ihrer Gemeinschaft, ja, auch der Welt leiden und sich nicht damit vertrösten lassen wollen, dass das Leben nun mal so ist;.
  • Menschen, die klagen, weil es ihnen wehtut, wie ihr Leben und das um sie herum gekränkt, gedemütigt, geschändet und zerrieben wird..

Die Spuren ihres Lebensglücks sind bisweilen bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Und niemand ist da, der die Unglücklichen wieder glücklich machen könnte. Denn das Glück der Erde ist vergänglich. Selig sind, die da Leid tragen, sagt Jesus. Jesus kennt die Tränen der Seele. Jesus weiß, worum Menschen trauern. Jesus fühlt, woran diese Menschen leiden. Darum spricht Jesus die an, die solches Leid zu tragen haben, und tröstet sie: Das Leben ist nicht verloren – trotz des unersetzbaren Verlustes an Leben. Was zerbrochen, zerstückelt, zertrümmert vor ihnen liegt – diese Ruinen und Fragmente ihres Lebens – sie weisen über sich hinaus und schüren die Sehnsucht nach wirklichem Trost. Dass die gebrochenen Teile nicht nur notdürftig oder billig zusammengekittet werden, vielmehr: Dass sich alles in eine heile Form fügt und ewig hält. Dafür steht Jesus. Damit will er trösten. Dass Gott alle Tränen abwischen wird, weil weinende Menschen ihn kränken. Diese Aussicht wandelt die schier unerträglichen Furchen des Leides, der Tränen, der Trauer in die eine klare Spur der Hoffnung: Gott will es anders und wird dafür Sorge tragen, dass es anders wird.

Wer mit Jesus so auf Gott zugeht, wendet seinen Blick weg vom zerbrechlichen Glück des Lebens hin auf die Perspektive unendlicher Seligkeit. Das ermutigt, getrost weiter zu leben und Leben so zu gestalten, wie Gott es will. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

Autor/Autorin

  • Timm Lohse

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Der Sonntagmittag mit Julian Beyer

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