Die Morgenandacht Riese oder Scheinriese?

Andrea Schneider
Andrea Schneider

Die Morgenandacht Riese oder Scheinriese?

"Leuchten! 7 Wochen ohne Verzagtheit". Das ist das Motto der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche. Pastorin Andrea Schneider spricht heute über Riesen oder Scheinriesen.

Bild: Bremische Evangelische Kirche

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"Leuchten! 7 Wochen ohne Verzagtheit".In dieser Woche geht es bei der Evangelischen Fastenaktion um Ängste und Sorgen, die einen hindern können am unverzagten Leben. Der Fastenkalender zeigt heute das große Foto von einem bunten Papagei. Darunter der Satz: "So schön, diese drei Sekunden nach dem Aufwachen, bevor einem wieder alles einfällt…"
Tja… ich kenne das, Sie vielleicht auch: nach dem Weckerklingeln sich noch einmal umdrehen, gemütlich räkeln … dann Decke weg, Licht an, Brille auf, raus aus dem warmen Bett... Und sofort ploppt dann die To-do-Liste auf. Und die Gedanken, die sich papageienhaft wiederholen: "Das wird schwierig ...Hier wirst du nicht weiterkommen… Ob das wohl gut ausgeht?" Und so weiter.

Dieses Hinstarren auf anscheinend überwältigend schwierige Aufgaben lähmt. Das Sorgen-Gedanken-Karussell macht alles noch größer und mächtiger. Die Angst wächst. Schon früh morgens. Vielleicht kennen Sie ja auch Michael Endes Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer: Auf ihrer Abenteuer-Reise durch die Wüste entdecken sie weit in der Ferne eine riesige, bedrohliche Gestalt. Völlig von der Rolle trauen sie sich aber doch, auf diesen unbekannten Riesen zuzugehen. Zitternd und zagend.  Aber auch mutig.

Schritt für Schritt.

Und siehe da: Je näher sie kommen, umso kleiner wird der riesenhafte Riese. Am Ende stehen sie sich auf Augenhöhe gegenüber: Lukas, Jim Knopf und der alte Mann Tur Tur. Der stellt sich ihnen fast schüchtern vor: "Ich bin ein Scheinriese, leide darunter, dass alle Leute Angst vor mir haben. Schön, dass ihr auf mich zugeht und mich kennenlernen wollt." Der anscheinend so bedrohliche Riese erweist sich als nur scheinbar bedrohlich. Eigentlich ist er "ganz manierlich", wie Jim Knopf sagt.

Riese oder Scheinriese? Es tut gut, das Riesenhafte, das angstauslösend vor mir steht  bzw. mir bevorsteht, als scheinriesenhaft zu entlarven: Die Angst davor spüren. Aber  Schritt für Schritt drauf zugehen. Dabei das Herausfordernde als nicht überfordernd entdecken. Mich mit meinem Scheinriesen vielleicht sogar anfreunden. Denn er ist wichtig auf meiner Lebensreise. Zum Beispiel die schwierige Prüfung. Der Auftritt vor großem Publikum. Die anstrengenden Phasen einer Chemotherapie. Der neue Job nach langer Familienpause. Und so weiter. Wenn Sie jetzt gerade wieder die nervige Papageienstimme die kleine Stimme im Ohr haben mit ihrem unaufhörlichen Raunen: "Schwierig, schwierig, schwierig…" – dann mal genau hingucken:  Die Aufgaben dieses Tages – Riesen oder doch nur Scheinriesen?
Und dann unverzagt drauf zugehen!

Autor/Autorin

  • Andrea Schneider

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